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Köstliches vom Meeresboden: Die Miesmuschel

 
Meerestiere können wirklich schön sein. So wie dieses hier.

Meerestiere können wirklich schön sein. So wie dieses hier.

Andere sind nicht unbedingt ein Hingucker, dafür aber...

...schmecken sie gut. Auch, wenn manchmal der Sand zwischen den Zähnen knirscht. Wovon die Rede ist?

Genau, von der Miesmuschel. Die Miesmuschel heißt nicht Miesmuschel, weil sie sich auf dem Meeresboden besonders rücksichtslos verhält, sondern...

...weil sie sich wie Moos gerne festsetzt. Und im Mitteldeutschen heißt Moos eben Mies.

Die Miesmuschel-Zucht ist an den Küsten ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Dänemark und die Niederlande sind mit jeweils etwa 100.000 Tonnen die größten Produzenten. In Niedersachsen werden jährlich etwa 8.000 t produziert, in Schleswig-Holstein etwa 20.000 t pro Jahr. Natürlich wird nicht mit der Hand gesammelt, sondern...

...mit dem Schiff. Hier vor der Insel Amrum. In der Saison 2007/2008 mit Rekordergebnissen.

Als Fanggeschirr dienen spezielle Schleppnetze, so genannte Dredgen. Sie bestehen aus Stahlringen mit einem Rohr als Vorderkante.

Durch das Rohr werden die Muscheln quasi abgehobelt.

Längst gibt es nur noch wenige Wildbänke. Muscheln werden heute gezielt in Muschel-Kulturbezirken gezüchtet. Dazu werden Jungmuscheln gefangen und an seichten Stellen wieder ausgesetzt.

Kleiner Abstecher nach Japan: Dort gibt es bis heute Muschel-Taucherinnen, die die beliebte Delikatesse noch per Hand sammeln.

Das ist ein Feind der Jungmuscheln: die Nordsee-Krabbe.

Aber wie das Leben so spielt: Auch sie hat Feinde. Möwen zum Beispiel. Pech für die Jungmuscheln: Sie werden auch von Möwen gern verspeist.

Die Verarbeitung von Muscheln erfolgt industriell. Strenge staatliche Kontrollen sorgen dafür, dass der Verzehr von Miesmuscheln heute gesundheitlich unbedenklich ist.

Dennoch kann das Eiweiß der Miesmuschel allergische Reaktionen auslösen. Genauso reagieren manche Menschen empfindlich auf das Plankton, das die Muschel aus dem Meer filtert.

Eine drei Zentimeter große Miesmuschel filtert einen Liter Wasser in der Stunde. Weibliche Exemplare produzieren im Frühjahr fünf bis zwölf Millionen Eier. Die Larven driften einen Monat umher, heften sich dann fest und wählen somit ihren endgültigen Wohnsitz.

Dank der Tiefkühlkette kann man Muscheln das ganze Jahr über essen. Besonders frisch und lecker sind sie aber in den Monaten mit dem Endbuchstaben "R".

Hier ein Klassiker der Meeresfrüchte-Küche: die Bouillabaisse. Auch beliebt: Miesmuscheln mit Weißwein, Olivenöl und Zwiebeln. Einfach, aber gut.

Nach dem Essen kann man übrigens tolle Sachen mit den Schalen machen. Zum Beispiel einen Spiegel verzieren...

...oder einrahmen und an die Wand hängen. Ist aber Geschmacksache,...

...genauso wie die Bouillabaisse.

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