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Aufsteiger, Champions und Mächtige: Die Gewinner des Jahres 2012

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... Überholspur: Sie ist bereits länger als ihr Vorgänger Gerhard Schröder im Amt. Bliebe Merkel Kanzlerin, wäre wohl bald von der "Ära Merkel" die Rede. (Foto: picture alliance / dpa)

... Überholspur: Sie ist bereits länger als ihr Vorgänger Gerhard Schröder im Amt. Bliebe Merkel Kanzlerin, wäre wohl bald von der "Ära Merkel" die Rede.

Angela Merkel sonnte sich ganzjährig im Popularitätshoch und befindet sich weiter auf der ...

... Überholspur: Sie ist bereits länger als ihr Vorgänger Gerhard Schröder im Amt. Bliebe Merkel Kanzlerin, wäre wohl bald von der "Ära Merkel" die Rede.

Das gelungenste Comeback des Jahres 2012 hat Joachim Gauck hingelegt: Der frühere Pastor aus Rostock wurde im März zum neuen ersten Mann im Staat gewählt. Seit seiner knappen Niederlage gegen Christian Wulff bei der Bundespräsidentenwahl 2010 war er als Redner unterwegs, erhielt Auszeichnungen und schrieb Bücher. Am 19. Februar erhielt er im Taxi einen Anruf der Bundeskanzlerin:

Nach langem Widerstand akzeptierte Angela Merkel den Kandidaten von SPD und Grünen als Nachfolger Wulffs. Am 18. März wurde der "Bürger Gauck" zum elften Bundespräsidenten gewählt. Seitdem hat er fast alles richtig gemacht.

Peter Altmaier ist nicht nur körperlich das neue Schwergewicht im Kabinett von Angela Merkel. Der 54-Jährige ("Ich esse gern") ist nach der Entlassung von Norbert Röttgen im Mai zum "Mister Energiewende" aufgestiegen.

Ob sein Stern weiter leuchten wird, hängt davon ab, ob ihm bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und bei der Atommüll-Endlagersuche ein Durchbruch gelingt.

Sebastian Vettel ist unaufhaltsam. Mit seinem nächsten WM-Titel fährt der Hesse schon wieder in die Rekordbücher der Formel-1: Im zarten Alter von 25 Jahren ist er jüngster dreifacher Champion.

Nach einem Zitterrennen beim Saison-Finale in Brasilien reichte dem Heppenheimer Platz sechs in einem demolierten Auto.

Spätestens seit dem fulminanten Sieg bei der NRW-Wahl im Mai kommt niemand in der SPD an Hannelore Kraft vorbei. Die Ministerpräsidentin des bevölkerungsreichsten Bundeslandes ist die mächtigste Frau, die die SPD in ihrer fast 150-jährigen Geschichte hatte.

Die Ökonomin hat das entscheidende Wort, wenn es um wichtige Weichenstellungen wie zuletzt bei der Rente geht. Auch außerhalb der SPD ist Kraft populär. Für viele Sozialdemokraten wäre sie die ideale Kanzlerkandidatin für 2013 gewesen. Doch Kraft will lieber erst einmal in Düsseldorf bleiben.

Nur über hohe Hürden ist es für Kubaner möglich, ihr Land zu verlassen. Seit 1959 gängelt der Staat mit Genehmigungspflichten und hohen Gebühren. Das soll sich bald ändern: ...

Präsident Raul Castro gab zur Freude aller Kubaner im Oktober eine Lockerung bekannt. Statt einer Einladung aus dem Ausland und einer kostspieligen Genehmigung brauchen dies Bürger nun nur noch einen Reisepass zum Verlassen ihres Landes.

Usain Bolt war der überragende Held bei olympischen Sommerspielen. Der Jamaikaner siegte über 100 Meter mit olympischem Rekord, im 200-Meter-Rennen distanzierte er die Konkurrenz und mit der 4x100-Meter-Staffel sprintete er zum Weltrekord.

