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Panorama

Dauerfrost und Eiseskälte: Deutschland zittert

 
"Gibt's im Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten", besagt eine alte Bauernregel. Es war, ist und bleibt eines der beliebtesten Themen: das Wetter.

"Gibt's im Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten", besagt eine alte Bauernregel. Es war, ist und bleibt eines der beliebtesten Themen: das Wetter.

Das Wetter ist der spürbare Zustand der unteren Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort. Dieser augenblickliche Zustand kann unter anderem als Sonnenschein, Hitze, Wind, Regen, Bewölkung und Kälte in Erscheinung treten.

Auch dieser Tage, im Januar 2009, sprechen alle vom Wetter - wie kalt es schon ist und noch werden wird, wie hier im Frankfurter Zoo.

In Leipzig dagegen bekommen die Kältewelle nicht alle zu spüren. Menschenaffen, Brillenpinguine und viele Vögel dürfen derzeit wegen des Frosts nicht ins Freie.

"Die Brillenpinguine kommen aus dem südlichen Afrika. Wenn wir sie nicht reinholen würden, würden ihnen die Flügelspitzen abfrieren", sagt der Zoo-Kurator für Säugetiere und Vögel, Konstantin Ruske.

Andere hingegen kommen jetzt erst richtig auf ihre Kosten. Wie dieser Schneeleopard, der in seinem natürlichen Lebensraum, dem Hochgebirge Zentralasiens, noch ganz andere Temperaturen gewöhnt ist.

Deutlich unter minus 20 Grad Celsius waren es in der Nacht. Wo kommt diese Kälte her?

Polare Luft strömt hinter einer Kaltfront nach Deutschland. Da der Hochdruckeinfluss zunimmt, beruhigt sich die Kaltluft und kühlt dabei weiter aus.

Aufgrund dessen herrscht bei vereinzelten Schneefällen nahezu in ganz Deutschland Dauerfrost und Eiseskälte.

So sind auf dem Oder-Spree-Kanal bei Fürstenwalde die Eisbrecher ständig im Einsatz, um das Eis auf der Wasserstraße aufzubrechen.

Die geschlossene Eisdecke auf der künstlichen Wasserstraße ist stellenweise bis zu zehn Zentimeter stark. Der Oder-Spree-Kanal wird zwischen Berlin und Fürstenwalde für die Schifffahrt frei gehalten.

Wer dagegen auf der Eisdecke spazieren gehen will, sollte zugefrorene Seen erst betreten, wenn die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter dick ist. Für fließende Gewässer werden sogar 20 Zentimeter empfohlen.

In vielen Städten Deutschlands sind "Kältebusse" im Einsatz, um Obdachlose von den Straßen zu holen.

Bereits bei Temperaturen, die noch einiges über Null liegen, birgt der ständige Aufenthalt unter freiem Himmel ein tödliches Risiko.

Die Kälte, die einen Zustand beschreibt, dessen Temperatur unterhalb eines (wärmeren) Bezugspunktes liegt, ist nicht zu unterschätzen.

Denn Kälte birgt nicht nur hohe Gefahren für die weibliche Blase. Sie kann außerdem zu einer Verengung der Blutgefäße führen.

Das ist einer der Schutzmechanismen des Körpers, um bei einer niedrigen Umgebungstemperatur die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Außerdem wird die Durchblutung an nicht lebensnotwendigen Körperenden reduziert. Die Muskeln zittern. Die Körperhaare stellen sich auf - man bekommt eine Gänsehaut.

Um Erfrierungen und damit einer Schädigung des Gewebes zu vermeiden, sollte man sich dieser Tage besonders warm anziehen. Vor allem angesichts solcher Werte wie ...

... minus 26,0 Grad Celsius (Messung vom 06.01.2009, 6 Uhr) in Delitzsch bei Leipzig.

Der wärmste Ort Deutschlands ist derzeit Dunum mit 2,2 Grad Celsius (Messung vom 05.01.2009) in Ostfriesland.

Die Geschichte der Winter in Deutschland weist aber noch ganz andere Zahlen auf.

Die höchste Schneedecke lag mit 940 Zentimetern am 2. April 1944 auf dem Zugspitzplatt in 2650 Metern Höhe.

Dagegen lag die späteste Schneedecke unterhalb von 1000 Metern mit sechs Zentimetern am 2. Juni 1962 in Oberstdorf.

Der kälteste Winter liegt allerdings noch viel weiter zurück: 1829/30.

Und die tiefste jemals gemessene Temperatur in Deutschland (nicht offiziell bestätigt) lag im Dezember 2001 bei -45,9 Grad Celsius in Funtensee in Bayern.

Aber auch jetzt sind Kälte und Minusgrade nicht ungewöhnlich. Schließlich ist Januar und damit: Winter.

Und der kann ja auch richtig schön sein.

Kommende Nacht soll es übrigens noch kälter werden ... (Bilder: dpa)

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