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Ekberg, Grass, Kilmister, Schmidt: Die Abschiede des Jahres 2015

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Rod Taylor war offenbar ein Mann, an den sich die Frauen gerne anlehnten: Der australische Schauspieler mit dem markanten Gesicht erlebte den Höhepunkt seiner Karriere in den 1960er-Jahren ... (Foto: imago/ZUMA Press)

Rod Taylor war offenbar ein Mann, an den sich die Frauen gerne anlehnten: Der australische Schauspieler mit dem markanten Gesicht erlebte den Höhepunkt seiner Karriere in den 1960er-Jahren ...

Rod Taylor war offenbar ein Mann, an den sich die Frauen gerne anlehnten: Der australische Schauspieler mit dem markanten Gesicht erlebte den Höhepunkt seiner Karriere in den 1960er-Jahren ...

... mit Hauptrollen in Hollywood-Filmen wie "Die Zeitmaschine" (1960) und "Die Vögel" von Alfred Hitchcock (1963, im Bild). Insgesamt wirkte Taylor in etwa 50 Filmen mit. Zu seinen letzten Rolle gehörte die des Winston Churchill in "Inglourious Basterds" (2009) von Quentin Tarantino. Taylor starb am 7. Januar am Alter von 84 Jahren.

Die schwedische Schauspielerin Anita Ekberg, die auch Fotomodel war, galt in den 1950er-Jahren als Sexsymbol. Weltberühmt wurde sie durch ihr nächtliches Bad im römischen Trevi-Brunnen im Filmklassiker "La Dolce Vita" (1960).

Der "schwedische Eisberg", als der sie zeitweise vermarktet wurde, lebte schon seit Längerem in Italien. Dort, in einem Krankenhaus bei Rom, starb sie am 11. Januar im Alter von 83 Jahren.

Der Komponist, Musiker und Künstler Edgar Willmar Froese war ein Pionier der Elektronischen Musik und einer der Gründer ...

... von Tangerine Dream. Zusammen mit Kraftwerk, den Scorpions und Rammstein gehört sie international zu den bekanntesten Bands aus Deutschland. Froese starb am 20. Januar in Wien. Er wurde 70 Jahre alt.

König Abdullah, mit vollem Namen Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Sa'ud, war seit dem 1. August 2005 absolutistischer König und Premierminister Saudi-Arabiens, zudem auch Oberbefehlshaber des Militärs. Er starb am 23. Januar im Alter von 90 Jahren.

Der griechische Sänger Demis Roussos war besonders in den 1970er-Jahren auch in Deutschland ein Star. Er gehörte verschiedenen Bands an, bevor er Ende der 1960er-Jahre mit Vangelis Aphrodite's Child gründete, deren charakteristisch hohe Stimme er fortan war. Roussos' in mehreren Sprachen aufgenommener Song "Goodbye, My Love, Goodbye" stand in Deutschland auf Platz eins der Hitparade und war auch in anderen Ländern ein Erfolg.

Seit 1971 war Roussos als Solokünstler tätig und verkaufte Millionen Platten. Seine letzte Aufnahme ist von 2009. Nachdem er über Jahre zurückgezogen lebte, hatte Roussos im September 2013 einen seiner letzten öffentlichen Auftritte: Aus den Händen des französischen Botschafters in Athen erhielt er die Auszeichnung eines Ritters der Ehrenlegion. Am 25. Januar starb er im Alter von 68 Jahren.

Richard von Weizsäcker war zwischen 1984 und 1994 Staatsoberhaupt Deutschlands und begleitete die Bundesrepublik durch die Wendejahre. Vorher, von 1981 bis 1984, war er Regierender Bürgermeister Berlins. Der Diplomatensohn Richard Karl Freiherr von Weizsäcker war 1969 für die CDU in den Bundestag eingezogen. In Erinnerung bleibt er vor allem als jener Bundespräsident, der in seiner Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1945 (im Bild) von einem "Tag der Befreiung" sprach.

Bei der Wiedervereinigung machte von Weizsäcker sich für das Zusammenwachsen der beiden Landesteile stark: "Sich zu vereinen, heißt teilen lernen", sagte er in seiner Rede zur Deutschen Einheit im Jahr 1990. Seine letzte Rede als Staatsoberhaupt 1994 nutzte Weizsäcker, um Ausländerhass und Rechtsextremismus zu verurteilen. Er starb am 31. Januar mit 94 Jahren.

Udo Lattek war der erfolgreichste deutsche Fußball-Vereinstrainer. Er gewann mit Bayern München und Borussia Mönchengladbach acht deutsche Meistertitel. Er hatte 2010 einen Schlaganfall erlitten, 2013 wurde bei ihm Parkinson diagnostiziert.

