Bilderserie

Drogenboss plante Biopic: Die kurze Flucht von "El Chapo"

Bild 1 von 44
Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht sitzt Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder in Haft. (Foto: REUTERS)

Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht sitzt Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder in Haft.

Sechs Monate nach seiner spektakulären Flucht sitzt Joaquín "El Chapo" Guzmán wieder in Haft.

Zum Verhängnis wurden ihm offenbar Pläne, sein Leben verfilmen zu lassen.

Hierzu hatte er Kontakt zu Schauspielerinnen und Produzenten aufgenommen. Die Behörden konnten jedoch einige Treffen der Anwälte des Sinaloa-Kartellchefs zu diesem Zweck beobachten.

Als Sicherheitskräfte sein Haus stürmen, flieht Guzmán zunächst durch das Abwassersystem der Stadt Los Mochis im Westen Mexikos.

Doch schließlich werden "El Chapo" und ein Begleiter auf einer Landstraße abgefangen und festgenommen.

Die USA haben die Auslieferung des Drogenbosses beantragt. Sie gehen davon aus, dass schon Planungen begonnen haben, "El Chapo" erneut zu befreien.

Erst im Februar 2014 gab es ähnliche Bilder. Die mexikanischen Sicherheitsbehörden feiern die Festnahme von "El Chapo".

Auch damals hatten sie ihn nach der Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis wieder eingefangen.

Schon 2001 war "El Chapo" den Behörden entwischt.

Damals hatte ein Wärter ihm für die Flucht die Tür geöffnet, in einem Wäschewagen war der Drogenboss dann entkommen.

Seine nächste Flucht verlief noch spektakulärer:

Guzmán entkam durch einen heimlich gegrabenen Tunnel aus dem Gefängnis El Altiplano in der Stadt Almoloya de Juárez im zentral gelegenen Bundesstaat Mexico.

Das Gefängnis gilt als absolut sicher.

Und trotzdem konnte Guzmán, der Kopf eines der mächtigsten und gefährlichsten Drogenkartelle weltweit, die Gefängnismauern erneut hinter sich lassen.

Guzmán flüchtete durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel, ...

... der von der Duschkabine in seiner Zelle ..

... in ein im Bau befindliches Gebäude in einer nahe gelegenen Wohnsiedlung führte.

Die Wächter bemerkten die Flucht Guzmáns angeblich erst bei einem Routinecheck im Gefängnis.

Auf Bildern der Überwachungskameras war demnach zu sehen, wie Guzmán die Dusche betritt.

Zuvor hatte der Drogenboss noch seine Schuhe gewechselt.

Nachdem er nicht wieder herauskam, untersuchten Wärter seine Zelle ...

... und entdeckten ein zehn Meter tiefes Loch unter der Dusche, das mit einer Leiter versehen war.

Wie der Bau des Tunnels unbemerkt bleiben konnte, ist noch völlig unklar. Die Behörden gehen davon aus, dass Guzmán erneut auf die Hilfe des Gefängnispersonals bauen konnte.

Der Tunnel verfügte nach Angaben von Behördenvertretern auch über ein Ventilationssystem, elektrisches Licht und Treppenstufen.

Am Ende stieg der Drogenboss aus diesem Loch, wo er wahrscheinlich von Fluchthelfern erwartet wurde.

Die Vorbereitungen und Bauarbeiten müssen mehrere Wochen beansprucht haben.

In dem Tunnel entdeckten die Ermittler ein Motorrad auf einem Schienensystem, ...

... mit dem wohl die ausgehobene Erde und das benutzte Werkzeug transportiert worden waren.

Der Tunnel war 1,7 Meter hoch und 80 Zentimeter breit.

Es gilt als sicher, dass Gefängnismitarbeiter Guzmán bei der Flucht geholfen haben müssen.

Seitdem wurde intensiv nach Guzmán gefahndet.

Mitte Oktober war das Militär dem Drogenbaron schon einmal dicht auf den Fersen. Im sogenannten Goldenen Dreieck zwischen den Bundesstaaten Sinaloa, Durango und Chihuahua feuerten Marineinfanteristen von Hubschraubern aus auf sein Versteck in einer Ranch.

Doch die Leibwächter des Kartellbosses konnten den Angriff zunächst zurückschlagen.

Zwar verletzte sich Guzmán bei der Flucht, doch die Sicherheitskräfte verloren offenbar seine Spur.

Guzmán ist der Anführer des Sinaloa-Kartells, eines der mächtigsten Drogenverbrechersyndikate weltweit.

2011 nahm ihn das US-Magazin "Forbes" in seine Liste der reichsten Menschen der Welt auf. In seiner Heimatregion genoss er gleichzeitig den Ruf eines modernen Robin Hood.

Der Bau von Tunneln wurde zu seinem Markenzeichen: Durch unterirdische Gänge schmuggelte er Drogen in die USA und entzog sich dem Zugriff der Polizei. Auch in seinem Anwesen in Culiacán hatte er unter einer beweglichen Badewanne einen Fluchttunnel anlegen lassen.

Sein Spitzname bedeutet übersetzt "der Kleine" und bezieht sich auf seine geringe Körpergröße von 1,68 Metern.

Sein Geltungsdrang ist hingegen riesig.

Nach der Festnahme wurde bekannt, dass Guzmán drei Monate zuvor dem US-Schauspieler Sean Penn im Dschungel empfangen und Tequila mit ihm getrunken hatte.

Penn schrieb im "Rolling Stone", er habe sich am 2. Oktober sieben Stunden lang mit Guzmán getroffen.

"El Chapo" habe mit seinen Verbrechen geprahlt: "Ich liefere mehr Heroin, Methamphetamin, Kokain und Marihuana als irgend jemand sonst in der Welt", gab ihn Penn wieder. "Ich habe eine Flotte aus U-Booten, Flugzeugen, Lastwagen und Schiffen."

Die USA wollen erreichen, dass "El Chapo" an sie ausgeliefert wird. Er soll wegen Drogendelikten und Mordes angeklagt werden.

Nachdem sie sich jahrelang geweigert hatte, kündigte die mexikanische Regierung inzwischen an, die Auslieferung vorzubereiten.

weitere Bilderserien