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Amanda Knox verurteilt: Eiskalter Engel muss hinter Gitter

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Nach 13 Stunden Beratung lautet das Urteil "schuldig": Amanda Knox, der "Engel mit Eisaugen", ist vom Geschworenengericht in der italienischen Stadt Perugia verurteilt worden. (Foto: dpa)

Nach 13 Stunden Beratung lautet das Urteil "schuldig": Amanda Knox, der "Engel mit Eisaugen", ist vom Geschworenengericht in der italienischen Stadt Perugia verurteilt worden.

Nach 13 Stunden Beratung lautet das Urteil "schuldig": Amanda Knox, der "Engel mit Eisaugen", ist vom Geschworenengericht in der italienischen Stadt Perugia verurteilt worden.

Die 22-jährige Amerikanerin soll für 26 Jahre ins Gefängnis, weil Indizien dafür sprechen, dass sie ihre 22-jährige britische Kommilitonin Meredith Kercher im Drogenrausch grausam ermordet hat.

Knox' 25-jähriger italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito wird zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Mitten in der Nacht werden beide von der Polizei mit heulenden Sirenen zurück ins Gefängnis gebracht - vorbei an Schaulustigen, Reportern und Fernsehkameras.

Der spektuläre Prozess um Sex, Drogen und Mord wurde von einem riesigen Medienrummel begleitet. (im Bild: Knox' Anwalt Ghirgo)

Die Familien der Angeklagten (hier Vater Curt Knox, Stiefmutter Cassandra und ihre Tochter Delaney) waren ebenso angereist wie ...

... wie Angehörige des Opfers. (hier Schwester Stephanie Kercher sowie Mutter Aline Kercher)

Sie alle wollen wissen, wie die italienischen Geschworenen in dem Fall entscheiden, der nur aufgrund von Indizien geführt werden kann.

Rückblick: In der Nacht zum 2. November 2007 ist das Haus in der Via della Pergola 7 Schauplatz einer Bluttat. Die Austauschstudentin Meredith Kercher wird halbnackt, von Dutzenden Messerstichen übersät und mit durchschnittener Kehle in der Wohnung aufgefunden.

Der Verdacht fällt rasch auf ihre Mitbewohnerin, die Amerikanerin Knox aus Seattle, ...

... und zwei Männer. Alle drei Täter sollen Haschisch geraucht haben, neben Amanda Knox und ihrem Freund auch der Ivorer Rudy Guede, der bereits zu 30 Jahren Haft verurteilt ist.

Die Ermittler gehen wie dann auch die Ankläger davon aus, dass die junge Britin vergewaltigt und ermordet wurde, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen.

"Es war Mord in Verbindung mit sexueller Gewalt", zu diesem Schluss kommt der Staatsanwalt Giuliano Mignini in seinem Plädoyer. Und fordert lebenslange Haft.

Knox beteuert während des Prozesses immer wieder ihre Unschuld. Tatzeugen gibt es nicht.

Alle Fragen bleiben offen, meinte die Verteidigung der schönen Amanda, die jenseits des Atlantiks gern als das unschuldige Opfer einer eher unfähigen italienischen Justiz angesehen wird.

Dabei waren immerhin belastende DNA-Spuren auf einem Messer und dem BH der Toten entdeckt worden. Ob das Messer aber die Tatwaffe ist, konnte zweifelsfrei nicht geklärt werden. Die Verteidiger hielten also überhaupt nichts von dem Szenario einer folternden Amanda im Sex- und Drogenrausch.

Die Anwälte der Angeklagten meinten, Amanda sei ein natürliches Mädchen und ganz irrtümlich in den "Tsunami" der Ermittlungen und Verdächtigungen geraten.

Nein, nicht das "Engelsgesicht mit den Eisaugen" sei sie, sondern wie die fabelhafte Amélie - also der sanften Filmfee Audrey Tautou ähnlich.

"Zwei Unschuldige zu verurteilen, das schafft keine Gerechtigkeit für Meredith und ihre Angehörigen", beschwor Verteidigerin Maria Del Grosse in ihrem Schlusswort ein letztes Mal die sieben Geschworenen.

Es hilft ihren Mandanten nicht. Zwar folgt das Gericht nicht dem Antrag auf lebenslänglich, weil die Angeklagten nicht vorbestraft sind. (im Bild: Richter Giancarlo Massei verliest das Urteil.)

Nun drohen Amanda Knox viele Jahre hinter Gittern. (im Bild: Knox wird nach dem Richterspruch abgeführt)

Mit dem Aufschrei "nein, nein, nein" brach die bis dahin kühl und gelassen wirkende Amerikanerin bei der Urteilsverkündung in Tränen aus und fiel ihrem Anwalt Luciano Ghirga in die Arme. (im Bild: Knox nach der Ankunft zum letzten Tag der Verhandlung)

Fassungslos verfolgen Angehörige in den USA die Übertragung von CNN.

"Wir sind extrem enttäuscht", betonen die Eltern von Amanda Knox (im Bild Mutter Edda). In dem Verfahren sei nicht geklärt worden, warum es keinen Beweis dafür gebe, dass Amanda in dem Zimmer war, in dem Meredith so tragisch und grausam ermordet wurde.

Die Angriffe seitens der Medien auf Amandas Charakter hätten ganz offensichtlich die Geschworenen beeinflusst, heißt es im Statement ihrer Familie weiter.

Die Familie der Ermordeten zeigte sich nach dem Urteil zufrieden. (im Bild: Bruder Lyle, Schwester Stephanie, Vater John und Mutter Arline)

"Man kann nur einverstanden sein mit dem Urteil, das auf den im Gericht vorgebrachten Beweisen beruht, sonst gibt es ja nichts anderes", erklärte Merediths Mutter Arline Kercher

Der Bruder des Opfers, Lyle Kercher, betonte jedoch, dass es für sie "kein Moment zum Feiern" sei. "Es fühlt sich so an, als ob unsere Leben immer noch auf Eis liegen", brachte Merediths Schwester Stephanie ihre Gefühle auf den Punkt.

Gut möglich sogar, dass der Fall Amanda Knox nochmals verhandelt wird. Anwälte und Familien der Verurteilten kündigten Widerstand gegen die Entscheidung der Richter an.

Für den Anwalt der jungen Amerikanerin, Luciano Ghirga, gibt es "weiten Spielraum für einen Berufungsprozess".

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