Auch sie darf sich zu den Gewinnern des Jahres 2012 zählen: Nach fünfjähriger Ehe trennte sich Katie Holmes von ihrem Ehemann Tom Cruise. Als Grund gilt der fanatische Glaube des Schauspielers an die Psycho-Sekte Scientology.

Aus dem neuen Kapitel ihres Lebens hat Holmes als Erstes Scientology gestrichen. Tochter Suri wurde an einer katholischen Schule angemeldet.

Zu Beginn des Jahres sah es für den FDP-Mann gar nicht gut aus: als Generalsekretär der Bundespartei zurückgetreten, im Bundestag nur noch Hinterbänkler, ohne große Perspektive. Jetzt ist Chriastian Lindner der "neue Held der Liberalen" ("Handelsblatt").

Möglich wurde dies durch die vorzeitige Wahl in NRW im Mai, wo Lindner als Spitzenkandidat volles Risiko ging. Mit Erfolg: 8,6 Prozent bedeuteten für die vielfach schon totgesagte Partei einen Triumph. Kaum jemand zweifelt heute noch daran, dass der Landeschef an die Spitze der Bundes-FDP rücken wird.

Und noch ein FDP-Mann findet sich in der Liste der Gewinner: Während viele seiner Parteikollegen bemüht fatale Ergebnisse schönreden wollen, drehte Wolfgang Kubicki den Spieß um: Er hackt mit Genuss auf den Seinen herum. Und gewinnt dadurch Glaubwürdigkeit. Die FDP holte mit ihm im Mai 8,2 Prozent in den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein.

Julius Brink und Jonas Reckermann waren die deutschen Olympiahelden in London. Sie triumphierten im Beachvolleyball, besiegten im Finale die favorisierten Brasilianer und amtierenden Weltmeister Emanuel Rego und Alison Cerutti in drei Sätzen

Es war ein langes, knappes und schmutziges Rennen, doch am Ende stand Barack Obama als Sieger da. Er bleibt Präsident der vereinigten Staaten von Amerika. In seiner Siegesrede beschwört er das Bild des geeinten Landes.

Altkanzler Helmut Schmidt, 93 Jahre alt, lebt sein Leben offenbar so intensiv wie möglich: Er raucht mit Genuss, debattiert scharfzüngig und liebt mit Hingabe. Knapp zwei Jahre nach dem Tod von Loki stellte er im August seine neue Frau Ruth Loah vor.

Kate und William haben eine höchst pikante Sache höchst würdevoll geregelt: Mehrere Klatschmagazine veröffentlichten Oben-Ohne-Fotos von Kate. Das Königshaus ging in Frankreich, wo die Bilder entstanden sind und in der Zeitschrift "Closer" erstmals veröffentlicht wurden, erfolgreich gegen die Publizierung vor.

Die gute Nachricht folgte schließlich im Dezember: Kate ist schwanger. Als Gattin der Nummer zwei der britischen Thronfolge wächst in ihrem Bauch die Nummer drei in der Thronfolge. Ganz England ist seitdem aus dem Häuschen.

Und überhaupt: Die Queen erlebte 2012 mit der gesamten Monarchie einen dritten Frühling. Nie zuvor in der jüngeren Geschichte stand das britische Königshaus besser da: 80 Prozent der Briten wollen auch in Zukunft eine Königin oder einen König als Staatsoberhaupt.

Nur zehn Monate nach seinem ersten Länderspiel wurde Marco Reus zum Fußballer des Jahres gewählt. Sein Marktwert: 30 Millionen Euro. Er wechselte zum BVB und verdrängte in der Nationalmannschaft Lukas Podolski aus der Startelf.

Wenn sie das Wort ergreift, hört die Welt zu: Die Französin Christine Lagarde hat als Chefin des Internationalen Währungsfonds eine Schlüsselrolle bei der Euro-Rettung. Regelmäßig treibt sie die Euro-Politiker vor sich her, macht Druck auf die Euro-Schuldensünder.

