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Bald sieben Milliarden Menschen: Es wird voll auf der Erde

 
Bald sieben Milliarden Menschen: Es wird voll auf der Erde

Die Welt wächst.

Um etwa 79 Millionen Menschen im Jahr, schätzt die UNO. Andere Quellen gehen von deutlich mehr aus.

Zu Beginn des Jahres 2009 lebten etwa 6,7 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Und im Sekundentakt zählt die Weltbevölkerungsuhr der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung DSW hoch. Die Sieben-Milliarden-Marke wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2011 erreicht sein. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung nennt dafür den 31. Oktober 2011 als Stichtag.

Das rasante Wachstum bleibt nicht ohne Folgen.

Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, wurde der 11. Juli zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt.

Warum der 11. Juli? An diesem Tag im Jahre 1987 stieg die Zahl der Menschen auf der Erde auf über fünf Milliarden an.

Mit dem Begriff Weltbevölkerung wird die geschätzte Anzahl von Menschen bezeichnet, die auf der Erde leben, lebten oder leben werden.

Im Laufe der Geschichte machte die Weltbevölkerung verschiedene Entwicklungsphasen durch. Den größten Rückgang, der existentbedrohlich war, gab es vor 75.000 Jahren mit dem Ausbruch des Supervulkans Toba. Zwischen 1000 bis 10.000 Menschen konnten sich retten, wird geschätzt. (Falschfarben-Satellitenaufnahme des Tobasees, des größten Vulkansee der Erde)

Nach ihrer Verbreitung von Afrika aus über alle Kontinente lebten bis zum Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren 5 bis 10 Millionen Menschen weltweit. Vor etwa 2000 Jahren waren es laut Schätzungen 170 bis 400 Millionen, im Römischen Reich zu Beginn unserer Zeitrechnung 57 Millionen.

Vor 1000 Jahren vermutet die UNO eine Weltbevölkerung von 310 Millionen Menschen. Nach diesem Stillstand im ersten Jahrtausend unserer Zeit begann ein Wachstum im Hochmittelalter, das im Spätmittelalter jedoch Einbrüche erlebte - durch Seuchen wie die Pest oder die Pocken. (Pestbakterium)

Um 1500 haben nach UN-Schätzungen etwa 500 Millionen Menschen auf der Erde gelebt. Im Laufe des 16. Jahrhunderts minimierte sich die indianische Bevölkerung in Amerika von 50 Millionen auf fünf Millionen, eingeschleppte Seuchen waren die Ursache. In Europa und Asien hingegen stieg die Bevölkerung weiter an.

Im 18. Jahrhundert stieg das weltweite Wachstum dauerhaft an - auf über 0,5 Prozent im Jahr, Mitte des 20. Jahrhunderts auf über 2 Prozent. 1804 überschritt die Weltbevölkerung eine Milliarde Menschen.

Im 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht, von 2 Milliarden 1927 auf 6 Milliarden 1999. Die 7-Milliarden-Marke wird voraussichtlich im Jahr 2012 erreicht.

Gegenwärtig steigt die Zahl der Erdenbürger in jeder Sekunde um 2,4 und jeden Tag um etwa 213.000 Menschen.

Damit liegt das durchschnittliche Bevölkerungswachstum bei etwa 1,2 Prozent. Demnach werden um 2050 über neun Milliarden auf der Erde leben.

Die bevölkerungsreichsten Länder sind China mit 1,3 Milliarden und damit fast 20 Prozent der Weltbevölkerung, Indien mit 1,15 Milliarden und die USA mit 304 Millionen Menschen.

Auch Indonesien, Brasilien und Pakistan, Nigeria, Bangladesch, Russland, Japan und Mexiko kommen bevölkerungsmäßig über die 100 Millionen hinaus. Indien wird ziemlich sicher um 2025 China an der Spitze der bevölkerungsreichsten Länder ablösen.

Deutschland liegt mit knapp über 80 Millionen auf Rang 14 und beherbergt damit 1,2 Prozent der Weltbevölkerung. In den 15 bevölkerungsreichsten Staaten leben rund 66 Prozent der gesamten Bevölkerung.

Das Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt, am stärksten in Afrika - trotz hoher Aids-Raten. Die Bevölkerung in den Industrienationen hingegen wird nur noch langsam wachsen oder sogar, wie in Europa, schrumpfen. Der Grund hierfür sind die geringen Geburtenraten: Nur 1,6 Kinder kommen hier im Durchschnitt pro Frau zur Welt.

Asien ist der Kontinent, auf dem die meisten Menschen leben. Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung in Afrika sind besonders schwer. Das liegt an den nicht vorhersehbaren und sehr unterschiedlichen Nachwuchszahlen. Während sie in Tunesien und Südafrika fallen, stagnieren sie in Kenia, Uganda oder Mali.

Seit Ende der 80er-Jahre nimmt das Weltbevölkerungswachstum in absoluten Zahlen ab, von damals 87 Millionen auf 78 Millionen im Jahr 2007. Bereits seit Ende der 60er Jahre nimmt das Wachstum prozentual ab, von damals 2,1 auf 1,2 Prozent im Jahr 2006.

Laut einer aktuellen UN-Hochrechnung sinkt die Geburtenrate ab 2040 unter den Wert von 2,1 Kindern pro Frau, der statistisch notwendig ist, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten.

Bis 2050 erwartet die UNO knapp über 9 Milliarden Menschen.

In ganz Asien leben dann mehr als fünf Milliarden Menschen.

In Europa werden dann mit rund 691 Millionen nur noch rund 7,6 Prozent der Weltbevölkerung leben. 100 Jahre früher war noch rund jeder Fünfte ein Europäer.

