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Donnerstag, 17. Dezember 2015

Kinder in Zeiten des Krieges: Die Unicef-Fotos des Jahres 2015

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Jedes Jahr küren Unicef Deutschland und das Magazin "Geo" unter Fotos und Fotoreportagen, die Lebensumstände von Kindern in der ganzen Welt darstellen, das "Unicef-Foto des Jahres". Neben den drei Siegern werden acht weitere Reportagen ehrenvoll erwähnt. (Foto: picture alliance / dpa)

Jedes Jahr küren Unicef Deutschland und das Magazin "Geo" unter Fotos und Fotoreportagen, die Lebensumstände von Kindern in der ganzen Welt darstellen, das "Unicef-Foto des Jahres". Neben den drei Siegern werden acht weitere Reportagen ehrenvoll erwähnt.

Jedes Jahr küren Unicef Deutschland und das Magazin "Geo" unter Fotos und Fotoreportagen, die Lebensumstände von Kindern in der ganzen Welt darstellen, das "Unicef-Foto des Jahres". Neben den drei Siegern werden acht weitere Reportagen ehrenvoll erwähnt.

Der 1. Preis geht in diesem Jahr an den Fotografen Georgi Licovski aus Mazedonien. Flüchtlingskinder stehen im August vollkommen verängstigt an der griechisch-mazedonischen Grenze. Sie wurden durch die vordringenden Menschenmassen und die Soldaten von ihren Eltern getrennt. Was er vor Ort erlebt, treibt ihm Tränen in die Augen, so Licovski.

Der Schwede Magnus Wennman belegt mit seiner Reportage den 2. Platz: Die fünfjährige Lamar schläft in einem Wald bei Horgos in Serbien. Zusammen mit ihrer Familie floh sie aus Bagdad, nachdem ihr Haus von einer Bombe getroffen wurde.

Der 3. Platz geht an die US-amerikanische Fotografin Heidi Levine. "Was Kinder aushalten müssen", lautet der Titel des Bildes: Der fünfjährige Badruddin schaut zu seinem im Gazakrieg verwundeten Vater auf. Der Junge hat nach einem Bombardement seine Mutter und vier Geschwister verloren. Ihm selbst musste die Leber entfernt werden.

Acht weitere Reportagen hob die Jury mit einer "ehrenvollen Erwähnung" hervor. Dazu gehört dieses Bild: Adam lebt in der sudanesischen Bürgerkriegsprovinz Darfur, wo jeden Tag Bomben hochgehen - eine verbrennt Adams gesamten Körper. Die Fotografin Adriane Ohanesian (USA/Kenia) dokumentiert das Schicksal der Menschen in dieser - wegen der vielen anderen Krisenherde - fast vergessenen Kriegsregion.

Kinder fliehen im Juni durch den Stacheldraht an der türkisch-syrischen Grenze vor den Gefechten kurdischer Kämpfer und dem IS. Der türkische Fotograf Bülent Kilic hat diese Tragödie für die französische Nachrichtenagentur AFP festgehalten.

Ein ganz anderes Thema fasste der Schwede Johan Bävman ins Auge: "Endlich mal die Väter!" Sein Bild begleitet einen jungen Vater mit seinem Baby in Elternzeit.

Hätten Sie es gemerkt? Diese vier Mädchen sind eigentlich Jungen - genau darum ging es in einem Camp in den USA: Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren durften vier Tage lang nach Herzenslust Mädchen sein, ohne Ausgrenzung, ohne Stigmatisierung. Die US-amerikanische Fotografin Lindsay Morris hat die außergewöhnliche Situation aufgenommen.

Die britische Studentin Megan Chloe Lovell von der Anglia Ruskin University in Cambridge widmete sich den stillen Sehnsüchten ihrer acht Jahre alten Schwester Sophie: Als Folge einer überkommerzialisierten Kindheit glaubt die kleine Sophie möglichst schnell erwachsen sein zu müssen - obwohl sie dafür sichtlich noch nicht bereit ist, sagt Lovell.

Ein ungewöhnliches Klassenzimmer in den Talesch-Bergen in der iranischen Provinz Gilan hat Mohammad Golchin abgelichtet: Hier gebe man kein Kind verloren - der stundenlange Schulweg auf abenteuerlichen Pfaden sei es ihnen allemal wert, um Buchstaben und Zahlen zu verstehen, so der iranische Fotograf.

Rada Akbar hat arbeitende Kinder in ihrem Heimatland Afghanistan porträtiert, so wie den achtjährigen Heshmat. Für ihn ist die Arbeit - manchmal acht Stunden am Tag - eine Qual. Es sei so furchtbar kalt, sagt Heshmat.

Kinder müssen vor dem Gesetz als solche behandelt werden. Doch nicht alle Staaten, die die UN-Konvention unterzeichnet haben, halten sich daran. Dem Iraner Sadegh Souri gelang es, jugendliche Straftäter in einem Jugendgefängnis in Zibashar nahe Teheran zu fotografieren. Laut Souri drohe manchen sogar die Todesstrafe, die nach dem 18. Geburtstag vollstreckt werden kann.

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