Borussia Dortmund besiegte im Mai den FC Bayern München im DFB-Pokalfinale mit 5:2 und schaffte als erst viertes Team nach den Bayern, dem SV Werder Bremen und dem 1. FC Köln das Double aus Meisterschaft und Pokal.

Linken-Politikerin Katja Kipping wollte sich eigenlich um ihre erst wenige Monate alte Tochter kümmern. Doch als sich die Fronten der zerstrittenen Parteiflügel immer weiter verhärteten, warf sie ihren Hut doch in den Ring - und wurde mit erst 34 Jahren neue Linken-Chefin. Ihr Traum: eine Gesellschaft, in der alle eine 20-Stunden-Woche haben.

Für 26,4 Millionen Euro kam sein Werk "Abstraktes Bild" unter den Hammer. Damit ist Gerhard Richter der teuerste Künstler der Gegenwart. Nie zuvor wurde eine so hohe Summe für ein Bild eines lebenden Künstlers gezahlt.

Eine Handvoll Abgeordneter winkte im September während des EM-Spiels Italien-Deutschland ein Gesetz durch, nach dem die Einwohnermeldeämter leicht persönliche Daten weitergeben konnten. Im September blockierte der Bundesrat das Gesetz. Ein Sieg für den Datenschutz.

Ihm ist es zu verdanken, dass Deutschland ein wenig grüner geworden ist: Fritz Kuhn eroberte als erster Grünen-Politiker den Chefsessel einer Landeshauptstadt. Bei der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Stuttgart hängte er seinen parteilosen Konkurrent Sebastian Turner ab.

"Glühwürmchen", "Zar Peter" oder "Spargeltarzan": CSU-Chef Horst Seehofer teilte auch 2012 mit schöner Regelmäßigkeit aus. Auch die Chefin der Schwesterpartei CDU bekam das zu spüren. Von Kanzlerin Angela Merkel gab es trotzdem keine Prügel. Dazu braucht sie ihn zu sehr.

Besonders große Harmonie war dieses Jahr in der Europäischen Union nicht zu spüren – die Schuldenkrise vergiftete die Stimmung. Dann die Überraschung: Die EU erhielt den Friedensnobelpreis. Weil sie zu Frieden und Versöhnung beigetragen hat.

Er hat einen betont sachlichen Wahlkampf gewonnen, in dem Attacken auf den politischen Gegner kein Thema waren. Torsten Albig (SPD) trat im Juni als Ministerpräsident Schleswig-Holstein die Nachfolge von Peter Harry Carstensen (CDU) an.

Als das weibliche Gesicht von Google war Marissa Mayer bekannt, doch die Karriere bei dem Suchmaschinen-Riesen stockte.

Dann warb Yahoo sie als Chefin ab. Der geschäftliche Erfolg lässt zwar auf sich warten, doch Mayer hat sich ein dickes Gehaltspaket von bis zu 120 Millionen Dollar gesichert.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn kann sich im Erfolg sonnen. Viele Konkurrenten müssen ihre Produktion drosseln - bei der VW-Gruppe legen alle Marken mit Ausnahme von Seat zu. Spätestens 2018 will der promovierte Physiker die Wolfsburger vor General Motors und Toyota an die Weltspitze führen.

Adieu, Nicolas Sarkozy: Im Mai übernahm der François Hollande den Präsidentenposten in Frankreich. Damit steht erstmals nach 17 Jahren wieder ein Sozialist an der Spitze des Landes. Die neue Premiere Dame an seiner Seite heißt Valérie Trierweiler.

Felix Baumgartner lockte am 14. Oktober Millionen Zuschauer vor den Fernseher. Der wissenschaftliche Nutzen seines Stratosphärensprungs ist wohl ziemlich gering.

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