In Deutschland wird die Zahl der Einwohner einer UN-Prognose zufolge bis 2050 auf etwa 70 Millionen sinken.

In der Vergangenheit lagen die Prognosen für die Weltbevölkerung fast immer höher als die tatsächliche Entwicklung. Das lag vor allem an der Fehleinschätzung der Entwicklung in China, wo die Bevölkerungsexplosion deutlicher begrenzt werden konnte als allgemein erwartet.

Eine weitere spannende Frage: Wieviel Menschen sind jemals auf der Welt geboren worden? Rund 110 Milliarden moderne Menschen wurden jemals geboren.

Die Berechnung dieser Zahl ist schwierig, und verschiedene Quellen haben ihre jeweils eigenen Methoden: Die Universität Hawaii beispielsweise berechnet die Zahl nach der Formel: [P(B)-P(A)](B-A)/{Ln[P(B)]-Ln[P(A)]}, wobei A und B die Jahreszahlen und P(A) und P(B) die entsprechende Bevölkerungszahlen in diesen Jahren sind. Gestartet wird vor 1 Million Jahren mit 2 Personen.

Die Hochrechnungen beziehen sich allerdings immer auf den modernen Menschen. Andere Arten der Gattung Homo, die bis vor etwa 2,5 Millionen Jahren gelebt haben, sind nicht enthalten. Beim Neandertaler wird davon ausgegangen, dass niemals mehr als wenige Tausend gleichzeitig gelebt haben.

Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung im Jahr 2004 betrug gemäß WHO 27,6 Jahre und wird nach UNO-Angaben bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 38,1 Jahre steigen.

Die UNO erwartet bis zum Jahr 2050 einen weltweiten Zuwachs bei den Über-60-Jährigen von jetzt gut 10 auf dann knapp 22 Prozent. Gleichzeitig geht der Bevölkerungsanteil der Kinder bis 15 Jahre von jetzt knapp 30 auf knapp 20 Prozent zurück.

In den Entwicklungsländern hat sich der Nahrungsbedarf in den vergangenen 40 Jahren mehr als verdreifacht. Weltweit leiden rund eine Milliarde Mensch an Unterernährung, die meisten von ihnen leben in den Entwicklungsländern – dort, wo die Bevölkerung noch dramatisch wachsen wird.

Laut der UN-Welternährungsorganisation kommen jährlich vier Millionen hinzu – das Millenium-Entwicklungsziel, die Zahl der an Hunger Leidenden bis 2015 zu halbieren ist unerreichbar.

Da die Weltbevölkerung zunimmt, ein Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzflächen in den meisten Teilen der Welt nicht mehr möglich ist, schrumpft das fruchtbare Ackerland pro Kopf. Besonders gravierend ist die fortschreitende Landknappheit in Afrika.

Zwar wird, global gesehen, ausreichend Nahrung produziert, um alle Menschen zu ernähren, doch die Verteilung ist ungleich. Das reichste Fünftel der Weltbevölkerung konsumiert 16 Mal mehr Nahrung als das ärmste Fünftel. Auch das übt Druck auf die Versorgungslage aus.

Die Ressourcenprobleme sind zudem viel schwieriger zu bewältigen, wenn die Zahl der Menschen weiter wächst.

Weitere wichtige Kriterien sind die Bevölkerungsdichte und die Verstädterung. Die höchste Bevölkerungsdichte weist der Stadtstaat Monaco mit 16.000 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die größte Bevölkerungsdichte eines Flächenstaats hat Bangladesch mit mehr als 1000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Deutschland zählt 230.

Der Staat mit der geringsten Bevölkerungsdichte ist die Mongolei mit weniger als 2 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte der Erde liegt bei etwa 50 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche, allerdings ohne die Antarktis.

Die UNO rechnet mit einer weiteren Zunahme der weltweiten Verstädterung. In diesem Jahr wird die Hälfte aller Menschen in Städten leben -3,3 Milliarden. Der Anteil der Stadtbevölkerung wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf über 60 Prozent steigen und im Jahr 2050 rund 70 Prozent erreichen. Im Jahr 1950 lag er noch bei 30 Prozent.

Die Zahl der an Hunger leidenden Städter nimmt zu.

Außerdem konzentrieren sich in den Metropolen viele große Umweltprobleme.

Jedoch bieten die Städte auch viel Potenzial zur Linderung der Probleme. Mehr als ein Drittel der von Städtern konsumierten Nahrungsmittel werden bereits in Städten produziert. Von zunehmender Bedeutung ist dabei die städtische Landwirtschaft.

Um die Nahrungsversorgung zu sichern, muss es gelingen, das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen. Hier sind vor allem Familienplanung, die Aufklärung und der Zugang zu Verhütungsmitteln wichtig, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern – jährlich 76 Millionen allein in den Entwicklungsländern.

Frauen kommt bei der Ernährungssicherung eine Schlüsselrolle zu, sie produzieren 80 Prozent aller Grundnahrungsmittel, doch ihre Rechte sind weltweit stark vernachlässigt.

Ohne eine soziale, rechtliche und wirtschaftliche Gleichstellung der Frauen können die Milleniums-Entwicklungsziele nicht erreicht werden, glaubt der UN-Bevölkerungsfonds.

Angesichts der derzeitigen Entwicklungen werden sich die globalen Probleme weiter verstärken. Vor allem der Druck auf die Gesundheits- und Bildungssysteme und die Ernährungslage wird sich erhöhen.

Und im Raum steht eine große Frage: "Wie viele Menschen kann die Erde versorgen?"

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