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Bowie, Genscher, Muhammad Ali, Prince: Die Abschiede des Jahres 2016

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Wir blicken auf das Jahr 2016 zurück und erinnern an bekannte, berühmte, besondere Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Sport, Wissenschaft, Fernsehen und Wirtschaft, die in den vergangenen zwölf Monaten gestorben sind. (Foto: dpa)

Wir blicken auf das Jahr 2016 zurück und erinnern an bekannte, berühmte, besondere Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Sport, Wissenschaft, Fernsehen und Wirtschaft, die in den vergangenen zwölf Monaten gestorben sind.

Wir blicken auf das Jahr 2016 zurück und erinnern an bekannte, berühmte, besondere Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Sport, Wissenschaft, Fernsehen und Wirtschaft, die in den vergangenen zwölf Monaten gestorben sind.

Am 4. Januar starb der Unterhaltungskünstler Achim Mentzel überraschend im Alter von 69 Jahren. Todesursache war ein Herzinfarkt. Die Obduktion ergab, dass er an einem nicht erkannten Herzfehler gelitten hatte. Der gebürtige Ost-Berliner war eine Stimmungskanone ...

... und ein Vollblut-Entertainer. Er spielte zu DDR-Zeiten in verschiedenen Musikgruppen, überwiegend Schlager. Ab 1989 hatte er seine eigene TV-Show, "Achims Hitparade", erst im DDR-Fernsehen, dann bis zur Einstellung der Sendung 2006 im MDR. Er moderierte auch viele andere Fernsehshows und nahm 2010 an der Tanzshow Let's Dance auf RTL teil.

Ebenfalls am 4. Januar starb die deutsche Schauspielerin Maja Maranow - sie erlag dem Brustkrebs. Sie war seit Ende der 80er-Jahre eine feste Größe im deutschen Fernsehen, spielte in Dutzenden Filmen mit, etwa "Der König von St. Pauli" oder "Mein Leben - Marcel Reich-Ranicki" sowie im "Tatort", "Polizeiruf 110" oder "Derrick" und etlichen Mehrteilern. Maranow wurde nur 54 Jahre alt.

Der französische Schauspieler und Komiker Michel Galabru (l.) war in Deutschland vor allem durch seine Rolle als Vorgesetzter und Gegenpart von Louis de Funès in dessen Gendarm-Filmen bekannt. Bis vor Kurzem war er noch auf der Bühne zu sehen. Auch er starb am 4. Januar. Galabru wurde 93 Jahre alt.

Die Italienerin Maria Teresa de Filippis war die erste Frau, die bei einem Rennen der Formel-1-WM startete, 1958 beim Großen Preis von Belgien. Sie belegte in einem Maserati den zehnten und damit letzten Platz. 1959 beendete sie ihre aktive Karriere. Schon vor ihren Anläufen in der Formel 1 hatte sie Sportwagenrennen für Maserati bestritten. De Filippis starb im Alter von 89 Jahren am 8. Januar.

Am 10. Januar ging ein Schock durch die Musikwelt, als die Nachricht von David Bowies Tod bekannt wurde. Gerade noch hatte er am 8. Januar seinen 69. Geburtstag begangen und sein 25. Studioalbum "Blackstar" veröffentlicht; kurz darauf erlag er nach 18-monatigem Kampf seiner Krebserkrankung, die er vor der Öffentlichkeit verborgen hatte. Bowie war ...

... ein absoluter Ausnahmekünstler, einer der vielseitigsten Künstler überhaupt - schon als Musiker und Sänger. Hinzu kamen noch Film und Theater, er war zudem Produzent und Maler. In seiner mehr als 40 Jahre währenden Karriere ...

... zeigte der Brite eine große Wandlungsfähigkeit (die ihm den Spitznamen "Chamäleon des Pop" einbrachte) und beeinflusste nicht nur die Musik-, sondern auch die Modewelt, wie etwa durch seine Ziggy-Stardust-Kostüme.

Die Schauspielerin Ruth Leuwerik wurde mit starken Frauenrollen in den 1950er-Jahren zum Vorbild einer ganzen Generation. Großen Erfolg hatte sie mit den Kinofilmen "Die Trapp-Familie" und "Die Trapp-Familie in Amerika" (im Bild, 1958).

In den 60er-Jahren zog sich Leuwerik mehr und mehr aus dem Filmgeschäft zurück, trat aber gelegentlich in Fernseh-Produktionen auf. Leuwerik starb am 12. Januar; sie wurde 91 Jahre alt.

Alan Rickman war sehr vielseitig und spielte in unzähligen Theaterstücken und Kino- und Fernsehfilmen mit. Seinen internationalen Durchbruch feierte der britische Schauspieler in den 1980er-Jahren im Blockbuster "Stirb langsam" an der Seite von Bruce Willis. Außerdem spielte er mit Kevin Costner in "Robin Hood" den Sheriff von Nottingham. Für diese Rolle erhielt er den britischen Filmpreis BAFTA.

Rickman glänzte auch im Theater, etwa in verschiedenen Shakespeare-Dramen. "Gefährliche Liebschaften" gastierte sogar am New Yorker Broadway. Für seine Rolle in der Mini-Serie "Rasputin" gewann er einen Golden Globe als bester Schauspieler. Dank "Harry Potter" bekam er auch einen MTV Movie Award - für seine Rolle des Severus Snape.

Sein letzter Film war 2015 "Die Gärtnerin von Versailles" mit Kate Winslet; er spielte darin König Ludwig XIV. und führte Regie. Rickman starb am 14. Januar im Alter von 69 Jahren.

Wolfgang Schnur wurde in der Wendezeit 1989 in der DDR als Gründer der Oppositionsbewegung Demokratischer Aufbruch (DA) bekannt. Ende 1989 stellte er Angela Merkel als hauptamtliche Mitarbeiterin beim DA ein. Sie wurde im Januar 1990 seine Pressesprecherin und begann damit ihre politische Karriere.

Kurz darauf wurde bekannt, dass Schnur lange für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hatte; zwischen 1965 und 1989 wurde er als Informeller Mitarbeiter geführt. Noch als Parteichef des DA pflegte er Kontakte zur Stasi. Infolge der Enthüllungen trat Schnur als DA-Chef zurück und wurde aus der Partei ausgeschlossen. Er starb mit 71 Jahren am 16. Januar.

Glenn Frey, Mitbegründer der US-Rockband Eagles, Schöpfer von "Hotel California", "Life In The Fast Lane", Take It Easy" und vielen anderen Songs starb am 18. Januar mit 67 Jahren. 1971 gründete Frey die "Eagles" gemeinsam mit Schlagzeuger Don Henley. Mit den Kollegen Bernie Landon und Randy Meisner wurde die Band zum Inbegriff des "California Rock" und zu Plattenmillionären. Eine vorübergehende, 14 Jahre dauernde Trennung der Band wurde 1994 mit der "The Hell Freezes Over"-Tour beendet.

Der italienische Regisseur und Drehbuchautor Ettore Scola brachte während seiner langen Karriere Dutzende erfolgreiche Filme auf die Leinwand. Er galt als einer der "politischsten" Filmemacher des Landes, war lange Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens und wurde 1989 sogar Kulturminister in einem Schattenkabinett. In fast 40 Jahren drehte Scola insgesamt 41 Filme. Er gewann unter anderem 1976 in Cannes die Goldene Palme für die beste Regie und war auch für den Oscar nominiert. Am 19. Januar starb er im Alter von 84 Jahren.

