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Freitag, 30. Dezember 2011

Rückblick 2011: Die Abschiede des Jahres

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Der britische Charakterdarsteller Pete Postlethwaite zeigte in vielen britischen und US-Produktionen wie "Der letzte Mohikaner", "Der ewige Gärtner" oder "Brassed Off" als wichtiger Nebendarsteller sein markantes Gesicht. Zuletzt war er 2010 auch in "Inception" zu sehen. 1993 wurde er für seine Rolle als Vater eines Kleinkriminellen in "Im Namen des Vaters" für einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" nominiert. Postlethwaite hatte in den letzten Monaten vor seinem Tod trotz seiner Krebserkrankung weitergearbeitet. Er starb am 2. Januar.

Der britische Charakterdarsteller Pete Postlethwaite zeigte in vielen britischen und US-Produktionen wie "Der letzte Mohikaner", "Der ewige Gärtner" oder "Brassed Off" als wichtiger Nebendarsteller sein markantes Gesicht. Zuletzt war er 2010 auch in "Inception" zu sehen. 1993 wurde er für seine Rolle als Vater eines Kleinkriminellen in "Im Namen des Vaters" für einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" nominiert. Postlethwaite hatte in den letzten Monaten vor seinem Tod trotz seiner Krebserkrankung weitergearbeitet. Er starb am 2. Januar.

Der britische Charakterdarsteller Pete Postlethwaite zeigte in vielen britischen und US-Produktionen wie "Der letzte Mohikaner", "Der ewige Gärtner" oder "Brassed Off" als wichtiger Nebendarsteller sein markantes Gesicht. Zuletzt war er 2010 auch in "Inception" zu sehen. 1993 wurde er für seine Rolle als Vater eines Kleinkriminellen in "Im Namen des Vaters" für einen Oscar als "Bester Nebendarsteller" nominiert. Postlethwaite hatte in den letzten Monaten vor seinem Tod trotz seiner Krebserkrankung weitergearbeitet. Er starb am 2. Januar.

Die brandenburgische Dichterin und Autorin Eva Strittmatter starb am 4. Januar. Die Frau des Romanautors Erwin Strittmatter wollte immer mehr sein als nur die Ehefrau eines berühmten Schriftstellers. Als Lyrikerin ist ihr das auch gelungen. Neben ihren Gedichtveröffentlichungen schrieb Eva Strittmatter auch Prosa für Erwachsene und Kinder.

Der Bildhauer Jo Jastram hat mit seinen Arbeiten zum Thema Wasser vor allem in ostdeutschen Städten viele Spuren hinterlassen. Als bekanntestes seiner Werke gilt der "Brunnen der Lebensfreude" am Universitätsplatz in Rostock, eine Gemeinschaftsarbeit mit Reinhard Dietrich. Bekannt sind auch der "Fischerbrunnen" in Greifswald sowie die "Afrikanische Reise" im Rostocker Stadthafen. Jastram starb am 7. Januar mit 82 Jahren.

Hellmut Lange, Darsteller dutzender Filme und Fernsehserien und ein Pionier des deutschen Fernsehens, starb am 13. Januar nach langer Krankheit in Berlin, wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag. Unter anderem spielte Lange die Titelrolle im Vierteiler "Die Lederstrumpf-Erzählungen" von 1969 sowie in Edgar-Wallace-Verfilmungen und im legendären Straßenfeger "Das Halstuch" von 1961.

Der deutsche Produzent Bernd Eichinger erlag am 24. Januar im Alter von 61 Jahren einem Herzinfarkt. Er war "unser Mann in Hollywood" und zählte zu den internationalen Größen im Filmgeschäft. "Ich liebe Filmemachen, das ist mein Leben" war sein Motto. Trotz vieler Erfolge musste er lange um Anerkennung kämpfen. Zu seinen rund 70 Filmen gehören Oscar-prämierte Streifen wie "Der Untergang" und "Nirgendwo in Afrika".

John Barry, der Komponist berühmter James-Bond-Titelmelodien aus Filmen wie "Goldfinger" und "Man lebt nur zweimal", starb am 30. Januar im Alter von 77 Jahren. Zum Welthit war vor allem das Titellied von "Goldfinger" geworden, mit dem Shirley Bassey als Sängerin ihren größten Erfolg feierte. Auch in den Bond-Filmen "Moonraker" und "Diamantenfieber" interpretierte Bassey Barrys Kompositionen. Barry gewann fünf Oscars und vier Grammys.

