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Sonntag, 17. September 2017

Sieben Jahre ohne Regen: Einem australischen Dorf setzt die Dürre zu

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Die große Nachfrage nach Rindfleisch hat die Preise für die Tiere in die Höhe getrieben. Dadurch könnten die Viehzüchter von Stonehenge Probleme haben, ihre Herden wieder aufzubauen. (pzi) (Foto: REUTERS)

Die große Nachfrage nach Rindfleisch hat die Preise für die Tiere in die Höhe getrieben. Dadurch könnten die Viehzüchter von Stonehenge Probleme haben, ihre Herden wieder aufzubauen. (pzi)

Das Dorf Stonehenge liegt etwa 1700 Kilometer nördlich von Sydney im australischen Bundesstaat Queensland. Der Ort hat 325 Sonnentage im Jahr und Höchsttemperaturen von 45 Grad Celsius.

Vor 100 Jahren jagten Trapper in der Gegend Dingos, australische Wildhunde. Heute kämpfen die 23 Einwohner mit der schlimmsten Dürre seit vielen Jahren.

Sieben Jahre hält die Dürre inzwischen schon an. Laut Schafzüchter Tony Jackson ist es die längste seit 28 Jahren.

Jackson besitzt 800 Rinder und 6000 Schafe. Der felsige Untergrund seiner Ranch ist ideal für gute Wolle, da es hier weniger staubig ist.

Der Wassermangel bedroht die Existenz der Farmer. Sollte es bis Weihnachten nicht regnen, hat Tony Jackson nicht mehr genügend Trinkwasser oder Futter für sein Vieh.

Jetzt schon haben die Einwohner von Stonehenge Hunderttausende Dollar für Viehfutter ausgegeben. Laut dem australischen Landwirtschaftsministerium sind die Farmer im Schnitt mit 560.500 australischen Dollar verschuldet.

Dick Smith hatte einmal 1500 Rinder. Jetzt sind es nur noch 47 Kühe und Kälber.

"Wir müssen mit Dürren rechnen, aber diese dauert zu lange", sagt der Farmer. Die wichtigste Wasserleitung, der Thomson River, ist zum ersten Mal seit 34 Jahren komplett ausgetrocknet.

Smith musste bereits dreimal seinen gesamten Viehbestand aufgeben. Er befürchtet, dass es bald ein viertes Mal geben wird.

Um seine Familie zu ernähren, repariert Smith im weit entfernten Bundesstaat Northern Territory Zäune und fährt Planierraupen. In dieser Zeit kümmert sich seine Frau Sue um den schwindenden Farmbetrieb.

Die ehemalige Reiterin sagt, man müsse seinen Ehemann wirklich lieben, um hier draußen zu leben.

Isoliert sei Stonehenge allerdings nicht. "Wir haben Asphaltstraßen, Telefon und Internet. Aber ich vermisse weiße Laken", sagt Sue Smith.

Der Ort erlebte in den letzten Jahren viele Abwanderungen – vor einigen Jahren zählte er noch 106 Einwohner.

Von den drei Hotels ist nur noch eines geblieben. Besitzer Frank Irwin zeigt sich aber zuversichtlich.

"Wir haben bloß die Schotten dicht gemacht, bis die Dürre vorüber ist", sagt Irwin. Wie sein englischer Namensvetter würde auch Stonehenge überleben.

Die Dürre schlägt sich auch auf die Psyche der Leute nieder, vor allem, je länger sie dauert. Das belegt eine Studie der Australian National University.

Woher Stonehenge eigentlich seinen Namen hat, bleibt bis heute ungeklärt. Eine Einwohnerin sagt, dass die Trapper Mitte des 18. Jahrhunderts hier eine steinerne Festung gebaut hätten.

Das Bollwerk sollte die Jäger vor wilden Tieren schützen. Ob diese Geschichte stimmt, kann aber niemand mit Sicherheit sagen.

Eine andere Theorie nennt die felsige Landschaft als Grund für die Namensgebung. Die Gegend ist mit Steinen aller Größenordnungen übersät.

Touristen zieht das "Address Book" an. Auf dem weiten Feld formen sie aus Steinen Namen und Nachrichten.

In anderen Teilen des Landes hat es inzwischen wieder geregnet. Stonehenge bleibt aber weiterhin trocken.

Der Wassermangel macht nicht nur dem Vieh zu schaffen. Auch Stonehenges Bewohner müssen sparen, wo sie können.

Sollte sich das ändern und der Regen kommen, sind die Farmer aber noch längst nicht gerettet.

Die große Nachfrage nach Rindfleisch hat die Preise für die Tiere in die Höhe getrieben. Dadurch könnten die Viehzüchter von Stonehenge Probleme haben, ihre Herden wieder aufzubauen. (pzi)

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