Der englische Musiker Colin Vearncombe ist bekannt als Black, der mit "Wonderful Life" einen Superhit der 1980er-Jahre hatte. Der 53-Jährige aus Liverpool starb am 26. Januar an den Folgen eines Autounfalls. Auf seiner Facebook-Seite war nach seinem Tod zu lesen: "Colin Vearncombe. 26/5/1962 - 26/1/2016. You'll never walk alone" - die Hymne des FC Liverpool.

Maurice White war eins der Gründungsmitglieder von Earth, Wind & Fire. Die Ende der 1960er-Jahre in Chicago gegründete Funk-Band war in den 1970ern durch Hits wie "Boogie Wonderland" und "Shining Star" berühmt geworden. Im Jahr 2000 hatte der Schlagzeuger, Sänger und Songwriter öffentlich bekannt gegeben, dass er an Parkinson leide. White starb am 3. Februar, er wurde 74 Jahre alt.

Der Bestsellerautor und Fernsehmoderator Roger Willemsen gehörte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen.

Vor allem wurde er bekannt mit essayistischen Reisebüchern und der ZDF-Talksendung "Willemsens Woche". Willemsen starb am 7. Februar im Alter von 60 Jahren an Krebs.

Der frühere UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali starb am 16. Februar im Alter von 93 Jahren. Der Staatsmann aus Ägypten hatte unter anderem den Friedensvertrag seines Landes mit Israel ausgehandelt. Er ist bislang der einzige UN-Generalsekretär mit nur einer Amtszeit, zwischen 1992 und 1996 - auch weil er stets umstritten war. Als er 1992 sein Amt antrat, waren die Voraussetzungen schwierig: Die Zeiten waren unruhig, gerade war die Sowjetunion zusammengebrochen ...

... und später folgten der Völkermord in Ruanda und der Krieg auf dem Balkan. Dass er die Massaker in Ruanda nicht habe verhindern können, sei "der größte Misserfolg seiner Amtszeit", sagte er danach. Zudem legte sich Butros-Ghali immer wieder mit den USA an und versuchte, deren übermächtigen Einfluss bei den Vereinten Nationen zurückzudrängen. Die US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton reagierte gereizt und blockierte seine Wiederwahl.

Die US-Schriftstellerin Harper Lee starb im Alter von 89 Jahren am 19. Februar. Ihr 1960 veröffentlichter Roman "Wer die Nachtigall stört" (Originaltitel: To kill a Mockingbird) verkaufte sich rund 40 Millionen Mal und wurde 1961 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Bis heute ...

... ist das Buch über die Rassenprobleme in den USA der 1930er-Jahre in vielen Schulen Standardlektüre und gehört zu den meistgelesenen Büchern aller Zeiten. Mit Gregory Peck (l.) in der Hauptrolle wurde das Werk auch verfilmt und gewann drei Oscars.

Ebenfalls am 19. Februar starb Umberto Eco. Er wurde 84 Jahre alt. Eco war vor allem als Autor bekannt. Der Italiener machte sich aber auch als Philosoph und Sprachwissenschaftler einen Namen. Nach seinem Roman "Der Name der Rose", mit dem er schlagartig berühmt wurde, feierte er mit weiteren Veröffentlichungen internationale Erfolge: "Das Foucaultsche Pendel", "Die Insel des vorigen Tages" und "Baudolino" wurden internationale Bestseller.

"Der Name der Rose" wurde 1986 verfilmt, durch Jean-Jacques Annaud (Regisseur) und Bernd Eichinger (Produzent) mit Sean Connery als William von Baskerville und Christian Slater als Adson von Melk. Der Film bekam zahlreiche Preise, unter anderem den César für Annaud.

Mehrere Generationen von Kindern, aber auch von Eltern kannten den Mann mit Latzhose und Nickelbrille, der in seinem Bauwagen lebte und Natur und Technik einfach und verständlich erklären konnte: Der legendäre Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig, starb im Alter von 78 Jahren am 23. Februar.

Die ehemalige First Lady der USA, Nancy Reagan, starb am 6. März. Sie wurde 94 Jahre alt. Die frühere Filmschauspielerin war die zweite Frau des 2004 gestorbenen republikanischen Präsidenten Ronald Reagan, der von 1981 bis 1989 amtierte. Nancy Reagan spielte einst in mehreren erfolgreichen Filmen mit und lernte Ronald Reagan kennen, als der damals ebenfalls als Schauspieler in Hollywood arbeitete. 1952 heiratete das Paar.

Der James-Bond-Filmarchitekt Sir Kenneth Adam starb im Alter von 95 Jahren am 10. März. Der deutsch-britische Szenenbildner, ein gebürtiger Berliner, stattete unter anderem sieben "James Bond"-Filme aus und bekam zwei Oscars. 2012 wurde er auf dem Boulevard der Stars am Potsdamer Platz in Berlin mit einem Stern geehrt.

Der Sohn des legendären US-Sängers Frank Sinatra, Frank Sinatra Jr., starb am 16. März - während einer Konzerttournee. Er wurde 72 Jahre alt. Er arbeitete wie sein berühmter Vater als Sänger, Pianist, Schauspieler und Entertainer. 1963 war Sinatra Jr. kurzzeitig entführt und nach einer Lösegeldzahlung von 240.000 US-Dollar durch seinen Vater wieder freigelassen worden.

Guido Westerwelle gehörte seit den 1980er-Jahren zu den prägenden Figuren der bundesdeutschen Politik. Er war von 2001 bis 2011 FDP-Chef und von 2009 bis 2013 Bundesaußenminister.

Bei Westerwelle war im Juni 2014 - ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amt - eine besonders schlimme Form von Blutkrebs diagnostiziert worden. Er starb am 18. März im Alter von nur 54 Jahren.

Ebenfalls am 18. März starb der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth. Er war von 1978 bis 1991 fünfter Ministerpräsident des Bundeslandes. Auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik 1991 war der CDU-Politiker in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft stets aktiv. In Thüringen befasste sich Späth mit dem Umbau und der Sanierung von Jenoptik. Späth wurde 78 Jahre alt.

Der Jazzsänger Roger Cicero starb mit nur 45 Jahren an einem Hirninfarkt. Er hatte im November 2015 wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung seine Konzerttermine bis Jahresende abgesagt. Cicero hatte für Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest gesungen und mit "Frauen regier'n die Welt" den 19. Platz belegt. Er starb am 24. März, ...

... genau wie die niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff, der "einen harten Kampf mit dem Krebs" verlor. Der frühere Spielmacher war einer der besten Fußballer der Welt, wurde mit den Niederlanden 1974 Vize-Weltmeister und prägte auch als Trainer des FC Barcelona eine Ära. So führte Cruyff die Katalanen 1992 zum Sieg im Europapokal der Landesmeister, den er als Spieler dreimal mit Ajax Amsterdam gewonnen hatte. Cruyff wurde 68 Jahre alt.