Zuletzt lebte er in einem Pflegeheim in Köln. Am 1. Februar starb Lattek, er wurde 80 - und von den Fans gebührend verabschiedet, wie hier am 7. Februar in München.

Steve Strange, ein Vertreter der "New Romantic"-Bewegung, war in den 1980er-Jahren als Sänger der Gruppe Visage bekannt geworden. Der Song "Fade to Grey" war sein größter Hit.

Zuletzt hatte er einen Musikclub im Londoner Stadtteil Soho betrieben. Er erlag am 12. Februar in einem Krankenhaus in Ägypten einem Herzinfarkt, während er schlief. Strange wurde nur 55 Jahre alt.

Michele Ferrero, der Eigentümer des italienischen Süßwarenkonzerns Ferrero, war laut "Forbes" der reichste Mann Italiens. Von 1957 bis 2011 führte er den Konzern. Der Erfinder des Überraschungseis starb am 14. Februar im Alter von 89 Jahren.

Die vor allem in Ostdeutschland bekannte Journalistin Jutta Resch-Treuwerth starb am 18. Februar. Sie beantwortete von 1971 bis 1992 in ihrer Kolumne "Unter vier Augen" in der Zeitung "Junge Welt" Jugendlichen Fragen zu Liebe und Sex. 2013 wurde diese Reihe wieder aufgenommen. Resch-Treuwerth wurde 73 Jahre alt.

Der Schweizer Radiojournalist und Fernsehmoderator Konrad Toenz moderierte viele Jahre lang - 1976 bis 1998 - die Kriminalsendung "Aktenzeichen XY...ungelöst". Er war für seinen trockenen Präsentationsstil bekannt. Zusammen mit seinen "Aktenzeichen"-Ko-Moderatoren Peter Nidetzky vom ORF und Eduard Zimmermann vom ZDF ...

... erreichte Toenz Kultstatus. In Berlin wurde sogar eine Bar nach ihm benannt. Am 22. Februar starb er im Alter von 75 Jahren.

Fritz J. Raddatz, langjähriger Feuilleton-Chef der "Zeit", gehörte zu den bedeutendsten Kulturjournalisten und zu den streitbarsten und eloquentesten Literaturkritikern der Bundesrepublik. Erst 2014 verabschiedete er sich mit dem Satz "Ich habe mich überlebt" vom Journalismus. Raddatz starb am 26. Februar; er wurde 83.

Jeder kennt Leonard Nimoy als "Mr. Spock" aus der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" und den "Star Trek"-Filmen. Die Figur des Vulkaniers mit den spitzen Ohren und der hochgezogenen Augenbraue war Fluch und Segen für den Schauspieler, aber er hatte sich irgendwann damit abgefunden, vor allem mit dieser einen Rolle personifiziert zu werden. Seine erste Autobiografie hieß 1977 noch ...

... "Ich bin nicht Spock" - eine Anspielung auf den beginnenden Kult. 1995 legte er eine zweite vor, mit dem Titel "Ich bin Spock". Als Nimoy am 27. Februar mit 83 Jahren starb, zeigten sich Trekkie-Fans, Schauspielkollegen und sogar der US-Präsident bestürzt über seinen Tod: "Ich habe Spock geliebt", sagte Barack Obama.

Das ungewöhnliche, lichtdurchlässige Zeltdach des Münchner Olympiastadions ...

... machte Frei Otto zum Architektur-Star. Mitte Mai 2015, kurz vor seinem 90. Geburtstag, sollte er den renommierten Pritzker-Preis, den "Nobelpreis für Architektur", aus der Hand seines berühmten Kollegen Frank Gehry erhalten. Doch das erlebte Otto nicht mehr - er starb am 9. März. Den Pritzker Architecture Prize bekam er posthum verliehen.

Der britische Fantasy-Autor Terry Pratchett verlor am 12. März den Kampf gegen Alzheimer. Erst 2014 hatte er seinen letzten "Scheibenwelt"-Roman beendet. Das erste Buch dieser Reihe, in der Pratchett die reale Welt und Literatur satirisch verarbeitete, war 1983 erschienen; sie hatte ihn schließlich weltberühmt gemacht. Er hat insgesamt mehr als 70 Romane verfasst, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden und sich insgesamt rund 70 Millionen Mal verkauften. Pratchett wurde 66.

Kuan Yew, der erste Premierminister des Stadtstaates Singapur, übte dieses Amt von 1959 bis 1990 aus. Der Autokrat führte die kleine, damals noch ärmliche Insel erst in die Unabhängigkeit von den Briten und dann in die Spitzengruppe internationaler Finanzzentren. Er starb am 23. März im Alter von 91 Jahren.