Peter Alexander war die personifizierte heile Welt. Ein Tausendsassa, der für die Unterhaltung zu leben schien, mit Talenten als Sänger, Schauspieler und Entertainer. Der "Star der kleinen Leute", der mit jungenhaftem Charme verzauberte, wollte seine Heimatstadt Wien nie verlassen. Dort starb er am 12. Februar im Alter von 84 Jahren. Nach dem Tod seiner Frau und Tochter hatte er sich zurückgezogen - der von Millionen Menschen Bewunderte starb einsam.

Eine der letzten Göttinnen Hollywoods: Die US-amerikanische Schauspielerin Jane Russell starb am 28. Februar im Alter von 79 Jahren. Bekannt wurde "Hollywoods Busenwunder" durch den Film "Outlaw", der wegen seiner moralischen Anstößigkeit erst neun Jahre nach Fertigstellung 1941 in die Kinos kam. Ein weiterer Erfolg war "Blondinen bevorzugt" an der Seite von Marilyn Monroe. Später distanzierte sie sich von ihrem Image als Verführerin und trat für konservative Werte ein. Russell hatte drei Adoptivkinder, war einmal geschieden und zweimal verwitwet.

Ebenfalls am 28. Februar starb Annie Girardot. Sie wurde 79 Jahre alt. Die französische Schauspielerin, die zuletzt an der Alzheimer-Krankheit litt, kann auf mehr als 100 Filme zurückblicken und galt als eine der Großen des französischen Filmgeschäfts. Zu ihren Erfolgen zählten Filme wie "Rocco und seine Brüder" (1960) von Luchino Visconti mit Alain Delon oder "Drei Zimmer in Manhattan" (1965) von Marcel Carné, für den sie auf der Biennale in Venedig den Preis der besten Darstellerin erhielt. "Aus Liebe sterben" (1970) machte sie zum Weltstar.

Elizabeth Taylor machte mit ihrem Privatleben ebenso Schlagzeilen wie mit ihren Filmen. Sie war eine der letzten Diven des alten Hollywood. Zu ihren bekanntesten Filmen gehören "Die Katze auf dem heißen Blechdach", "Kleopatra" und "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?". In fünf Jahrzehnten auf der Leinwand bekam sie zwei Oscars, zugleich verfolgte die Öffentlichkeit ihr turbulentes Privatleben: acht Ehen, davon zwei mit Richard Burton, viele Affären, Glamour, aber auch Alkoholismus und Depressionen. Die Leinwandikone starb am 23. März mit 79 Jahren.

Die Schauspielerin Witta Pohl starb am 4. April 2011 im Alter von 73 Jahren. Neben ihrer Bühnenkarriere spielte sie ab Mitte der 1960er Jahre über 90 Film- und Fernsehrollen. Bekannt wurde Pohl vor allem durch ihre Rolle in der Fernsehserie "Diese Drombuschs".

Der Regisseur Sidney Lumet drückte dem US-Film ein halbes Jahrhundert lang seinen Stempel auf. Er verarbeitete oft Themen wie soziale Probleme, Vorurteile, Verrat und Korruption. Zu seinen Meisterwerken zählen "Die zwölf Geschworenen", "Hundstage", und "Nacht über Manhattan". Lumet wurde fünf Mal für einen Oscar nominiert, bekam ihn aber erst 2005 für sein Lebenswerk. Er starb mit 86 Jahren am 9. April in seiner Wohnung in Manhattan. Woody Allen würdigte seinen Kollegen in einem Nachruf als den "Inbegriff des New Yorker Filmemachers".

Pietro Ferrero war einer der führenden Köpfe des italienischen Süßwarenkonzerns Ferrero und der Enkel des gleichnamigen Firmengründers. Er leitete das Unternehmen zuletzt gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Giovanni. Am 18. April verunglückte Ferrero während einer Geschäftsreise in Südafrika mit seinem Fahrrad. Er wurde nur 47 Jahre alt.

