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Selbst die Polizei ist beeindruckt: Der Tunnel von Steglitz

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Es riecht nach Benzin und Feuer. In der 25 Zentimeter dicken Betonwand der Tiefgarage im Berliner Stadtteil Steglitz klafft ein aufgebohrtes Loch. (Foto: REUTERS)

Es riecht nach Benzin und Feuer. In der 25 Zentimeter dicken Betonwand der Tiefgarage im Berliner Stadtteil Steglitz klafft ein aufgebohrtes Loch.

Es riecht nach Benzin und Feuer. In der 25 Zentimeter dicken Betonwand der Tiefgarage im Berliner Stadtteil Steglitz klafft ein aufgebohrtes Loch.

Von da führt ein mit dicken Holzbohlen ausgebauter Tunnel nach Südosten - in Richtung des Tresorraums der Volksbank in 45 Metern Entfernung.

Durch diesen unterirdischen Gang, dessen Eingang die Polizei am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, verschwanden am vergangenen Wochenende die Einbrecher mit dem Inhalt von 300 Schließfächern.

Nach tagelanger Spurensicherung und mehr als 60 Hinweisen gibt sich die Berliner Polizei optimistisch.

"Wir sind zuversichtlich, die Täter mit diesen Angaben zu finden", sagte Sprecher Thomas Neuendorf.

Mit dem Phantombild eines Mannes wird jetzt nach der Bande gefahndet. Das Bild entstand nach Aussage von Zeugen, die den Mann in der Tiefgarage sahen.

Er ist etwa 30 bis 40 Jahre alt und rund 1,90 Meter groß. Auf einer Wange hat er ein auffälliges Muttermal. Er wird als stämmig und mit Bauchansatz beschrieben und trug verschmutzte Arbeitshosen sowie ockerfarbene Arbeitsstiefel.

Wie viele Täter insgesamt an dem spektakulären Coup beteiligt waren, ist laut Polizei noch unklar.

Beeindruckt von dem hochprofessionellen Bau des Tunnels gaben sich bislang alle, die das Bauwerk persönlich in Augenschein nahmen.

Hinter dem Rolltor, das eine geräumige Einzelgarage von der Zufahrt in die eigentliche Tiefgarage trennt, präsentiert sich eine Art Arbeitsraum für eine Einbrecher-Bande.

Der Raum bietet genug Platz, um ein Auto so hineinzufahren, dass es rückwärts mit ausgegrabener Erde beladen werden kann. Ein großer Berg Sand häuft sich noch an einer Seite auf.

In der linken, kürzeren Seitenwand klafft ein großes Loch. Die halbkreisartigen Ränder zeigen, dass die Einbrecher den Beton mit einem Bohrer mit großem Durchmesser durchbrachen.

Dahinter kommt der eigentliche Tunnel zum Vorschein. Wie ein Bergwerksschacht aus einem früheren Jahrhundert öffnet sich der etwa 1,50 Meter hohe Gang, der im Dunkeln nach rechts abknickt.

Den Boden bedeckt heller Sand, die Wände und die Decke sind komplett durch dunkle und mit Eisenwinkeln verbundene Holzbretter verkleidet und abgestützt. "Das hätte ich nicht so perfekt erwartet", sagt eine junge Polizistin.

An der Oberfläche steht ein "Zasterlaster", die Bankfilliale selbst ist noch geschlossen. Derweil stemmen Arbeiter an der Rückwand der Bank mit Presslufthämmern den Boden auf.

Der Tunnel wird nach Ende der Untersuchungen ausgegraben und wieder zugeschüttet.

Über der Durchfahrt zum Hinterhof, von dem aus die Garage abgeht, hängt derweil noch ein Schild. Vielleicht animierte es die Einbrecher vor knapp einem Jahr zu ihrer Tat. "Tiefgaragen Stellplätze zu vermieten", steht darauf.

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