Karl Moik war der stets gut gelaunte Gastgeber (und Erfinder) des "Musikantenstadls". Der TV- und Volksmusikstar aus Österreich moderierte die Sendung von 1981 bis 2005. Am 26. März starb Moik mit 76 Jahren.

Helmut Dietl war einer der bedeutendsten Regisseure Deutschlands. Der Durchbruch gelang ihm 1974 mit der ARD-Vorabendserie "Münchner Geschichten". Es folgten große Erfolge mit Fernsehserien wie "Monaco Franze" oder "Kir Royal". Im Kino ...

... feierte er mit der für den Oscar nominierten Satire "Schtonk" (1992, im Bild) zum Skandal um die vom "Stern" veröffentlichten gefälschten Hitler-Tagebücher einen internationalen Erfolg. Auch die Kinofilme "Rossini" oder "Late Show" wurden Kassenschlager. Vor anderthalb Jahren hatte der einst starke Raucher seine schwere Lungenkrebs-Erkrankung öffentlich gemacht - er erlag ihr am 30. März. Dietl wurde 70 Jahre alt.

Der portugiesische Filmemacher und Drehbuchautor Manoel de Oliveira drehte fast bis zu seinem Lebensende mit stolzen 106 Jahren Filme. Er galt seit 2001 bis zu seinem Tod als ältester noch aktiver Regisseur der Welt und als der einzige, der schon zur Stummfilmzeit gearbeitet hatte. Zu seinen bekanntesten Werken gehört "Am Ufer des Flusses". De Oliveira starb am 2. April.

Der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass war einer der weltweit bedeutendsten deutschen Autoren. Lebenslang schaltete er sich leidenschaftlich in gesellschaftspolitische Debatten ein. Gleich sein erster, 1959 erschienener Roman ...

... "Die Blechtrommel" wurde zum Welterfolg und brachte ihm auch international den Durchbruch. Er gehört zu den wichtigsten Romanen der deutschen Nachkriegsliteratur und gilt als Jahrhundertwerk. Die Verfilmung durch Volker Schlöndorff 1979 ist der erste deutsche Film, der als "Bester fremdsprachiger Film" einen Oscar bekam. Er erhielt auch die Goldene Palme in Cannes. (im Bild: Grass, David Bennent als Blechtrommler Oskar Mazerath und Regisseur Volker Schlöndorff während einer Drehpause)

40 Jahre später, 1999, wurde Grass für sein Gesamtwerk mit dem Literaturnobelpreis geehrt (im Bild). Er starb am 13. April mit 87 Jahren.

Der Soul-Sänger Percy Sledge erlangte 1966 internationale Bekanntheit mit der Ballade "When a man loves a woman". Sein letztes Album "The Gospel Of Percy Sledge" erschien 2013. Im Jahr 2005 wurde Sledge in die Rock and Roll Hall Of Fame aufgenommen. Sledge wurde 73. Er starb am 14. April, ...

... am selben Tag wie der Fernsehjournalist Klaus Bednarz, einer der profiliertesten und meinungsstärksten TV-Journalisten der Nachkriegszeit. Er wurde vor allem bekannt als Auslandskorrespondent in Moskau und als langjähriger Moderator des ARD-Politmagazins "Monitor". Bednarz war auch Kommentator der ARD-Sendung "Tagesthemen" und von 2002 bis zu seiner Pensionierung 2007 WDR-Chefreporter und ARD-Sonderkorrespondent. Er gründete außerdem das ARD-Studio in Warschau. Bednarz wurde 72 Jahre alt.

Die meisten kennen Werner Zimmer als "Mister Sportschau" - 1966 bis 1993 moderierte er die Sendung -, doch seine große Leidenschaft lag abseits des Fußballs. Leichtathletik, Rudern und vor allem Radsport machten ihm noch mehr Spaß. So berichtete er seit 1963 von der Tour de France als Reporter, Redakteur, Moderator und zuletzt auch Teamchef der ARD-Delegation. Auch von Olympischen Spielen berichtete er regelmäßig. Aber er machte auch Sender-Karriere: Er schaffte es bis zum stellvertretenden Intendanten des Saarländischen Rundfunks. Zimmer starb im Alter von 78 Jahren am 20. April.