Einer der wichtigsten Architekten der deutschen Einheit, Hans-Dietrich Genscher, starb am 31. März. Der FDP-Politiker wurde 89 Jahre alt. Genscher - Markenzeichen: der gelbe Pullunder - war 18 Jahre lang Außenminister. Er zählte in Deutschland viele Jahre zu den beliebtesten Spitzenpolitikern und zu den prägenden Persönlichkeiten der Liberalen.

Für Genscher das schönste Erlebnis seiner Amtszeit: am 30. September 1989 sagte er auf dem Balkon der Deutschen Botschaft in Prag (im Bild) zu DDR-Flüchtlingen die erlösenden Worte: "Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ...". Dass sie möglich geworden war, ging im Jubel unter. 1989/90 war er maßgeblich an den Verhandlungen zur deutschen Einheit beteiligt.

Der ungarische Schriftsteller Imre Kertesz starb am 31. März im Alter von 86 Jahren. Er wurde 2002 mit dem Literaturnobelpreis geehrt - sein wichtigstes Werk ist der "Roman eines Schicksalslosen" über seine Erfahrungen als Jugendlicher in den NS-Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald.

Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid erlag am selben Tag überraschend einem Herzinfarkt. Die "Königin der Kurven", wie sie genannt wurde, zählt zu den weltweit erfolgreichsten Architekten. Unter anderem entwarf sie das Olympische Schwimmstadion in London und das Nationalmuseum für moderne Kunst in Rom. Zaha Hadid wurde 65 Jahre alt.

Am 18. April starb die niederländische Schauspielerin und Theaterregisseurin Cox Habbema im Alter von 72 Jahren. Sie lebte und arbeitete ab 1969 bis Mitte der 1980er-Jahre größtenteils in der DDR und wirkte dort in vielen Spielfilmen und TV-Serien mit, auch an der Seite ihres Ehemannes, des Schauspielers Eberhard Esche (r.). Habbema verließ dann die DDR aus Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann und kehrte 1984 in die Niederlande zurück.

Guy Hamilton (r.) war ein britischer Regisseur, der vor allem durch seine Bond-Filme "Goldfinger", "Diamantenfieber", "Leben und sterben lassen" und "Der Mann mit dem goldenen Colt" bekannt wurde. Er zeichnete von 1952 bis 1989 für insgesamt 22 Filme verantwortlich. Hamilton starb am 20. April im Alter von 93 Jahren.

Einen Tag später schockierte die Todesnachricht von Prince die Musikwelt. Der Popstar sang, spielte Gitarre, Klavier und andere Instrumente. Zu seinen größten Erfolgen gehörten der Hit "Kiss" und der Film "Purple Rain" sowie Album und Song gleichen Namens. Aufgrund eines Streits mit Warner Bros. Records, bei denen er damals unter Vertrag stand, änderte er seinen Namen in ein nicht aussprechbares Symbol. Zwischenzeitlich trat er mit dem Schriftzug "Slave" auf seinem Gesicht auf. Oft wurde er als "The Artist Formerly Known As Prince" bezeichnet.

Mit seinem einzigartigen Stil zwischen R&B, Funk, Rock und Soul war er einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Künstler seiner Zeit. Er produzierte Alben und schrieb Songs für andere Musiker. Prince nahm hunderte Titel auf, die bis heute unveröffentlicht sind. Immer wieder experimentierte er mit verschiedenen Stilen. Im Laufe seiner über 30 Jahre langen Karriere verkaufte Prince mehr als 100 Millionen Tonträger.

Der Popstar wurde am 21. April kollabiert in einem Aufzug gefunden - Ursache war eine versehentliche Überdosis des starken Schmerzmittels Fentanyl, stellte die Gerichtsmedizin fest. Prince hatte kurz vor seinem Tod zwei Auftritte abgesagt, angeblich wegen Grippe. Er wurde nur 57 Jahre alt.

Uwe Friedrichsen starb am 30. April im Alter von 81 Jahren. Der gebürtige Altonaer war einer der bekanntesten Schauspieler in Deutschland. Gustaf Gründgens hatte ihn 1956 für seine legendäre "Faust"-Inszenierung ans Hamburger Schauspielhaus geholt, dessen Ensemble er bis 1968 angehörte. Danach war Friedrichsen in vielen Fernsehproduktionen zu sehen.

Margot Honecker, die Witwe des früheren DDR-Staats- und SED-Parteichefs Erich Honecker, ...

... starb am 6. Mai im Alter von 89 Jahren im chilenischen Exil. Sie war in der ehemaligen DDR lange Ministerin für Volksbildung, galt als kommunistische Hardlinerin und verteidigte die DDR bis zuletzt als das bessere System.

Der ehemalige CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep starb am 9. Mai; er wurde 90 Jahre alt. Kiep war ein liberaler Außenpolitiker und von 1984 bis 2000 Vorsitzender der sogenannten Atlantik-Brücke. Umstritten war Kiep wegen seiner Rolle in der CDU-Spendenaffäre.

Zwei Tage später starb der ehemalige Schlagzeuger der Band Trio, Peter Behrens. Er wurde 68 Jahre alt. Behrens hatte mit Sänger Stephan Remmler und dem Gitarristen Gert Krawinkel 1979 die Band Trio gegründet. Ihr Welthit "Da da da" wurde 1982 zu einer Hymne der Neuen Deutschen Welle. Nach der Trennung von Trio 1986 war Behrens in Bremerhaven und Wilhelmshaven Sozialarbeiter. Als Solokünstler hatte er keinen Erfolg.

Erika Berger galt als "Grande Dame der Sexberatung", ihre Tipps zu Sex- und Beziehungsproblemen waren legendär. Bekannt wurde sie in den 80er-Jahren als Sexspezialistin der Nation mit der RTL-Sendung "Call-In - eine Chance für die Liebe". Die Buchautorin und Moderatorin starb am 15. Mai im Alter von 76 Jahren.

Fritz Stern gehörte zu den berühmtesten Historikern der Gegenwart. Der unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnete Professor der Columbia University in New York war mehrfacher Ehrendoktor, unter anderem an den Universitäten Oxford und Princeton. Der 1926 in Breslau geborene Sohn jüdischer Eltern floh 1938 vor den Nazis in die USA und lebte seitdem in New York. Stern war am 2. Februar 90 Jahre alt geworden; er starb am 18. Mai.

Rupert Neudeck war Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e. V. und Journalist. Bekannt wurde er 1979 durch die Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge ("boat people") im Chinesischen Meer mit der Cap Anamur. Er starb am 31. Mai, im Alter von 77 Jahren.

Bei ihm ist der Titel "Legende" nicht zu hoch gegriffen: Muhammad Ali wusste, dass er ein ganz Großer war und tat das regelmäßig kund. "The Greatest" hat den Boxsport geprägt wie kein Sportler vor oder nach ihm. Ali wurde als Cassius Clay geboren, gab sich aber aus religiösen Gründen einen muslimischen Namen.

Seine Weltkarriere als Boxer begann mit seinem Olympiasieg 1960 in Rom (im Bild). Jahrelang verteidigte er den Weltmeistertitel im Schwergewicht. Unterbrochen wurde seine Karriere 1967, als er inmitten des Vietnamkriegs den Wehrdienst verweigerte.