Der saudi-arabische Terrorist Osama bin Laden war Chef des Netzwerks Al-Kaida und zeitweilig der meistgesuchte Mann der Welt. Er wurde für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA und viele andere Terrorakte verantwortlich gemacht. Nach 9/11 blieb er über Jahre verschwunden und meldete sich aus seinen Verstecken immer wieder mit Botschaften zu Wort. Ein US-Spezialkommando spürte ihn am 2. Mai in Pakistan auf und erschoss ihn dort.

Der Brite Claude Choules starb am 5. Mai im Alter von 110 Jahren in Australien. Er galt als der letzte Überlebende der mehr als 70 Millionen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg im Einsatz waren. Nach den Worten seines Sohnes Adrian hasste der Veteran den Krieg und boykottierte die alljährlichen Gedenkfeiern zum Weltkriegsende oder andere Veteranentreffen. Seinen Lebensabend verbrachte er in einem Altenheim in Perth. Das Geheimnis eines langen Lebens sei ganz einfach, scherzte er einmal: "Einfach immer weiteratmen."

Die schönsten Frauen liebten ihn - und er liebte die schönsten Frauen: Mit Brigitte Bardot war Gunter Sachs Ende der 60er Jahre verheiratet, was seinen Ruf als Playboy zeitlebens festigte. Doch der Industriellensohn war selbst ein Künstler, als Fotograf gelangte er zu einigem Ruhm. Auch als Kunstsammler machte er sich einen Namen. Der Multimillionär, der auch als Unternehmer erfolgreich war, führte ein scheinbar leichtes Leben. Weil Sachs Hinweise einer Alzheimer-Erkrankung bei sich feststellte, nahm er sich am 7. Mai das Leben. Er wurde 78.

Der Urknall der Rap-Musik, die ab den 1980er-Jahren ihren Siegeszug durch die Welt antrat, ist ohne Gil-Scott Heron nicht denkbar. Der Künstler beeinflusste mit seinen Gedichten, die er als Erster in einer Art Sprechgesang vortrug, Generationen von Musikern. Berühmt wurde "The Revolution Will Not Be Televised". Heron starb am 27. Mai im Alter von 62 Jahren in New York.

Der spanische Schriftsteller und Politiker Jorge Semprún emigrierte 1939 nach dem Bürgerkrieg nach Frankreich und kämpfte dort in der Résistance gegen die deutsche Besatzung. 1943 wurde er ins KZ Buchenwald deportiert. Nach dem Krieg schloss sich Semprún in Spanien der Kommunistischen Partei an. 1964 schloss ihn die Partei als "Abweichler" aus. 1988 bis 1991 war Semprún spanischer Kulturminister, dem Kommunismus hatte er längst abgeschworen. Semprún starb 87-jährig am 7. Juni in Paris.

Der Maler Bernhard Heisig starb im Alter von 86 Jahren in seinem Wohnort Strodehne an der Havel in Brandenburg. Der 1925 in Breslau geborene Maler, Grafiker und Zeichner gilt als einer der wichtigsten Vertreter der DDR-Kunst. In seinem Werk lehnte sich Heisig an Vorbilder wie Otto Dix, Max Beckmann sowie Oskar Kokoschka an und wechselte zwischen klassischer Moderne, Realismus und Kollagenkunst. Er war neben Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer ein Gründer der "Leipziger Schule". Zu Heisigs bedeutendsten Schülern gehört Neo Rauch.

Der Regisseur und Filmproduzent Peter Schamoni war einer der Vorreiter des Neuen Deutschen Films. Er machte Uschi Glas 1968 in der Komödie "Zur Sache Schätzchen" zum Star. Insgesamt umfasst Schamonis Werk mehr als 30 Filme. Für viele erhielt er Auszeichnungen: Sechs Bundesfilmpreise, fünf Bayerische Filmpreise, einen Silbernen Bären und eine Oscar-Nominierung. Schamoni starb am 14. Juni im Alter von 77 Jahren in München an Krebs.

Jelena Bonners Vater wurde 1938 bei stalinistischen Säuberungen hingerichtet, ihre Mutter kam in den Gulag. Dennoch trat die Kinderärztin der KPdSU bei, die sie nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 wieder verließ. 1972 heiratete sie den Atomphysiker, Bürgerrechtler und späteren Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow, mit dem sie Jahre in der Verbannung verbrachte. Auch nach seinem Tod 1989 setzte Bonner ihre Aktivitäten fort. Enttäuscht von der Entwicklung in ihrer Heimat starb sie am 18. Juni nach langer Krankheit 88-jährig in den USA.