Der US-amerikanische R&B- und Soulsänger Ben E. King wurde als Tenor der Band The Drifters im Jahr 1959 bekannt und setzte danach seine Karriere als Solist fort. Sein erfolgreichster Song wurde "Stand by me" von 1961 - ein weltweiter Nummer-eins-Hit. Der Song steht an vierter Stelle der meistgespielten Songs im US-Radio und -Fernsehen im 20. Jahrhundert. Noch 2013 stand King auf der Bühne und tourte durch Großbritannien. Er starb am 30. April mit 76.

Die britische Bestseller-Autorin Ruth Rendell wurde bekannt für ihre Kriminalromane, unter anderem mit der Hauptfigur Inspector Wexford. Den Durchbruch schaffte sie 1964 mit ihrem ersten Wexford-Krimi, der auf Deutsch unter dem Titel "Alles Liebe vom Tod" erschien. Neben Krimis schrieb Rendell unter dem Pseudonym Barbara Vine auch Psychothriller. Sie hat insgesamt mehr als 60 Romane veröffentlicht, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden. Rendell starb mit 85 Jahren am 2. Mai, am selben Tag wie ...

... die russische Ballettlegende Maja Plissezkaja. Mit Auftritten in "Schwanensee" und "Dornröschen" erlangte sie Weltruhm. Sie tanzte am Bolschoi-Theater zwischen 1943 und 1989 die wichtigsten Rollen. Ihre letzte Vorstellung gab sie 1996 im Alter von 71 Jahren! Daneben machte sich Plissezkaja in ihrer mehr als 60-jährigen Karriere auch als Choreografin einen Namen. In den letzten Jahren pendelte sie mit ihrem Mann, dem Komponisten Rodion Schtschedrin, zwischen den Wohnorten Moskau und München. Die Primaballerina wurde 89.

"You sexy thing", "Everyone's a winner", "Emma": Der Sänger Errol Brown feierte mit Hot Chocolate in den 1970ern seine größten Erfolge, seine Lieder sind immer noch Ohrwürmer. Selbst der Buckingham-Palast wusste seine Künste zu schätzen: Vor der Hochzeit von Prinz Charles mit Diana 1981 trat die Band für das Paar auf. Brown starb im Alter von 71 Jahren am 6. Mai.

Sein Musikerkollege, die US-amerikanische Blueslegende B.B. King, folgte ihm wenige Tage später, am 14. Mai. King hat Generationen von Rock- und Bluesmusikern beeinflusst; John Lennon sagte einmal, er würde gern so Gitarre spielen können wie B.B. King. Er trat noch bis ins hohe Alter auf. In seiner langen Karriere gewann er 15 Grammys, war Mitglied der Blues Foundation Hall of Fame und der Rock and Roll Hall of Fame. King wurde 89, ebenso alt wie ....

... Elisabeth Wiedemann. Sie ist den meisten Deutschen bekannt als die Frau von "Ekel Alfred" in der ARD-Kultserie "Ein Herz und eine Seele". Sie war die letzte Überlebende des legendären Serienquartetts, zu dem noch Heinz Schubert, Hildegard Krekel und Diether Krebs gehörten. Wiedemann hatte ihre Karriere als Balletttänzerin in Berlin begonnen. 1951 holte sie kein Geringerer als Gustaf Gründgens ans Düsseldorfer Schauspielhaus. Ihren großen Durchbruch aber hatte sie als "Ekel Alfreds" Frau Else Tetzlaff, die sie von 1973 an rund 20 Episoden lang spielte. Wiedemann starb am 27. Mai.

Ihre Schauspielkollegin Edith Hancke galt als "Königin des Boulevard-Theaters". Sie war bekannt für ihre "Berliner Schnauze" und die kratzige Stimme. Zusammen mit ihrem Ehemann Klaus Sonnenschein stand sie lange gemeinsam auf der Bühne. Daneben trat sie in vielen Filmen auf; ihre großen Rollen hat sie hier in den 1950er-Jahren. Im Jahr 2000 erhielt sie die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk. Hancke starb mit 86 Jahren am 4. Juni.

Pierre Brice wurde in Deutschland vor allem durch die Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre berühmt. Er spielte in insgesamt elf Filmen den Apachen-Häuptling Winnetou. Seinen ersten Auftritt hatte er 1962 im "Schatz im Silbersee". Aber Brice trat auch in vielen weiteren Filmen auf. Er wurde oft ...

... mit Preisen ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 1992 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für sein Lebenswerk. Außerdem wurde er Ritter der Ehrenlegion für seine Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft und das europäische Kino. Im Alter von 86 Jahren starb Brice am 6. Juni in den Armen seiner Frau Hella.

Sein Schauspielkollege Christopher Lee wurde berühmt in seiner Rolle als "Graf Dracula", aber auch ...