Er beendete seine Karriere 1981. Die Box-Legende verlor am 3. Juni seinen 32 Jahre dauernden Kampf gegen Parkinson. Muhammad Ali wurde 74 Jahre alt.

Der Schauspieler Götz George ist einem Millionenpublikum neben vielen weiteren Rollen besonders als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung. Den schnodderigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet verkörperte er in 32 Jahren 48 Mal. Sein darin immer getragener Parka wurde als "Schimanski-Jacke" oder "Schimanski-Kutte" bekannt.

Eine seiner berühmtesten Kinorollen hatte der gebürtige Berliner als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in "Der Totmacher" von 1995.

In Satiren wie "Schtonk!" (im Bild) oder "Rossini" zeigte George sein komödiantisches Talent. 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Sechs Jahre später ...

... spielte er im TV-Drama "George" seinen eigenen Vater Heinrich, der wegen seiner Schauspieler-Karriere in der Nazi-Zeit umstritten war. 2014 wurde Götz George mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er starb am 19. Juni. Im Juli wäre er 78 Jahre alt geworden.

Die französische Schriftstellerin und Feministin Benoîte Groult starb am 20. Juni im Alter von 96 Jahren. Schon Groults erster Roman "La part des choses" thematisiert die Beziehungen zwischen Mann und Frau. Erst "Salz auf unserer Haut", ihr bekanntestes Buch, sei zu ihrem feministischen Befreiungsschlag geworden, schrieb sie in ihrer Autobiografie. Es wurde 1988 veröffentlicht.

Der Zeichner und Karikaturist Manfred Deix zählte zu den bekanntesten österreichischen Künstlern und zu den populärsten satirischen Zeichnern im deutschsprachigen Raum. 1972 hatte er erste Veröffentlichungen unter anderem im Magazin "Profil", später entwarf er Titelbilder für "Stern" und "Spiegel" sowie für "Pardon", "Titanic" und "Playboy". Wie kein anderer Zeichner verstand es Deix, das Milieu des Kleinbürgers auf bissige Weise abzubilden.

Sein Lieblingsmotiv war der Durchschnittsösterreicher mit seinen Skurrilitäten und Besonderheiten: Der perfide Hausmeister mit Blockwartgesinnung oder die mittelalterliche Frohnatur mit Mohairmantel und Trachtenhut auf dem streng ondulierten Haar. Sie wurden Teil seiner klassischen "Deix-Figuren", ein Begriff, der sogar im Duden zu finden ist. Deix veröffentlichte viele Bücher und war in verschiedenen Ausstellungen vertreten. Er starb am 25. Juni mit 67 Jahren.

Ein schwerer Schlag für viele Fans war der Tod von Bud Spencer am 27. Juni. Markige Sprüche und ein senkrechter Faustschlag auf den Kopf des Gegners - wohl niemand prügelte so kultig wie der italienische Filmstar.

Gemeinsam mit Terence Hill (l.) war Spencer, der als Carlo Pedersoli in Neapel geboren wurde, in Filmen wie "Vier Fäuste für ein Halleluja", "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" oder "Zwei Asse trumpfen auf" auch in Deutschland bei einem Millionenpublikum beliebt. Aber er war nicht nur Schauspieler, sondern auch ...

... Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent und Erfinder. Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein Studium aber ab. Später studierte er einige Semester Jura und arbeitete in Venezuela als Automanager. Bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor fünf Jahren sagte er: "Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens." Das dauerte 86 Jahre.

Der Holocaust-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel starb am 2. Juli im Alter von 87 Jahren. Der in Rumänien geborene Wiesel überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Wiesels Eltern und seine jüngste Schwester waren von den Nationalsozialisten getötet worden. Seitdem hatte sich der in New York lebende Schriftsteller für die Erinnerung an den Holocaust eingesetzt.

Am selben Tag starb der US-Regisseur Michael Cimino. Er wurde 77. Nach seinen großen Erfolgen mit Filmen wie "Die Letzten beißen die Hunde" und vor allem mit "Die durch die Hölle gehen" galt Cimino als das neue "Wunderkind" Hollywoods. Sein Vietnam-Kriegsfilm ...

... "Die durch die Hölle gehen" (im Bild, mit Robert de Niro) hatte 1979 fünf Oscars gewonnen - er sorgte bei der Berlinale im selben Jahr aber auch für einen Politskandal: Weil sich Vietnam durch den Film verunglimpft fühlte, zogen alle osteuropäischen Staaten ihre Filme aus dem Festival ab. Sein Spätwestern "Heaven's Gate" wurde von der zeitgenössischen Kritik verrissen und zu einem der größten Flops der Kinogeschichte. Heute gilt "Heavens Gate" aber als ein rehabilitiertes Meisterwerk.

Der iranische Drehbuchautor, Filmregisseur und Lyriker Abbas Kiarostami starb am 4. Juli. Er war einer der großen Regisseure des Weltkinos. 1997 wurde er bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme für seinen Film "Der Geschmack der Kirsche" ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt er bei den Filmfestspielen von Venedig diverse Preise für "Der Wind wird uns tragen".

Sein Film "Die Liebesfälscher" von 2010 mit Juliette Binoche gewann bei internationalen Wettbewerben neun Erste Preise. Kiarostami starb im Alter von 76 Jahren.

Am 7. Juli starb Wolfram Siebeck. Bis ins hohe Alter behielt der Gourmet, Gastronomiekritiker, Buchautor und Kolumnist seinen Biss. Er verstand sich als das kulinarische Gewissen Deutschlands, schrieb für Zeitungen und Zeitschriften wie "Twen", "Stern", dann viele Jahre für "Die Zeit", später auch für "Der Feinschmecker". Seine Kritiken waren oft umstritten, Leser störten sich am angeblich arroganten Ton und dem zur Schau getragenen Hedonismus - andere liebten ihn genau dafür. Er veröffentlichte viele Bücher, wurde selber zu einer Marke. Dazu trugen auch Fernsehsendungen mit ihm bei. Siebeck wurde 87.

Die Fernseh- und Hörfunk-Moderatorin Miriam Pielhau erlag am 12. Juli im Alter von 41 Jahren den Folgen einer Krebserkrankung. Vom Radiosender Eins Live über das Pro7-Magazin "taff" bis hin zu "Big Brother" bei RTL II - aus vielen Sendungen war Pielhau den Zuschauern und Zuhörern bekannt. Im Frühjahr 2008 wurde bei ihr Brustkrebs festgestellt. Ihre Erfahrungen mit der Krankheit beschrieb sie in ihren Büchern "Fremdkörper" und "Dr. Hoffnung".

Péter Esterházy starb am 14. Juli im Alter von 66 Jahren. Der ungarische Schriftsteller pflegte einen geistreichen post-modernen Stil. Bekannt wurde er unter anderem durch die Werke "Kleine ungarische Pornographie", "Donau abwärts" und "Harmonia Caelestis". Die meisten seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt; 2004 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Michael "Bommi" Baumann war Mitgründer der Terrororganisation "Bewegung 2. Juni", Haschrebell und Buchautor. Der 1947 in Berlin geborene Baumann gehörte zu den Mitgliedern der legendären "Kommune I" in Berlin und war in der Studentenbewegung aktiv, bevor er in den Untergrund ging. Er starb am 19. Juli.

