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Sonntag, 12. November 2017

Der Aufbau der Schattenwelt: Die größten italienischen Mafiaclans

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Sie agieren meist im Untergrund, aber wenn sie offen zuschlagen endet das häufig tödlich. (Foto: imago/ZUMA Press)

Sie agieren meist im Untergrund, aber wenn sie offen zuschlagen endet das häufig tödlich.

Sie agieren meist im Untergrund, aber wenn sie offen zuschlagen endet das häufig tödlich.

Das haben die drei großen Mafiaorganisationen Italiens gemein - vieles andere jedoch nicht.

Die "Cosa Nostra" hat als älteste italienische Verbrecherorganisation den Begriff Mafia geprägt. Sie ist durch diverse Filme (wie hier in "Der Pate") zu fragwürdiger Berühmtheit gekommen.

Das Einflussgebiet erstreckt sich in Italien von ihrem Gründungsort auf der Insel Sizilien...

...über Apulien bis in den Norden.

Auch in Nordamerika gibt es einen Ableger - die "Amerikanische Cosa Nostra".

Laut italienischen Strafverfolgungsbehörden zählt die "Cosa Nostra" in Italien rund 180 Familien mit insgesamt circa 5500 Mitgliedern. Frauen sind von der Mitgliedschaft aber ausgeschlossen.

Nach der Festnahme des obersten Bosses Bernardo Provenzano im Jahr 2006, geht die Polizei davon aus, dass es keinen "Chefmafioso" bei der "Cosa Nostra" mehr gibt. Die Führung soll aus einem Dreierteam bestehen.

Neben Drogen- und Müllgeschäften...

...finanziert sich die "Cosa Nostra" auch über Weizen- und Ölproduktion. Die dazu benötigten Felder haben sie einfach konfisziert.

Umsatzzahlen können aber selbstverständlich nur vage geschätzt werden.

Bei der "Cosa Nostra" gehen verschiedene Experten insgesamt von einem Jahresumsatz zwischen 18 und 22 Milliarden Euro aus.

Im Gegensatz zur "Cosa Nostra" ist die "Camorra" eher regional. Sie hat ihren Hauptsitz in Neapel und ist besonders in der Region Kampanien südlich von Rom aktiv.

Trotz diverser Festnahmen in jüngster Vergangenheit, wie hier die des Topmafiosos Vincenzo Lo Russo, schätzen Ermittlungsbehörden, dass die "Camorra" noch immer etwa 6500 Mitglieder hat, die auf rund 100 Clans verteilt sind.

Bei dieser Organisation gibt es weder eine Führungsperson noch ein Gremium. Jeder Clan entscheidet für sich.

Die "Camorra" finanziert sich vor allem über die illegale Müllentsorgung. Auch bei der größten Müllkrise in der Region 2008 hatte sie ihre Finger im Spiel. Ihr Jahresumsatz, so schätzt man, liegt zwischen 20 und 25 Milliarden Euro.

Die aktuell einflussreichste und gefährlichste Mafiaorganisation ist für viele Experten die "Ndrangheta".

Ihren Ursprung hat sie in Kalabrien, ist aber fast im gesamten Land und auch international aktiv.

Mit geschätzt rund 8000 Mitgliedern organisiert in 220 Familienverbänden ist die "Ndrangheta" laut italienischer Behörden auch die größte Mafiaorganisation des Landes.

Zwischen den 80er und 90er Jahren haben sich die Familienverbände der "Ndrangheta" neu organisiert.

Sie haben keinen zentralen "Boss der Bosse", sondern werden von mehreren gleichberechtigten regionalen Bossen gelenkt.

Besonders aktiv ist die "Ndrangheta" im internationalen Rauschgifthandel.

Ihr Jahresumsatz soll bis zu 53 Milliarden Euro betragen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie bei McDonalds.

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