In der Rolle des schrulligen Inspektors Columbo in der gleichnamigen Krimiserie gelangte Peter Falk zu Weltruhm. Er verkörperte den Polizisten von 1968 bis 2003 in mehr als 70 TV-Filmen. Zu Columbos Markenzeichen gehörte auch eine auffällige Mimik, die einer Erkrankung Falks in der Kindheit geschuldet war. Falk wirkte in mehr als 40 Hollywood-Streifen mit. Er gewann fünf Emmys, vier davon für seine Hauptrolle in "Columbo". Am 23. Juni starb er im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills.

Der frühere Berliner Erzbischof Kardinal Georg Sterzinsky starb nach langer Krankheit am 30. Juni. Er wurde 75 Jahre alt. Seit 1989 stand Sterzinsky an der Spitze des Erzbistums, das sich auf Berlin sowie Teile von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erstreckt. Er habe es nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung verstanden, ein Bistum mit zwei verschiedenen Mentalitäten zu verbinden, so das Erzbistum Berlin nach seinem Tod. Akzente setzte Sterzinsky auch in Fragen der Asyl- und Migrationspolitik.

Otto von Habsburg, ältester Sohn des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, war ein begeisterter Europäer. Schon früh engagierte sich der Politiker für die Paneuropa-Union, 1979 bis 1999 saß er für die CSU im Europaparlament. Der 1912 in Österreich Geborene wuchs in Spanien und Belgien auf. Während des Zweiten Weltkriegs lebte der überzeugte Nazi-Gegner in den USA, er kehrte nach dem Krieg nach Europa zurück und ließ sich 1954 am Starnberger See nieder. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 4. Juli. Er wurde 98.

Heinz Reincke war ein Volksschauspieler von altem Schrot und Korn. 1968 bis 1986 war er am Wiener Burgtheater tätig. Neben vielen Theaterauftritten wurde Reincke durch seine Rolle als Ex-Pastor Eckholm in der TV-Serie "Der Landarzt" populär. Der in Kiel geborene Reincke bekam nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich viele Auszeichnungen. Dort lebte er, der auch die österreichische Staatsbürgerschaft hatte, seit den 1960er Jahren. Er starb am 13. Juli im Alter von 86 Jahren. Reincke bekam ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Mit Filmen begann die Karriere von Leo Kirch, mit einer der größten Pleiten in der deutschen Geschichte endete sie. Kirch war über Jahrzehnte einer der bedeutendsten Medienunternehmer in Deutschland. Auch nach der Pleite seiner verzweigten Firmengruppe 2002 ließ er sich nicht unterkriegen und führte, fast blind und im Rollstuhl, einen erbitterten Kampf gegen die Deutsche Bank, die er für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich machte. Viele Prozesse laufen weiter - auch nach dem Tod des 84-Jährigen am 14. Juli.

Lucian Freud, der Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud, gilt als einer der bedeutendsten britischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Freud kam 1922 in Berlin zur Welt, Anfang der 30er Jahre floh die Familie vor den Nazis nach London, wo Freud die britische Staatsbürgerschaft erhielt. Später beschäftigte sich der Maler zunächst mit dem Surrealismus, dann widmete er sich vor allem der Akt- und Porträtmalerei. Seine Werke erzielten am Kunstmarkt astronomische Summen. Am 20. Juli starb Freud 88-jährig nach kurzer Krankheit in London.

Ihre Karriere war von Alkohol- und Drogensucht überschattet, schließlich erlag die britische Soul-Diva ihrem Hang zum Extremen: Mit nur 27 Jahren starb Amy Winehouse am 23. Juli an den Folgen exzessiven Alkoholkonsums. Die fünffache Grammy-Gewinnerin, eines der größten Soul-Talente ihrer Zeit, hatte ihre Sucht im Song "Rehab" thematisiert, in dem sie über ihre Weigerung sang, einen Entzug zu machen. Ihr Vater Mitch gründete nach ihrem Tod eine Stiftung, die junge Menschen im Kampf gegen Sucht, Krankheit und Geldprobleme unterstützt.