Daniel Josefsohn war einer der wichtigsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Er wurde einem großen Publikum bekannt, als er Mitte der 90er-Jahre die Plakatkampagne "Miststück" für MTV gestaltete. Außerdem arbeitete Josefsohn für die Pop-Magazine "Tempo" und "Jetzt". 2010 bis 2012 war er Kreativdirektor der Berliner Volksbühne. Im November 2012 erlitt er einen Schlaganfall; seitdem war er halbseitig gelähmt. Von 2014 an dokumentierte Josefsohn für das "Zeit"-Magazin mit seiner Lebensgefährtin Karin Müller ein Jahr lang in einer Foto-Kolumne sein Leben vor und nach dem Hirnschlag. Er starb im Alter von 54 Jahren am 13. August, ...

... einen Tag vor Hermann Kant. Kant war einer der wichtigsten DDR-Schriftsteller und ein einflussreicher Funktionär in der ostdeutschen Kulturszene. Seine Romane "Die Aula", "Das Impressum" und "Der Aufenthalt" erzielten in der DDR Millionenauflagen. Kant wurde 90 Jahre alt.

Der Historiker Ernst Nolte wurde der breiteren Öffentlichkeit besonders durch den sogenannten Historikerstreit bekannt. Auslöser war ein Zeitungsartikel, den Nolte 1986 veröffentlichte. Darin geht es um den Nationalsozialismus als "Vergangenheit, die nicht vergehen will". Umstritten war darin insbesondere Noltes These, Hitler und der Nationalsozialismus seien eine Reaktion auf die "existenzielle Bedrohung" Deutschlands durch die russische Revolution gewesen. Nolte lehrte bis zu seinem Ruhestand an der Freien Universität Berlin. Er starb mit 93 Jahren am 18. August.

Am 24. August, wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag, starb Henning Voscherau. Der SPD-Politiker war von 1988 bis 1997 Hamburger Bürgermeister. Später war er auch Aufsichtsratsvorsitzender des russischen Gasprojekts South Stream, das aber 2014 gestoppt wurde. Auf Bundesebene wirkte er zuletzt als Vorsitzender der Mindestlohn-Kommission, musste das Amt im April 2015 aber aus gesundheitlichen Gründen abgeben.

Am selben Tag starb der FDP-Politiker Walter Scheel. Er war von 1961 bis 1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, bevor er 1969 Außenminister der sozialliberalen Koalition wurde. Als solcher war er maßgeblich an der Umsetzung der sogenannten Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt beteiligt, die mitten im Kalten Krieg auf eine Entspannung mit der DDR und der Sowjetunion setzte. Damals war diese neue Ostpolitik umstritten, heute wird sie als Grundstein für die Deutsche Einheit angesehen. Von 1974 bis 1979 war Scheel Bundespräsident. In dem Amt gab er sich volksnah und wurde als singender Bundespräsident ("Hoch auf dem gelben Wagen") populär. Scheel wurde 97.

Die französische Modeschöpferin Sonia Rykiel starb im Alter von 86 Jahren am 25. August. Wegen ihrer Strickkollektionen wurde Rykiel auch die "Königin des Strick" genannt. Sie war lange eine der markantesten Figuren der Pariser Modeszene. Aus den Anfängen in der Aufbruchsstimmung der 68er Bewegung wurde ihr Geschäft ein florierendes Familienunternehmen mit Millionenumsatz und Verkaufspunkten in Dutzenden Ländern.

Der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Gene Wilder zählte in den 1970er- und 1980er-Jahren zu Hollywoods bekanntesten Komikern. Mit skurrilen Komödien wie "Frankenstein Junior und "Die Glücksjäger" sowie als Willy Wonka in "Charlie und die Schokoladenfabrik" (1971, im Bild) brachte er Millionen zum Lachen. Wilder starb am 28. August. Er wurde 83.

Der autoritäre Präsident der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan, Islam Karimow, starb am 2. September mit 78 Jahren. Der Langzeit-Herrscher regierte in Taschkent seit 1989 mit harter Hand. Erst war er kommunistischer Parteichef; nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 wurde er zum ersten und bis zu seinem Tode einzigen Präsidenten des Landes gewählt. Die Stabilität seines Landes inmitten unruhiger Nachbarn wie Tadschikistan und Afghanistan sicherte er mit Druck und Gewalt. Karimows Regime galt neben dem abgeschotteten Turkmenistan als härteste Diktatur der Region.

Mehr als hundert Mal sprach Pfarrer Jörg Zink in der ARD "Das Wort zum Sonntag". Auch mit Filmen und Radiosendungen erreichte er viele Menschen und seine theologischen Bücher wurden millionenfach verkauft. Populärstes Werk dürfte die als Jörg-Zink-Bibel bekannte Bibelübersetzung sein. Zink starb mit 93 Jahren am 9. September.

Jutta Limbach war von 1994 bis zum Ende ihrer Amtszeit 2002 Präsidentin des Verfassungsgerichts. Unter ihrem Vorsitz traf der Zweite Senat viele wichtige Entscheidungen, beispielsweise zur Strafbarkeit früherer DDR-Agenten und Stasi-Mitarbeiter wegen ihrer Spionagetätigkeit, zur Teilnahme Deutschlands an der europäischen Währungsunion, zum Kinderexistenzminimum und zum Länderfinanzausgleich. Im Jahr 2008 wurde die Sozialdemokratin Präsidentin des Goethe-Instituts. Limbach starb am 10. September mit 82 Jahren.

Der Theater- und Filmschauspieler Hilmar Thate, Ehemann von "Paul und Paula"-Star Angelica Domröse, war ein Star in der DDR, feierte aber auch im wiedervereinigten Deutschland große Erfolge. Seit Anfang der 1950er- bis Ende der 1970er-Jahre hatte Thate das ostdeutsche Theater geprägt und war ein wichtiger Defa-Filmdarsteller. Nach seinem Protest gegen die Ausweisung von Wolf Biermann wurde er kaum noch besetzt und verließ 1980 mit seiner Frau die DDR.

In Theatern in West-Berlin, München und Wien begann Thate eine zweite Karriere, zudem sprach er etliche Hörbücher ein. Nach der Wende begeisterte er als "Der König von St. Pauli" und in anderen Produktionen auch das Fernsehpublikum. Das Angebot, "Tatort"-Kommissar zu werden, lehnte er dagegen ab. Am 14. September starb Thate; er wurde 85 Jahre alt.

Einen Tag später folgte ihm der Filmregisseur und Drehbuchautor Rolf Losansky. Er war mit seinen Defa-Kinderfilmen wie "Ein Schneemann für Afrika", "Moritz in der Litfaßsäule" oder "Das Schulgespenst" bekannt geworden. Für seine mehr als 20 Spielfilme erhielt er viele Auszeichnungen. Mit seinem letzten Defa-Film "Zirri, das Wolkenschaf" war er auf vielen internationalen Festivals präsent. Losansky wurde 85.

Gerwald Claus-Brunner war ein auffälliger Piraten-Politiker, für Latzhose, Kopftuch und markige Worte bekannt. Er gehörte zur Berliner Piratenfraktion, die 2011 als erste in einen Landtag einzog. Die Umstände seines Todes waren verworren; nach einigen Tagen kam heraus: Am 15. September tötete er einen 29-jährigen Bekannten und nahm sich zwei bis drei Tage später das Leben, im Alter von 44 Jahren. Am 19. September wurde er tot aufgefunden.

