Mit einem großen Gottesdienst hat die Frauenkirche Dresden ihr erstes Weihefest gefeiert.Bild 1 von 52 Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gotteshaus war seit 1994 wiedererrichtet und am 30. Oktober 2005 geweiht worden.Bild 2 von 52 Rund 600.000 Menschen aus aller Welt spendeten rund 100 Millionen Euro für das Bauwerk.Bild 3 von 52 Insgesamt kostete der originalgetreue Wiederaufbau 179,7 Millionen Euro. Er gilt auch als große Gemeinschaftsleistung einstiger Kriegsgegner.Bild 4 von 52 Zu den Förderern des Wiederaufbaus der Frauenkirche gehörten viele Menschen aus Großbritannien und den USA.Bild 5 von 52 In seiner Predigt blickte Landesbischof Jochen Bohl auf die Weihe zurück. "Vor allem erinnern wir uns an die Bewegung in den Herzen und Sinnen so vieler Menschen, über alle Grenzen hinweg.Bild 6 von 52 Dankbar blicken wir zurück und freuen uns, dass die Frauenkirche so vielen Menschen ein Gleichnis geworden ist für die Kraft des Evangeliums, das die Welt verändern kann."Bild 7 von 52 Während im Jahr 2005 Sonne und ein strahlend blauer Himmel die Weihe begleiteten, ....Bild 8 von 52 .... gab es dieses Mal, im Oktober 2006, dunkle Wolken und Regen.Bild 9 von 52 Dennoch waren zur Stunde der Feier viele Leute auf dem Platz vor der Kirche unterwegs.Bild 10 von 52 Nach zwölf Jahren Bauzeit wurde die Frauenkirche fertig - ...Bild 11 von 52 ... deutlich schneller als erwartet.Bild 12 von 52 Zum Fest der Weihe 2005 ...Bild 13 von 52 ... versammelten sich 60.000 Besucher auf dem Dresdner Neumarkt in der Nähe des Denkmals für den Reformator Martin Luther. Für die evangelisch-lutherische Kirche mit der bewegten Vergangenheit begann damit ein neues Kapitel.Bild 14 von 52 1722 hatte der Rat der Stadt Dresden den Ratszimmermeister George Bähr mit der Planung beauftragt. Die Kuppel sollte aus Kupfer gegossen werden, doch Sachsen war im Krieg und musste sparen. Der Baumeister konstruierte sie aus Sandsteinquadern - "Steinerne Glocke" sagte der Volksmund.Bild 15 von 52 Bähr erlebte die Krönung seines Lebenswerks, das Aufsetzen der Turmhaube (Bild eines Modells) , nicht mehr. Laut Kirchenbuch starb er 1738, fünf Jahre vor Bauende, an "Streckfuß und Verzehrung". Als man aber fast hundert Jahre später sein Grab öffnete, fand man ein Skelett mit eingeschlagenem Schädel und drei gebrochenen Rippen.Bild 16 von 52 Als am 13. Februar 1945 650.000 britische Brandbomben in Dresden einschlugen, befand sich die Frauenkirche mitten im Feuersturm. Doch weder die britischen noch ...Bild 17 von 52 ... die US-amerikanischen Sprengkörper trafen das Gebäude.Bild 18 von 52 Blick vom Dresdner Rathausturm mit der Sandsteinfigur "Güte" ....Bild 19 von 52 .... von August Schreitmueller in Richtung Süden. Von einem ähnlichen Standpunkt aus hat der Dresdner Fotograf Richard Petersen die Stadt nach der Bombardierung fotografiert und damit ein Dokument geschaffen (l.), das weltweit ein Symbolbild für die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde.Bild 20 von 52 In den Kellern der Kirche befand sich ein Filmarchiv. Die Filme bestanden damals aus leicht brennbarem Zelluloid, das eine enorme Hitze entwickelte.Bild 21 von 52 Am 15. Februar um 10 Uhr morgens brach das Gebäude in sich zusammen. Die Innenpfeiler waren ausgebrannt und konnten die gewaltige Last nicht länger tragen. Nur noch zwei Mauerstümpfe ragten seither aus dem Trümmerberg. In