... als James Bonds Widersacher in "Der Mann mit dem goldenen Colt". Zudem ist Lee bekannt aus Kinoerfolgen wie "Herr der Ringe" und "Star Wars". Meist war er der Bösewicht. Er spielte in mehr als 280 Filmen mit; seine Filmkarriere begann kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Lee wurde stattliche 93 Jahre alt, er starb am 7. Juni.

Der Bandleader James Last (eigentlich: Hans Last) war mit seinem 40-köpfigen Orchester ein Vertreter des "Easy Listening". Das Schnipsen mit den Fingern zum Takt wurde zu seinem Erkennungszeichen. Zu seinen bekannten Produktionen zählen Erkennungsmelodien erfolgreicher Fernsehserien wie "Der Landarzt" und "Das Traumschiff". Sein Werk wurde mit 17 Mal Platin ausgezeichnet. Last erhielt 208 Goldene Schallplatten und verkaufte mehr als 80 Millionen Tonträger. Seine Tourneekarriere beendete er im April 2015 mit seiner Abschiedstour "Non Stop Music". Last starb am 9. Juni mit 86 Jahren.

Harry Rowohlt war ein Multitalent: Schriftsteller, Übersetzer vieler Bücher aus dem Englischen, Vorleser, Autor, Original, Botschafter des irischen Whiskeys und ...

... seit 20 Jahren der "Penner" aus der TV-Serie "Lindenstraße". Seine Markenzeichen waren die wilde Mähne und der eindrucksvolle Bart. Sein größter Erfolg war "Pu der Bär" - von Rowohlt neu übersetzt, verkaufte sich die CD 250.000 Mal. Rowohlt starb am 15. Juni; er wurde 70 Jahre alt.

Der frühere türkische Staatspräsident und siebenmalige Regierungschef Süleyman Demirel starb am 20. Juni. Seine politische Laufbahn hatte in den 1960er-Jahren in der rechtskonservativen Gerechtigkeitspartei begonnen. 1965 wurde er das erste Mal Ministerpräsident. Von 1993 bis 2000 war er der neunte Staatspräsident der türkischen Republik. Demirel wurde 90 Jahre alt.

Der DDR-Devisenhändler und SED-Wirtschaftsfunktionär Alexander Schalck-Golodkowski war im Rang eines Staatssekretärs Chef der mächtigen "Kommerziellen Koordinierung" (KoKo) in der DDR. Er beschaffte für das Regime von Staatschef Erich Honecker Milliardensummen an Devisen. Er starb mit 82 Jahren am 21. Juni.

Der US-amerikanische Filmkomponist James Horner wurde vor allem bekannt für die Musik zu den Filmen "Braveheart", "Titanic", "Avatar - Aufbruch nach Pandora" und "Apollo 13". Für den Soundtrack zu "Titanic" und für den darin enthaltenen Song "My heart will go on", gesungen von Celine Dion, erhielt er je einen Oscar. Er stürzte am 22. Juni in Kalifornien mit einem Kleinflugzeug ab und kam dabei ums Leben. Horner wurde nur 61.

Der Name ist nicht so vielen geläufig, das Gesicht aber schon: Patrick Macnee wurde durch die 1960er-Jahre-Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" bekannt. Darin war er in der Rolle des Agenten John Steed der Inbegriff des britischen Gentleman alter Schule. Macnee hatte weitere Rollen im Fernsehen und in Spielfilmen, etwa in "Kampfstern Galactica", "Sherlock Holmes in New York" und "James Bond 007 - Im Angesicht des Todes". Er starb im Alter von 93 Jahren am 25. Juni.

Jewgeni Maximowitsch Primakow war ein russischer Diplomat, früherer Ministerpräsident und Geheimdienstchef. Der Politiker, der in seiner langen Karriere in der Sowjetunion und Russland auch als Außenminister diente, starb am 26. Juni mit 85 Jahren.

Die Bestsellerautorin Utta Danella gehörte seit ihrem Debütroman "Alle Sterne vom Himmel" von 1956 zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Sie schrieb insgesamt 43 Romane, meist leicht lesbare Liebesgeschichten, viele von ihnen wurden fürs Fernsehen verfilmt. Ihre Bücher verkauften sich mehr als 70 Millionen Mal. Danella starb Anfang Juli (das genaue Datum ist unbekannt) im Alter von 95 Jahren.

Die Hollywood-Legende Jerry Weintraub produzierte Kassenschlager wie "Ocean's Eleven" und "Karate Kid". Vor seiner Hollywoodkarriere brachte er Musiker groß raus. Zu seinen Erfolgen zählen Elvis Presley und Frank Sinatra. Der Produzent arbeitete zuletzt an einer neuen "Tarzan"-Verfilmung, die 2016 in die Kinos kommen soll. Er starb mit 77 Jahren am 6. Juli.