Friedrich Schoenfelder war ein Kavalier der alten Schule, auf der Bühne und der Leinwand, aber auch im Leben. Er war ein Grandseigneur der Bühnenkunst und einer der beliebtesten deutschen Gentleman-Schauspieler des vergangenen Jahrhunderts. Zu seinen berühmten Rollen gehörten der Professor Higgins und der Oberst Pickering in dem Musical "My Fair Lady". Am 14. August starb Schoenfelder im Alter von 94 Jahren in Berlin im Kreise seiner Familie.

Unter seinem Geburtsnamen trat der Adelsspross Vicco von Bülow nicht auf, für die Deutschen war er nur Loriot. Unter diesem Künstlernamen beeinflusste er nach dem Zweiten Weltkrieg den Humor der Deutschen wie kein anderer. Wo vorher vieles platt war, zog Feinsinn ein - Loriot hielt den Menschen auf liebevolle Art den Spiegel vor. Seine knollennasigen Comic-Gestalten oder die TV-Sketche mit Evelyn Hamann wurden Klassiker. Obwohl Loriot sich aus Altersgründen schon länger zurückgezogen hatte, blieb er so allgegenwärtig. Am 22. August starb er mit 87 Jahren.

Einen Tag vor seinem 99. Geburtstag, am 18. September, starb die ostdeutsche Dirigenten-Legende Kurt Sanderling. Er galt als einer der letzten großen Dirigenten seiner Generation. Von 1960 bis 1977 war er Chefdirigent des jungen Berliner Sinfonie-Orchesters in Ost-Berlin. Er musizierte auch mit großen amerikanischen Orchestern und wurde in Kopenhagen, Zürich, Wien, Paris oder Tel Aviv gefeiert.

"Ich mache meine Arbeit einfach mit ganzem Herzen", war das Lebensmotto Wangari Maathais. Die Kenianerin entstammte einer armen Familie, studierte später in den USA und lehrte als erste Frau an der Universität von Nairobi. 1977 rief sie mit ihrem Umweltschutzprojekt Green Belt Movement das größte Aufforstungsprojekt Afrikas ins Leben. Maathai geriet immer wieder mit Kenias Ex-Machthaber Daniel arap Moi in Konflikt und saß mehrfach im Gefängnis. Sie erhielt 2004 den Friedensnobelpreis. Am 25. September erlag sie 71-jährig einem Krebsleiden.

Steve Jobs, Mitgründer des IT-Konzerns Apple, setzte mit seinen Produkten Meilensteine der Computer- und Hightech-Branche. In den 1970er Jahren entwickelte er mit einem Freund seinen ersten Heimcomputer, in den 80ern kam sein Konzern mit der Computermaus auf den Markt. Später krempelte Jobs mit dem iPod das Musik- und mit dem iPhone das Handygeschäft um. Schließlich verhalf er 2010 mit dem iPad den Tablet-PCs zum Durchbruch. Jobs litt seit Jahren an Krebs. Ende August zog sich der 56-Jährige aus der Konzernspitze zurück, am 6. Oktober starb er.

Nicht nur das Leben, auch der Tod des libyschen Machthabers war dramatisch. Offenbar wurde der während des Libyen-Kriegs monatelang abgetauchte Muammar al-Gaddafi nach seiner Gefangennahme gelyncht. Schon mit Ende 20 gelangte der Oberst an die Macht, indem er 1969 König Idris in einem Putsch vom Thron stieß. Gaddafi herrschte mit Zuckerbrot und Peitsche: einem kostenlosen Gesundheits- und Bildungssystem stand die gnadenlose Unterdrückung Oppositioneller gegenüber. Gaddafi starb mit 69 Jahren am 20. Oktober.

Der US-Boxer Joe Frazier war einer der Großen seines Sports, aber immer im Schatten des "Größten", der Legende Muhammad Ali. Dreimal trafen die Schwergewichtler aufeinander, zwei Kämpfe sind Klassiker: Der "Kampf des Jahrhunderts" 1971, in dem Frazier Ali besiegte, und 1975 der "Thriller in Manila", als sie 14 Runden aufeinander eindroschen, bis Fraziers Trainer abbrechen ließ. Ihre Kämpfe trugen sie auch mit Beleidigungen aus, auf die Nachricht von Fraziers Krebserkrankung sagte Ali aber, er bete für ihn. Frazier starb am 7. November mit 67.