der DDR war die Ruine der Frauenkirche über 40 Jahre lang ein Mahnmal gegen den Krieg.Bild 22 von 52 Das SED-Regime nutzte die Stätte zu propagandistischen Zwecken gegen die "anglo-amerikanischen Kriegstreiber".Bild 23 von 52 Erstmals am 37. Jahrestag der Zerstörung Dresdens versammelten sich einige hundert Menschen vor der Ruine, die Friedens- und Bürgerbewegung wagte sich ans Licht der Öffentlichkeit. Die Staatsmacht hielt die Gruppierung nicht auf, wenige Jahre später wäre der Versuch zwecklos gewesen.Bild 24 von 52 Der Kampf um das Symbol hatte begonnen. Neonazis instrumentalisieren die Ruinen der Frauenkirche für ihre Zwecke. Regelmäßig am 13. Februar marschieren sie mit ihren Springerstiefeln am Mahnmal auf. Der Wiederaufbau hat daran nichts geändert:Bild 25 von 52 Die Skinheads kommen immer noch, aber die autonome Szene überlässt ihnen das Feld nicht kampflos. Gegendemonstrationen sind keine Seltenheit.Bild 26 von 52 Im Herbst 1989 formierte sich eine Initiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche. Ganz vorne mit dabei war der Trompeter Ludwig Güttler - hier mit einem Säckchen Münzen, der Spende einer unbekannten Dresdnerin.Bild 27 von 52 Die Wiederaufbau-Pläne stießen zunächst auf erbitterten Widerstand. Besonders die Denkmalschützer aus dem Westen machten dagegen Front. Sie wollten die Überbleibsel der Frauenkirche bewahren und restaurieren - aber bloß nicht rekonstruieren.Bild 28 von 52 Auch die Amtskirche sträubte sich - durchaus mit guten Argumenten. Vierzig Jahre lang war die Kirche in der DDR nur geduldet. Die wenigen kleinen Gemeinden brauchten keine repräsentativen Gebäude. Die vorhandenen historischen Kirchenbauten waren ohnehin viel zu groß.Bild 29 von 52 Doch der Widerstand bröckelte nach und nach. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf sprachen sich für den Wiederaufbau aus. Vor allem aber die Dresdner selbst wollten die Frauenkirche neu errichten. Am Ende stimmte die Evangelische Synode nach heftiger Debatte zu.Bild 30 von 52 Eine beispiellose Sammlungsbewegung rollte an. 2003 konnte Güttler (r.) einen stattliche Spendenscheck über 2,818 Millionen Euro an Landesbischof Volker Kreß überreichen. Mehr als zwei Drittel der Bausumme stammen aus privaten Spenden oder Erlösen.Bild 31 von 52 Am Anfang stand eine aufwändige Spurensuche. Jeder einzelne Stein wurde katalogisiert - Maße, Gewicht, Schäden und mutmaßliche Herkunft wurden erfasst. Ein gutes Drittel hatte die Bombennacht 1945 weitgehend unbeschadet überstranden. Der Computer ermittelte den ursprünglichen Platz der alten Sandsteine, ...Bild 32 von 52 ... den sie auch in der erneuerten Außenhaut wieder einnehmen sollten. Die Reste des Eckturms und des Chores sollten ebenfalls in den Neubau integriert werden.Bild 33 von 52 Das dadurch entstandene irritierende Muster ist nur von begrenzter Dauer. In ein, zwei Generationen wird der helle Sandstein nachgedunkelt sein und sich farblich angepasst haben.Bild 34 von 52 Zunächst begann der Wiederaufbau im Schneckentempo. Doch schon bald kam Schwung in die Sache: Findige Ingenieure entwickelten eigens ein hydraulisches Wetterschutzdach, das mit der Friedenskirche mitwachsen konnte. Bereits Anfang 2000 begann man, die Kuppel hochzuziehen.Bild 35 von 52 Leicht eingepudert hat die Frauenkirche in der kalten Jahreszeit einen besonderen Reiz. Im Aufbau begriffen, steckte der Bau den