Hagen Liebing (r.) war ab 1986 Mitglied der Band Die Ärzte, die sich 1988 auflöste. Dabei war er zuständig für Bass und Hintergrundgesang. Bei der Neugründung der Band 1993 war Liebing, von den anderen Bandmitgliedern "The Incredible Hagen" genannt, nicht mehr dabei. Er starb am 25. September mit nur 55 Jahren. (Bild der "Ärzte" von 1987)

Der Schauspieler Hans Korte stand auf vielen großen Theaterbühnen und führte auch selbst Regie. Außerdem spielte er in Fernsehfilmen und Serien mit, darunter "Der große Bellheim" und "Der König von St. Pauli". Typisch für den gebürtigen Bochumer: seine markante Brille und seine liebenswert-grummeligen Charaktere.

Mit etwa 70 Jahren fing Korte an, Hörbücher prominenter Autoren einzusprechen. Für Aufnahmen wie "Das Parfüm" von Patrick Süskind oder "Erklärt Pereira" von Antonio Tabucchi erntete er großes Kritikerlob. Korte starb im Alter von 87 Jahren am 25. September.

Schimon Peres (M.) war länger als jeder andere für sein Land politisch aktiv. Er war zweimal Israels Regierungschef und mehrmals Minister. 1994 hatte er als Außenminister gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Izchak Rabin (r.) und PLO-Chef Jassir Arafat (l.) den Friedensnobelpreis erhalten.

Von 2007 bis 2014 war Peres Staatspräsident. Er hatte sich trotz seines hohen Alters bis zuletzt für eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern eingesetzt. Peres starb am 28. September; er wurde 93.

Der britische Stardirigent Neville Marriner war einer der Meister des Musikgeschäfts. Als Teenager studierte er Geige, später gehörte er als Violinist zum Londoner Symphonieorchester und gründete 1958 die Academy of St. Martin in the Fields. Dank des Soundtracks ...

... zum Film "Amadeus" wurden Marriner und sein Orchester einem großen Publikum bekannt. Noch bis kurz vor seinem Tod stand Marriner am Pult. "Ich würde sterben", sagte er einmal der "FAZ", "wenn ich aufhören würde zu dirigieren". Am 2. Oktober starb der Musiker im Alter von 92 Jahren.

Der polnische Regisseur und Oscarpreisträger Andrzej Wajda starb am 9. Oktober im Alter von 90 Jahren. Er war einer der größten Regisseure in der Geschichte des polnischen Kinos und Mitbegründer der polnischen Filmhochschule. Zu seinen größten Werken gehören "Das gelobte Land", "Danton" oder "Der Mann aus Marmor". 2000 erhielt er den Ehren-Oscar ...

... und auf der Berlinale 2006 den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Sein letzter Film kam 2013 in die Kinos: "Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung".

Tamme Hanken half Pferden, Hunden und zu Weihnachten sogar Rentieren auf die Sprünge. Der wuchtige Tierexperte befreite sie von Schmerzen und machte ihre Besitzer glücklich. Hanken war Zuschauern seit 2008 im NDR-Fernsehen und auf Kabel eins durch verschiedene Formate als "XXL-Ostfriese" und "Knochenbrecher on Tour" bekannt. Wegen seiner lockeren Sprüche war er gern gesehener Gast in Talkshows. Aus ganz Deutschland und der Schweiz kamen Tierbesitzer und suchten Rat bei ihm. Am 10. Oktober erlag der 56-Jährige völlig überraschend einem Herzversagen.

Der italienische Nobelpreisträger Dario Fo starb am 13. Oktober. Er arbeitete auch als Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner. Der Autor war für seinen Sprachwitz bekannt und wurde auch als Polit-Clown bezeichnet. Fo thematisierte in seinen Werken auch die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden. Er war rund 40 Mal wegen Beleidigung und Verhöhnung der Mächtigen vor Gericht geladen, mehrmals wurde er von der Bühne abgeführt. Fo wurde 90 Jahre alt.

Der thailändische König Bhumibol Adulyadej starb mit 88 Jahren ebenfalls am 13. Oktober, nach langer Krankheit - er hatte die letzten Jahre überwiegend im Krankenhaus verbracht. Er war seit mehr als 70 Jahren im Amt und damit der am längsten amtierende Monarch der Welt. Bhumibol hatte zwar auf dem Papier vorwiegend repräsentative Aufgaben, doch hatten Palast und Kronrat hinter den Kulissen enormen politischen Einfluss. Keine Regierung konnte sich ohne das Wohlwollen des Königs lange halten. Der jüngste Militärputsch fand im Mai 2014 statt.

Der Monarch war nicht nur der dienstälteste der Welt, sondern auch enorm populär in seinem Reich; er wurde gottähnlich verehrt. Nach seinem Tod ordnete die Militärregierung ein Jahr Staatstrauer an.

Manfred Krug war einer der populärsten deutschen Film- und Fernsehschauspieler; ein Mann mit vielen Talenten und mehreren Karrieren - er war nicht nur Schauspieler, ...

... sondern auch Sänger und Autor. In Duisburg geboren, wuchs er später in der DDR auf und wurde dort zum Star, bevor er sich politisch unbeliebt machte, ein "Teilberufsverbot" erhielt und in den Westen ausreiste. Dort startete er eine zweite, sehr erfolgreiche Karriere - "Auf Achse", ...

... als "Liebling Kreuzberg" und im "Tatort". 2013 wurde Krug das Bundesverdienstkreuz für sein künstlerisches Schaffen verliehen. Er starb im Alter von 79 Jahren am 21. Oktober.

Der Sänger der britischen Band "Dead or Alive", Pete Burns, starb am 23. Oktober im Alter von 57 Jahren an Herzversagen. Mit "You spin me round" landete Burns 1985 einen Hit. Mit seiner Solokarriere dagegen war er weniger erfolgreich. Komplikationen bei Schönheitsoperationen machten dem alternden Sänger zuletzt immer wieder zu schaffen. Dem "Guardian" zufolge unterzog sich Burns mehr als 300 Eingriffen. (Bild von 2011)

Karierte Mütze, blonde Perücke, schwarze Samtjacke und rote Fliege: So haben Generationen von Kindern den russischen Clown Oleg Popow kennengelernt. Er begeisterte Millionen und war einer der bekanntesten Zirkusartisten - in Ost und West. Selbst im hohen Alter zog es ihn immer wieder in die Manege: er starb 86-jährig während einer Tournee. Am 2. November schlief er friedlich vor dem Fernseher ein.

Wenige Tagen später, am 7. November, ging die nächste Schockwelle durch die Musikwelt: der kanadische Sänger und Songwriter Leonard Cohen war gestorben, im Alter von 82 Jahren. Mit einem sehr morbiden Album und bei einem Interview im "New Yorker" hatte er zuletzt angedeutet, dass er sich dem Sterben nah fühle.