Der Schauspieler Omar Sharif hieß ursprünglich Maechel Chalhoub, er ist gebürtiger Ägypter. Er hatte 1962 mit "Lawrence von Arabien" an der Seite von Peter O'Toole seinen Durchbruch. "Doktor Schiwago", aber auch das Musical "Funny Girl" machten den Frauenschwarm zu einem weltweit gefragten Star.

Vor Kurzem war bei Sharif die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert worden. Er starb am 10. Juli im Alter von 83 Jahren.

Philipp Mißfelder war seit 2005 Bundestagsabgeordneter und seit 2009 außenpolitischer Sprecher der CDU. Von 2002 bis 2014 führte er die Junge Union Deutschlands als Vorsitzender. Er starb völlig überraschend am 13. Juli an einer Lungenembolie. Mißfelder wurde nur 35 Jahre alt.

Der Rennfahrer Jules Bianchi hatte sich im Oktober 2014 bei einem Formel-1-Unfall schwer verletzt. Er war in Suzuka mit seinem Wagen gegen einen Bergungskran gerast und hatte sich Verletzungen im Gehirn zugezogen. Er starb im Alter von 25 Jahren am 17. Juli.

Auch Bobbi Kristina Brown hatte lange zwischen Leben und Tod geschwebt - am 3. August verlor sie den Kampf. Ein halbes Jahr zuvor war sie mit dem Gesicht nach unten in einer Badewanne gefunden worden, seitdem hatte sie das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Ihre Mutter ...

... Whitney Houston (m) war im Februar 2012 ebenso leblos in einer Badewanne gefunden und bald darauf für tot erklärt worden. Browns Vater ist der Musiker Bobby Brown (r., Bild von 2004). Bobbi Kristina wurde nur 22.

Die BMW-Erbin und Unternehmerin Johanna Quandt nahm jahrelang aktiv Einfluss auf die Geschicke des Autobauers. Sie hatte in den 1950er-Jahren für den Unternehmer Herbert Quandt gearbeitet, den sie 1960 heiratete. Nach seinem Tod 1982 übernahm sie die Mandate in den Aufsichtsräten von BMW, Altana und anderen Gesellschaften. Ende der 1990er-Jahre übergab Quandt die unternehmerische Verantwortung an ihre beiden Kinder. Große Auftritte in der Öffentlichkeit scheute sie. Die zweitreichste Frau Deutschlands starb im Alter von 89 Jahren am 3. August.

Der DDR-Komponist Gerd Natschinski schrieb rund 400 Songs, darunter Schlager ebenso wie Kinderlieder. Zu seinem Werk zählen zudem 13 Musiktheaterstücke. Die erfolgreichsten waren "Mein Freund Bunbury" (1964) und "Messeschlager Gisela" (1960). Auch die Musik zu 70 Defa-Filmen stammt von ihm. Natschinski hat damit ein wesentliches Kapitel DDR-Musikgeschichte geschrieben. Er starb am 4. August kurz vor seinem 87. Geburtstag.

Der legendäre Jazz- und Swingmusiker Max Greger trat in Hunderten von Konzertsälen auf, nahm mehr als 150 Platten und CDs auf und produzierte rund 3000 Stücke. In seiner Karriere trat Greger mit Weltstars wie Louis Armstrong, Duke Ellington und Ella Fitzgerald auf. Viele Konzerte gab Greger gemeinsam mit Hugo Strasser, Peter Kraus und der SWR Big Band. Er starb im Alter von 89 Jahren am 15. August.

Gerhard Mayer-Vorfelder war von 2001 bis 2006 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zudem war er langjähriger Präsident des Bundesligisten VfB Stuttgart und DFB-Ligaausschuss-Vorsitzender, aber auch CDU-Politiker: von 1980 bis 2001 Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg und von 1980 bis 1991 Kultus- sowie von 1991 bis 1998 Finanzminister von Baden-Württemberg. Mayer-Vorfelder wurde 82 Jahre alt. Er starb am 17. August.

Der SPD-Politiker Egon Bahr war ein enger Vertrauter des SPD-Kanzlers Willy Brandt. Bahr galt als Architekt der neuen Ostpolitik, die von der Regierung Brandt umgesetzt wurde. Die Annäherung an Moskau und die DDR war eine wichtige Voraussetzung zur späteren Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas. Bahr saß noch ...