Franz Josef Degenhardt war Jurist, Sozialdemokrat, Kommunist und Schriftsteller, vor allem aber Liedermacher. Selbst Leute, die ihn nicht kennen, haben schon einmal die Zeile "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" gehört. Degenhardt starb im Alter von 79 Jahren am 14. November in Quickborn in Schleswig-Holstein.

Der österreichische Komponist und Schriftsteller Georg Kreisler starb am 22. November im Alter von 89 Jahren. Er galt als Meister des schwarzen Humors. Zu seinen bekanntesten Stücken gehört das Lied "Geh'n mer Tauben vergiften im Park". Kreisler wurde als Jude aus seiner Heimat vertrieben und floh in die USA. 1955 kehrte er zurück und startete eine Karriere als Musiker und Kabarettist. In Deutschland schuf sich der vielseitige Komponist und Chansonnier mit dem Hang zum Makabren in den 70er Jahren im Berliner Theater "Die Wühlmäuse" ein treues Publikum.

Ludwig Hirsch war nach Degenhardt und Kreisler der dritte Liedermacher, der innerhalb von wenigen Tagen starb. Ursprünglich war er Schauspieler, 1978 nahm er seine erste Platte auf: "Dunkelgraue Lieder". Das Album "Perlen" erreichte in seiner Heimat Goldstatus. Der Österreicher starb am 24. November im Alter von 65 Jahren. Seine Leiche wurde unter einem Fenster eines Wiener Krankenhauses gefunden, wo er wegen Lungenkrebs in Behandlung war. Die Polizei geht von Selbstmord aus.

Der Tscheche Zdenek Miler war der Erfinder und Zeichner des kleinen Maulwurfs Krtek. Als Teil der "Sendung mit der Maus" eroberte die Serie rund um den stets fröhlichen Maulwurf mit der roten Nase die Herzen deutscher Kinder. Miler kam die Idee, das Säugetier zur Hauptfigur eines Lehrfilms über die Flachsherstellung zu machen, als er 1956 bei einem Spaziergang im Wald über einen Maulwurfshaufen stolperte. Er starb am 30. November im Alter von 90 Jahren.

Christa Wolf, die Autorin von Romanen wie "Der geteilte Himmel" und "Kassandra", war eine der bekanntesten literarischen Stimmen der DDR und eine der wichtigsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der letzten Jahrzehnte. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und des geteilten Deutschland ist eines der Hauptthemen in ihrem Werk. Wolf gelangte auch im Westen schon vor der Wiedervereinigung zu großem Ruhm. Zugleich polarisierte sie wegen ihrer Haltung zur DDR. Nach langer Krankheit starb Wolf am 1. Dezember im Alter von 82 Jahren.

Walter Giller war einer der letzten großen Filmschauspieler der Nachkriegszeit. Mit seinem lausbubenhaften Charme wurde er zu einem der größten Komödianten des deutschen Films. Der charismatische Publikumsliebling, der für Filme wie "Die Drei von der Tankstelle" oder "Rosen für den Staatsanwalt" vor der Kamera stand, war seit 55 Jahren mit der Schauspielerin Nadja Tiller verheiratet. Das Glamourpaar der Wirtschaftswunderzeit lebte seit einiger Zeit in einem Hamburger Seniorenwohnsitz. Giller erlag mit 84 Jahren am 15. Dezember einem Krebsleiden.

Der Diktator des stalinistisch geführten Nordkorea, Kim Jong Il, starb am 17. Dezember mit 69 Jahren bei einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt. Die Staatspropaganda bezeichnete Kim Jong Il, der 1994 die Macht von seinem Vater übernommen hatte, stets als "geliebten Führer" und machte ihn zu einem Halbgott. Der Westen unterstellte ihm Größenwahn, weil er sich mit der Supermacht USA angelegt hatte. Er unterhielt ein umstrittenes Atom- und Raketenprogramm, während sein Land wirtschaftlich am Boden lag und ein großer Teil der Bevölkerung Hunger litt.

Bei ihren Auftritten platzten Konzertsäle auf der ganzen Welt aus allen Nähten. Sie wurde von so verschiedenen Persönlichkeiten wie Queen Elizabeth II. oder Venezuelas Präsident Hugo Chávez hofiert. Für ihre Fans war die Sängerin Césaria Évora der Weltmusik-Superstar. Daheim im armen afrikanischen Inselstaat Kap Verde war die Frau aber viel mehr: Sie bedeutete Stolz, Vorbild, Hilfe und Hoffnung. Evora starb am 17. Dezember im Alter von 70 Jahren in einem Krankenhaus in ihrer Heimat, auf der Insel São Vicente.

