Bilderserie
Mittwoch, 08. April 2015

Profit und Stahlhunger: Europäer wollen Schiffe sauberer recyceln

Bild 1 von 19
An westindischen Stränden wie Gujarat werden Schiffe aus aller Welt auseinandergebaut. Ein gutes Geschäft, denn die Schiffseigner verdienen pro Tonne Stahl satte 500 Dollar. (Foto: REUTERS)

An westindischen Stränden wie Gujarat werden Schiffe aus aller Welt auseinandergebaut. Ein gutes Geschäft, denn die Schiffseigner verdienen pro Tonne Stahl satte 500 Dollar.

An westindischen Stränden wie Gujarat werden Schiffe aus aller Welt auseinandergebaut. Ein gutes Geschäft, denn die Schiffseigner verdienen pro Tonne Stahl satte 500 Dollar.

Doch dieses Geld ist schmutzig. Denn in den alten Schiffen ist beispielsweise giftiges Asbest verbaut. Das verseucht nun Mensch und Umwelt.

Die Arbeiten finden direkt am Strand statt, gefährliche Chemikalien gelangen ins Meer, auch die Menschen sind davor nicht geschützt.

2014 sind hier über 600 Schiffe zerlegt worden, unter Bedingungen, die man sich kaum vorstellen kann.

Die Arbeiter sind nur notdürftig oder gar nicht geschützt. Eine Ausbildung haben sie auch nicht.

Selbst Werkzeuge sind Mangelware. Die Menschen nutzen ihre bloßen Hände, um die Schiffsteile auseinanderzubauen.

In dieser Region arbeiten rund 35.000 Menschen für das Schiff-Recycling.

Die Materialien sind weltweit begehrt und hier bekommen Schiffseigner den höchsten Preis, ...

... die Menschen sind allerdings arm.

Dabei ist die Arbeit so gefährlich und schädlich, ...

... dass in den vergangen 20 Jahren rund 470 Menschen bei Arbeitsunfällen an indischen Stränden gestorben sind. Die EU will jetzt aber dafür sorgen, dass das Schiff-Recycling sauberer wird.

Hier im belgischen Gent steht die größte Schiff-Recycling-Anlage des Kontinents. 35.000 Tonnen Metall werden hier jedes Jahr gesammelt.

Ganze Kreuzfahrtschiffe werden in Gent komplett auseinandergenommen. Die Umweltschutzauflagen ...

... und die Arbeitskosten liegen deutlich über den asiatischen Standards. Deshalb verdienen die Schiffseigner in Europa auch nur 150 Dollar pro Tonne Stahl.

Die Arbeiter sind aber vor Schadstoffen geschützt.

Sie müssen von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung tragen, damit ihre Gesundheit nicht gefährdet wird.

Alte Schiffe sauber zu recyceln ist das Ziel.

Dem Profit ist das nicht eben zuträglich.

Und am Ende wird nur der Markt entscheiden, wo, unter welchen Bedingungen und zu welchem Preis die Schiffe zerlegt werden sollen.

weitere Bilderserien