Winter allerdings nicht so leicht weg. Weil der Mörtel 1997/98 bei Minus 15 Grad nicht richtig abband, drohte der Baustopp. Die Bauleute wurden erneut erfinderisch:Bild 36 von 52 In einem Zelt auf dem Neumarkt wurden die Steine mit einem Gebläse vorgewärmt.Bild 37 von 52 Steinmetze errichteten die innere und äußere Kuppel um ein zehn Meter hohes Holzgerüst. Dazwischen verläuft heute ein spiralförmiger Aufgang für Besucher.Bild 38 von 52 Nicht immer hielten sich die Bauherren an das historische Vorbild. Einige Neuerungen kamen hinzu, von denen Baumeister Bähr im 18. Jahrhundert noch nicht wusste, dass es sie eines Tages geben würde: eine Wasserrinne rund um die Kuppel, Besuchertoiletten, eine Lautsprecheranlage und ...Bild 39 von 52 ... einen Fahrstuhl, der die Touristen auf der Aussichtsplattform in 67 Metern Höhe absetzt. Von hier aus können sie durch ein Glasdach ins Innere der Kuppel schauen oder den Ausblick über Dresden genießen.Bild 40 von 52 Das I-Tüpfelchen setzt die immerhin 28 Tonnen schwere Turmhaube. Im Juni 2004 hievte ein Kran die Haube samt Kreuz auf die so genannte Laterne. Der britische Dresden Trust sammelte mehr als 750.000 Euro für die vergoldete Spitze der barocken Kirche.Bild 41 von 52 Seitdem hat die Dresdner Frauenkirche wieder ihre alte Höhe von 91,24 Metern. Von hier oben gibt es einen fabelhaften Blick auf den Hausmannsturm des Schlosses (rechts), den Dresdner Zwinger (links) und ...Bild 42 von 52 ... den Mond. Das acht Meter hohe Kuppelkreuz fertigte der Sohn eines jener britischen Bomberpiloten an, die einst an den Angriffen auf Dresden teilgenommen hatten.Bild 43 von 52 Die Frauenkirche nimmt jetzt wieder ihren angestammten Platz in der historischen Stadtsilhouette Dresdens ein.Bild 44 von 52 Mitten im Winter hält Dresdens Silhouette alljährlich als Kulisse für eine ungewöhnliche Bade-Aktion her. Abgehärtete Sportler plantschten in der kalten Elbe.Bild 45 von 52 Den Innenraum beschallen 4873 Orgelpfeifen. Lange Zeit erhitzte der "Orgelstreit" die Gemüter. Einige Großspender forderten den detailgetreuen Nachbau der originalen Silbermann-Orgel. Ludwig Güttler setzte sich für eine teurere Orgel ein, die auch die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts spielen kann - und setzte sich durch.Bild 46 von 52 Auch beim Geläut gibt die Frauenkirche im wahrsten Sinne den Ton an. Acht Glocken hat in Sachsen keine andere Kirche. Baudirektor Eberhard Burger schlug sie alle einzeln an: Jesaja, Johannes, Jeremia, Maria, Josua, David, Philipous und die kleine Hanna.Bild 47 von 52 Ab Oktober 2005 gab es eine Sonderbriefmarke der Dresdner Frauenkirche an den Postschaltern. 15 Millionen Stück davon gingen durchs Land und um die Welt.Bild 48 von 52 Die Sachsen lieben die Frauenkirche, Zehntausende kamen allein, als 2003 die Glocken in die Türme gehängt wurden. Für Touristen aus dem In-und Ausland ist sie ein Magnet geworden. Mehr als zwei Millionen Menschen besuchten im ersten Jahr den Hauptraum der barocken Kirche.Bild 49 von 52 Ein Problem wird bleiben: Im Inneren der Kirche haben nicht einmal 2.000 Menschen Platz.Bild 50 von 52 Deshalb werden größere Feiern nach draußen übertragen, damit Besucher das Geschehen auf Großbildleinwänden verfolgen können.Bild 51 von 52 Lange Warteschlangen an den Türen gehören zum Besuchsalltag. Täglich strömen bis zu 10.000 Besucher in die Frauenkirche.Bild 52 von 52