Der frühere tschechische Staatspräsident Vaclav Havel war während der kommunistischen Ära in der Tschechoslowakei die Schlüsselfigur im gewaltlosen Kampf gegen das Regime. Neben seinem politischen Wirken war Havel auch immer ein Dichter. Als Folge seiner jahrelangen Gefängnisaufenthalte unter dem kommunistischen Regime litt Havel unter einer chronischen Atemwegserkrankung. Er starb am 18. Dezember im Alter von 75 Jahren.

Er war bei der Friedensbewegung ganz vorne dabei, engagierte sich für die Umwelt, wetterte gegen Krieg - das Leben des Psychoanalytikers Horst-Eberhard Richter spiegelt die gesellschaftlichen Bewegungen der Bundesrepublik wider. Er war Mitbegründer der deutschen Sektion der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), die 1985 den Friedensnobelpreis bekam. Noch im Alter wandte er sich gegen Irak-Krieg, Globalisierung oder Finanzkrise: Für Richter gehörte die Einmischung dazu. Er starb am 19. Dezember im Alter von 88 Jahren.

Jürgen Hentsch, der in Film, Fernsehen und Theater für seine Charakterrollen bekannt wurde, starb am 21. Dezember mit 75 Jahren in Berlin. Der in Görlitz geborene Schauspieler besuchte die Schauspielschule Ernst Busch in Berlin und stand schon 1964 als Hamlet in Chemnitz auf der Bühne. Am Deutschen Theater in Berlin spielte er viele große Rollen unter bedeutenden Regisseuren. Dem größeren Publikum wurde Hentsch neben Götz George in "Der Totmacher" bekannt, aber auch durch seine Wehner-Verkörperung in "Im Schatten der Macht".

Werner Otto kam nach dem Zweiten Weltkrieg als mittelloser Flüchtling mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern zuerst nach Schleswig-Holstein, dann nach Hamburg. Hier gründete er 1949 nach einem missglückten Anlauf als Schuhfabrikant im Alter von 40 Jahren den Otto-Versand - und legte so den Grundstein für einen weltweiten Handels- und Dienstleistungskonzern mit Zehntausenden von Arbeitsplätzen. Der letzte große Unternehmensgründer der Nachkriegszeit starb am 21. Dezember im Alter von 102 Jahren in Berlin.

Johannes Heesters war der letzte Vertreter einer Künstlergeneration, zu der auch Heinz Rühmann oder Heinz Erhardt zählten. Der gebürtige Niederländer wurde in den 1930er Jahren in Berlin zum Liebling der Massen. Seine Markenzeichen waren Frack, Zylinder und weißer Schal. Als zwiespältig gilt sein Verhältnis zu den Nationalsozialisten, die seine Popularität für ihre Propaganda nutzten. Bis ins hohe Alter erfreute "Jopie" sich großer Vitalität - fast bis zuletzt stand er noch auf der Bühne. Am Heiligabend verstarb Heesters im Alter von 108 Jahren.

Der US-amerikanische Pop-Art-Künstler James Rizzi wurde durch seine bunten, kindlich-naiv wirkenden Bilder berühmt. Er gilt als Erfinder der modernen 3D-Grafik. In Deutschland wurde er einem größeren Publikum unter anderem durch seine Briefmarken-Entwürfe für die Deutsche Post bekannt. Rizzi starb am 26. Dezember im Alter von 61 Jahren in seinem New Yorker Studio.

Eine Legende der Wiener Kaffeehauskultur, Leopold Hawelka, Gründer des gleichnamigen berühmten Treffpunkts von Künstlern und Intellektuellen, starb am 29. Dezember im Alter von 100 Jahren. Er gründete das nur 80 Quadratmeter große "Café Hawelka" 1939. Mit seinen nikotinvergilbten Wänden, Plüschsofas und charmant-übellaunigen Kellnern zog das "Hawelka" Künstler wie André Heller und Friedensreich Hundertwasser an, aber auch viele Touristen und Politiker auf Wien-Besuch, darunter Hans-Dietrich Genscher, Bill Clinton und Václav Havel. (abe/dpa/AFP)

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