Cohen war mit Songs wie "Hallelujah" und "Suzanne" weltberühmt geworden. Zuvor hatte er bereits Gedichte und Romane geschrieben. Den Durchbruch als Musiker hatte Cohen in den 60er-Jahren in New York, wo er im legendären Chelsea Hotel lebte und Kollegen wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Janis Joplin kennenlernte - Letzterer setzte er im Song "Chelsea Hotel No. 2" ein Denkmal. Cohen war sein Leben lang zutiefst spirituell und galt stets als Frauenheld.

Der US-amerikanische Schauspieler Robert Vaughn, der in Filmen wie "Bullitt" und "Die Brücke von Remagen" mitspielte, starb am 11. November an Leukämie. Er wurde 83 Jahre alt. Vaughn spielte in vielen Kino-Klassikern mit, bekannt machte ihn aber seine Rolle als Napoleon Solo in der Fernsehserie "Solo für O.N.C.L.E.". Die Agenten-Serie war in den 60er-Jahren in den USA ein großer TV-Hit.

Am selben Tag starb die Schriftstellerin Ilse Aichinger, kurz nach ihrem 95. Geburtstag. Die österreichische Dichterin stammte aus einer jüdischen Familie und überlebte die Nazi-Zeit gemeinsam mit ihrer Mutter in einem Versteck in ihrer Geburtsstadt Wien. 1948 wurde sie mit dem Roman "Die größere Hoffnung" schlagartig bekannt. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Hörspiele wie "Knöpfe" wurde sie mit vielen Auszeichnungen geehrt.

Leon Russell begeisterte vor allem Rockfans mit seiner von Gospel, Blues, Jazz und Countrymusik inspirierten Musik. Der US-amerikanische Sänger und Songwriter mit der rauchigen Stimme und den flinken Fingern an der Gitarre und auf dem Piano war auch äußerlich unverkennbar: Er hatte einen langen weißen Bart und lange, schlohweiße Haare hinunter. Russell starb am 13. November mit 74.

Hans Joachim Wolfram wurde in der DDR bekannt durch die Sendung "Außenseiter Spitzenreiter"; er moderierte sie erstmals 1972. Manche Staatsoberen beäugten die Sendung argwöhnisch, weil sie oft auf verschmitzt-ironische Weise kleine Spitzen gegen das System enthielt. Sie zeigte den Mangel im Alltag und den erfindungsreichen Umgang vieler Bürger damit. Wolframs Schlussworte am Ende einer Sendung wurden zum Kult: "Bleiben Sie schön neugierig!". Die Sendung überlebte die Wende; 2011 übergab er an seine Nachfolgerin Madeleine Wehle. Wolfram starb am 16. November mit 82 Jahren.

Diese Frau hatte "Feuer im Hintern" und Soul im Herzen. Mit den Dap Kings legte Sharon Jones eine große Musikkarriere hin. Bekannt wurde sie ab 2002 durch mehrere Alben mit der Band. Insgesamt brachte Jones sieben Alben auf den Markt, zuletzt 2015 eins mit dem Titel "It's a Holiday Soul Party". Jones verlor am 18. November ihren Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs und starb mit nur 60 Jahren.

Der britische Fotograf und Filmemacher David Hamilton wurde am 25. November in seiner Pariser Wohnung tot, mit einer Plastiktüte über dem Kopf, aufgefunden. Nach Polizeiangaben hat er vermutlich Selbstmord begangen. Einige seiner ehemaligen Models hatten ihm wenige Tage zuvor sexuellen Missbrauch vorgeworfen. Hamilton bestritt dies. In den 1960er- und 1970er- Jahren war er mit Aktfotos von jungen Mädchen bekannt geworden, aufgenommen in nebligem, traumhaftem Ambiente. Hamilton galt als Inbegriff des "Weichzeichners" in der Fotografie. Er wurde 83.

In Kuba endete am 25. November eine Ära: Ex-Präsident, Revolutions-Ikone, "máximo líder" Fidel Castro war im Alter von 90 Jahren gestorben. Er überlebte hunderte Mordanschläge und war fast ein halbes Jahrhundert an der Macht. "Wenn ich einmal sterbe, dann wird es niemand glauben", sagte er einmal.

Schon als Kind empfand er die sozialen Verhältnisse auf Kuba als zutiefst ungerecht. Als junger Rechtsanwalt nahm er den Kampf gegen Diktator Fulgencio Batista auf. Nach dem gescheiterten Überfall auf die Moncada-Kaserne 1953 und einigen Jahren im Exil landete er Ende 1956 mit rund 80 Mitkämpfern auf Kuba und begann in den Bergen den Guerillakampf. Im Januar 1959 zogen seine Truppen siegreich in Havanna ein. Castro regierte Kuba 47 Jahre lang. Er trotzte in der Zeit zehn US-Präsidenten.

Auch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug 2006 bestimmte er als graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit. Die historische Aussöhnung zwischen Kuba und den USA, die in dem Besuch von Präsident Barack Obama in Havanna im März 2016 gipfelte, verfolgte Fidel Castro mit unüberhörbarer Skepsis. Mit seinem Tod bricht in Kuba ein neues Zeitalter an. Sein Bruder Raúl, der die Staatsgeschäfte seit 2008 führt, wagt den Wandel durch Annäherung - Obamas Besuch war ein erster Meilenstein des neuen Kurses.

Peter Hintze, Bundestagsvizepräsident und früherer CDU-Generalsekretär, starb am 26. November im Alter von 66 Jahren. Der studierte Pfarrer gehörte zum kleinen Kreis von Unions-Vertrauten, die Kanzlerin Angela Merkel lange und gut kennt. Für seine Überzeugungen kämpfte er unermüdlich - etwa gegen das Verbot der Präimplantationsdiagnostik. In seiner Zeit als CDU-Generalsekretär setzte Hintze unter anderem die Einführung der Frauenquote in seiner Partei durch.

Wegen seiner scharfen Attacken auf politische Gegner eckte er damals auch an. Legendär waren seine "Rote-Socken-Kampagnen", mit denen er die SPD vor allem im Bundestagswahlkampf 1994 wegen ihrer Zusammenarbeit mit der damaligen PDS in Sachsen-Anhalt attackierte.

Die Schauspielerin und Sängerin Gisela May starb am 2. Dezember im Alter von 92 Jahren. Die wandlungsfähige Künstlerin war am Theater Brechts "Mutter Courage" - ihre wichtigste Bühnenrolle, die sie von 1978 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Berliner Ensemble 1992 spielte - (im Bild, 1978) ...

... und die "Muddi" im TV-Erfolg "Adelheid und ihre Mörder" an der Seite von Evelyn Hamann. Berühmt wurde sie ...

... als ausdrucksstarke Interpretin von Brecht-Weill-Chansons. Ihre Soloabende bescherten Gisela May über Jahrzehnte Triumphe - von der New Yorker Carnegie Hall bis zur Mailänder Scala.

In der Fantasyserie "Game of Thrones" spielte er den weisen gelehrten Maester Aemon. Am 6. Dezember ist der Schauspieler Peter Vaughan mit 93 Jahren gestorben. Weltweit auf den Bildschirmen präsent war der Brite erst im hohen Alter durch seinen Part in der US-Serie. Als blinder Gelehrter beriet dieser die Männer der Nachtwache, die das Königreich Westeros gegen Eindringlinge aus dem Norden schützen. In dieser Rolle war Vaughan von der ersten bis zur fünften Staffel (2011 bis 2015) immer wieder mal zu sehen, ehe Maester Aemon hochbetagt den Serientod starb.