... bis 1990 im Deutschen Bundestag und äußerte sich lobend über die Reformpolitik von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion. Nach dem Fall der Mauer 1989/90 analysierte er in TV-Auftritten das neue Ost-West-Verhältnis. Bahr starb am 19. August mit 93 Jahren; er bekam ein Ehrengrab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte - das Land Berlin würdigte damit die besonderen Verdienste Bahrs um die Stadt.

Erika Zuchold war eine der erfolgreichsten deutschen Turnerinnen. Als erste Frau der Welt wagte sie im Vorfeld der Olympischen Spiele von Tokio 1964 den Flickflack auf dem Balken. In den Jahren danach wurde sie zum Turn-Weltstar: Balken-Weltmeisterin (Ljubljana 1970), Olympiasilber (Mexiko-City 1968; München 1972) und 14-fache DDR-Meisterin lautet ihre Erfolgsbilanz. Später trat die studierte Kunsterzieherin als Tänzerin auf und wurde Malerin und Bildhauerin. Sie starb am 22. August überraschend in ihrer Wahlheimat Paraguay, wo sie erst seit Juni lebte. Zuchold wurde 68.

Wes Craven, Regisseur von Horrorklassikern wie "Scream" oder "Nightmare - Mörderische Träume" (A Nightmare on Elm Street) hat über Jahrzehnte Horrorfilme geschrieben und gedreht und dabei einige der bekanntesten Werke des Genres geschaffen. Seine letzte Arbeit war die auf seinen Filmen basierende Fernsehserie "Scream", bei der er allerdings nur noch Produzent war. Craven starb am 30. August mit 76.

Barbara Brecht-Schall, die Tochter des Dramatikers Bertolt Brecht und der Schauspielerin Helene Weigel, gehörte lange dem Berliner Ensemble an und war die Nachlassverwalterin ihres Vaters. In dieser Funktion wachte sie streng über den Umgang der Theaterleute mit seinen Texten. Brecht-Schall war mit dem Schauspieler Ekkehard Schall verheiratet, der über die Jahrzehnte zum Brecht-Schauspieler schlechthin wurde. Sie starb im Alter von 84 Jahren am 31. August.

Der Kinderbuchautor Max Kruse war der Schöpfer der Figur des Urmel aus der Augsburger Puppenkiste. Die Geschichten von Urmel und seinen Freunden wurden weltweit mehr als 800.000 Mal verkauft. Insgesamt wurden Kruses Bücher in viele Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage liegt bei über drei Millionen Exemplaren. Mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher hat Kruse geschrieben. Sein künstlerisches Elternhaus hatte ihn geprägt: die Mutter war die Puppenmacherin Käthe Kruse, der Vater der Bildhauer Max Kruse. Kruse starb 93-jährig am 4. September.

Die Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut starb am 24. September, knapp zwei Monate vor ihrem 95. Geburtstag. Die Journalistin und Autorin hatte den rothaarigen Klabautermann vor mehr als 50 Jahren geschaffen. Seitdem treibt der meist unsichtbare Quälgeist in Hörspielen, Fernsehsendungen und Büchern sein Unwesen.

Der Literaturkritiker und Schriftsteller Hellmuth Karasek hatte zwölf Jahre lang neben Marcel Reich-Ranicki die ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" geprägt. Mehr als 20 Jahre lang war er Leiter des Kulturressorts beim "Spiegel". Seine Erfahrungen verarbeitete Karasek in dem Roman "Das Magazin". Bis ins hohe Alter ging er auf Lesereise und schrieb weiter. Karasek starb am 29. September mit 81 Jahren.

Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell wurde in Deutschland vor allem mit seinen Kriminalromanen berühmt, darunter seine Reihe rund um den Kriminalkommissar Kurt Wallander. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von mehr als 40 Millionen Exemplaren. Der 67-Jährige starb am 5. Oktober.

Die Fotografin Hilla Becher war gemeinsam mit ihrem 2007 verstorbenen Mann Bernd mit Aufnahmen von Hochöfen, Wasser-, Förder- und Kühltürme, Silos und Fabrikhallen in Europa und den USA bekannt geworden. Menschenleer, sachlich und kühl sind die Schwarz-Weiß-Serien, mit denen das Ehepaar weltberühmt wurde. Becher starb am 10. Oktober mit 81 Jahren.

Der Ex-SED-Funktionär Günter Schabowski, der fast beiläufig die Öffnung der Mauer verkündet hatte, starb am 1. November im Alter von 86 Jahren. Schabowski hatte sich im Gegensatz zu anderen DDR-Politgrößen zu Mitverantwortung und moralischer Schuld bekannt.

Helmut Schmidt war Senator in Hamburg, Verteidigungs- und Finanzminister und schließlich der fünfte deutsche Bundeskanzler - von 1974 bis 1982 Jahre lenkte er die Geschicke der Bundesrepublik. Doch die größte Popularität erlangte er erst im hohen Alter. Die Deutschen schätzten die klaren Analysen des SPD-Mannes, der sich stets treu geblieben war. Wem sonst hätte man ein Laster wie das ständige Rauchen verziehen? Bei Helmut Schmidt gehörte das einfach dazu. Noch im hohen Alter nahm er Stellung zu wichtigen politischen Themen der Zeit.

Am 10. November starb der Elder Statesman der Bundesrepublik im Alter von 96 Jahren. Mit einem bewegenden Staatsakt in Hamburg nahmen 1800 geladene Gäste am 23. November Abschied vom Altkanzler.

Kanzlerin Angela Merkel, Ex-US-Außenminister Henry Kissinger (am Pult) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz würdigten Schmidt in teils sehr persönlichen Erinnerungen als einen besonderen Menschen, dessen Tod eine Zäsur darstelle. Vor der Kirche St. Michaelis und auf den Straßen warteten Tausende Hamburger, um dem Ehrenbürger der Stadt "Tschüss" zu sagen.

Johanna Jacob, eine der drei noch verbliebenen Jacob Sisters, starb mit 76 Jahren am 25. November. Für ihre an Demenz erkrankte Schwester - die älteste aus der Gruppe der ehemals vier Jacob Sisters - sei es eine Erlösung gewesen, sagte ihre Schwester Rosi. Die blonden Frauen stammen aus Sachsen. Mehr als 50 Jahre lang standen sie zu viert singend und tanzend auf der Bühne und feierten Erfolge.

Luc Bondy war der Inbegriff des europäischen Kulturschaffenden. Seine zentraleuropäische Wurzeln, seine Kindheit in Frankreich und seine Regie-Erfolge auf Bühnen in Hamburg, Berlin, Wien, Paris und New York machten ihn zu einem der kosmopolitischsten Theaterleute. Er starb mit 67 Jahren am 28. November.

Der Dirigent Kurt Masur war ein Weltstar am Pult. Er prägte als langjähriger Orchesterchef in Leipzig und in New York jahrzehntelang die klassische Musik. Zugleich gehörte er zu den führenden Persönlichkeiten der friedlichen Revolution in der DDR. Der Dirigent litt seit Jahren an der Parkinson-Krankheit. Er starb am 19. Dezember im Alter von 88 Jahren.

Rolf Bossi war einer der bekanntesten Strafverteidiger Deutschlands. Immer wieder übernahm er Mandate in spektakulären Kriminalfällen. So verteidigte er den pädophilen Sexualverbrecher Jürgen Bartsch, den Gladbecker Geiselnehmer Dieter Degowski sowie einen der Entführer von Aldi-Gründer Theo Albrecht. Die Schauspielerin Ingrid van Bergen, die 1977 ihren Lebensgefährten erschossen hatte, zählte neben Romy Schneider wohl zu seinen bekanntesten Mandantinnen. Bossi starb am 22. Dezember im Alter von 92 Jahren.

Der Frontmann der britischen Heavy-Metal-Band Motörhead, Lemmy Kilmister, erlag am 28. Dezember einem Krebsleiden, von der er erst am 26. Dezember erfahren hatte. Der Sänger und Bassist war eine Rock'n'Roll-Legende. 1975 hatte Kilmister die Band Motörhead gegründet, mit der er 2015 das 40-jährige Jubiläum und mehr als 20 erschienene Platten feierte. Zu den bekanntesten Alben zählen "Ace of Spades" (1980) und "No Sleep 'til Hammersmith" (1981). Vor Motörhead war Kilmister Teil der Band Hawkwind.

Er war auch für seinen exzessiven Alkoholkonsum bekannt. Wegen gesundheitlicher Probleme Kilmisters hatte die Band in den letzten Jahren mehrmals Auftritte absagen müssen; er litt unter anderem an Diabetes. Er war am 24. Dezember 70 Jahre alt geworden.

Natalie Cole war Jazz-Sängerin und, Tochter des berühmten Pianisten Nat King Cole. Zu ihren Hits zählten "This Will Be" und "Unforgettable". Sie starb am 31. Dezember im Alter von 65 Jahren an Herzversagen in einer Klinik in Los Angeles. Ursache waren Komplikationen mit ihrer Nierentransplantation und ihrer Erkrankung an Hepatitis C, an der die ehemals Drogensüchtige wegen verunreinigter Spritzen seit 2008 litt. Nach ihrem Nierenversagen hatte sie eine Spenderniere von einem Fan erhalten. (abe/dpa)

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