Hildegard Hamm-Brücher war die "Grande Dame" der deutschen Politik. Über Jahrzehnte prägte sie die Politik der Liberalen, als Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt unter Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Die Krönung ihrer Laufbahn blieb ihr versagt: Als Hamm-Brücher 1994 für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte, opferte ihre Partei sie im dritten Wahlgang dem Koalitionskalkül - Staatsoberhaupt wurde Unionskandidat Roman Herzog.

Nach 50 Jahren in der FDP gab Hamm-Brücher 2002 ihr Parteibuch ab - wegen antiisraelischer Äußerungen des damaligen Parteivizevorsitzenden Jürgen Möllemann. Sie starb am 7. Dezember im Alter von 95 Jahren.

Der Astronaut John Glenn, der als erster US-Amerikaner die Erde umkreiste, starb am 8. Dezember im Alter von 95 Jahren. "Ein wahrer amerikanischer Held", schrieb darauf die Nasa. Glenn umrundete 1962 als erster US-Amerikaner in einem Raumschiff die Erde. In der Mercury-Kapsel "Friendship 7" brauchte er fünf Stunden.

Später war er auch noch US-Senator und wurde 1998 mit 77 Jahren zum ältesten Menschen im All. Im Mai 2012 wurde ihm von US-Präsident Barack Obama die US-Freiheitsmedaille ("Presidential Medal Of Freedom") verliehen.

Die Schauspielerin Zsa Zsa Gabor wurde fast 100 Jahre alt. Die ehemalige "Miss Ungarn" war weniger für ihre Filme als vielmehr ...

... für ihre vielen Ehen und Affären mit prominenten Männern bekannt - in den letzten Jahren hatte sie mit ihrem achten Ehemann, dem 26 Jahre jüngeren Frederic Prinz von Anhalt, zusammengelebt, der ihr hier zu ihrem 95. Geburtstag eine Torte überreicht. Gabor starb am 18. Dezember - am 6. Februar 2017 wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Die Band Status Quo hatte einige der größten Rock-Hits wie "Down Down" und "Rockin' All Over The World" - Rick Parfitt (l.) war fast ein halbes Jahrhundert als Rhythmusgitarrist und Sänger bei Status Quo dabei. Er und Frontmann Francis Rossi (r.) wirkten zum Schluss wie ein altes Ehepaar, das sich noch lange nicht von Jeans und Gitarren trenne wollte.

Parfitt starb am 24. Dezember im Alter von 68 Jahren im spanischen Marbella; nach Angaben seines Managers an den Folgen einer Infektion nach einer Operation an der Schulter.

Völlig überraschend starb am 25. Dezember George Michael, der Sänger des Weihnachtsklassikers "Last Christmas" - an einem Herzinfarkt, im Alter von nur 53 Jahren. Nach Aussagen seines Managers ist er friedlich zu Hause gestorben, es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden.

George Michael wurde in den 1980er-Jahren mit der Band Wham! berühmt und feierte später als Solokünstler große Erfolge, auch mit seinen innovativen Videoclips.

Zu seinen größten Hits zählen Titel wie "Freedom", "Faith" oder "Jesus To A Child". In seiner fast 40-jährigen Karriere hat er mehr als 100 Millionen Alben verkauft und zwei Grammys gewonnen.

Ebenfalls am 25. Dezember starb die US-Astronomin Vera Rubin. Sie hatte die Existenz Dunkler Materie nachgewiesen, eines der großen Mysterien des Universums. Sie war auch eine Vorkämpferin für die Rechte von Frauen in der Wissenschaft. Der renommierte Astronomie-Fachbereich der Universität Princeton, der nur Männer akzeptierte, verwehrte ihr den Studienplatz; sie studierte dann an der Cornell- und promovierte an der Georgetown-Universität. 1993 wurde Rubin von US-Präsident Bill Clinton mit der Medaille für Wissenschaften ausgezeichnet.

"Der letzte Hüter der D-Mark": Bei Einführung des Euro forderte Hans Tietmeyer Stabilität ein und warnte vor möglichen Gefahren. Er stand 1993 bis 1999 an der Spitze der Deutschen Bundesbank und galt als Garant einer stabilitätsorientierten Geldpolitik. Bei der Einführung des Euro trat er für solide Staatsfinanzen ein. Als CDU-Mitglied verfasste Tietmeyer 1982 für den FDP-Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff das "Lambsdorff-Papier", das den Bruch der sozialliberalen Regierung und den Sturz von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) einleitete. Die RAF scheiterte 1988 mit einem Anschlag auf Tietmeyer. Er starb am 27. Dezember im Alter von 85 Jahren.

Carrie Fisher wurde als Prinzessin Leia in der "Star Wars"-Serie berühmt. Damals war die US-Schauspielerin, Tochter der Hollywood-Promis Debbie Reynolds und Eddie Fisher, gerade 20. Im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere drehte sie mit Größen wie Laurence Olivier, John und James Belushi, Woody Allen und Warren Beatty.

Sie spielte in Filmen wie "Blues Brothers" und "Harry und Sally" mit. Auch am Broadway und auf anderen Bühnen war sie zu Hause. Fisher starb ebenfalls am 27. Dezember im Alter von 60 Jahren. Sie hatte wenige Tage zuvor im Flugzeug eine Herzattacke erlitten.

Tragischerweise folgte ihr am Tag darauf ihre Mutter Debbie Reynolds (hier beide im Januar 2015). Sie erlag mit 84 Jahren einem Schlaganfall.

Reynolds gewann 1948, mit 16 Jahren, einen Schönheitswettbewerb in Kalifornien; so wurde Warner Brothers auf sie aufmerksam. Ihren Durchbruch verdankte sie Gene Kelly (l.), der sie 1952 zur Partnerin in dem Musical "Singin' in the Rain" und damit über Nacht zum Star machte. Danach wirkte Reynolds in Dutzenden Filmen mit, darunter in "Tammy", "Scheidung auf Amerikanisch" und dem Musikfilm "Goldgräber-Molly", der ihr 1964 auch eine Oscar-Nominierung einbrachte.

Ebenfalls am 28. Dezember starb Knut Kiesewetter. Mit 15 Jahren stand er erstmals als Musiker auf einer Bühne. Mit 18 trat er im Hamburger "Indra" gemeinsam mit den damals noch fast unbekannten Beatles auf. Nachdem er sich das Komponieren und Texten selbst beigebracht hatte, veröffentlichte er mit 19 Jahren seine erste Single. Rund 800 Lieder folgten, auch für andere Künstler. Als Produzent arbeitete er mit Hannes Wader und Volker Lechtenbrink zusammen. Er moderierte eine eigene TV-Serie, verdiente sein Geld mit Ostfriesenwitzen, war Professor an der Hamburger Musikhochschule. Mit plattdeutschen Liedern wurde Kiesewetter in den 1970er-Jahren "Platten-Millionär". Vor zehn Jahren hängte er seinen Job als Profi-Musiker an den Nagel. Er wurde 75. (abe/dpa)

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