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"Still Not Asking For It": Für Vergewaltigung gibt es keine Ausrede

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Nur weil eine Frau am Morgen zum Rock anstatt zur Hose gegriffen hat, ist das noch lange kein Grund, sie zu belästigen, gar zu vergewaltigen. Eigentlich gesellschaftlicher Konsens, sollte man meinen. Stimmt aber nicht. (Foto: Rory Banwell/still-notaskingforit.tumblr.com)

Nur weil eine Frau am Morgen zum Rock anstatt zur Hose gegriffen hat, ist das noch lange kein Grund, sie zu belästigen, gar zu vergewaltigen. Eigentlich gesellschaftlicher Konsens, sollte man meinen. Stimmt aber nicht.

Nur weil eine Frau am Morgen zum Rock anstatt zur Hose gegriffen hat, ist das noch lange kein Grund, sie zu belästigen, gar zu vergewaltigen. Eigentlich gesellschaftlicher Konsens, sollte man meinen. Stimmt aber nicht.

Seit es in Köln während der Silvesternacht massenhaft zu sexuellen Übergriffen gekommen ist, häufen sich in Politik und Öffentlichkeit strenge bis verzweifelte Kommentare ob der Regelmäßigkeit und Intensität, mit welcher Frauen auch heutzutage bedrängt werden.

Das Problem ist aber natürlich nicht neu. Die australische Fotografin Rory Banwell beschäftigte sich schon vor dem deutschen Medienwirbel mit der Frage nach sexueller Einvernehmlichkeit.

Wer dem Geschlechtsverkehr und allem, was dazugehören kann, nämlich zugestimmt hat, darüber gehen die Meinungen im Einzelfall auseinander.

Auch jemand, der sich im Job schon mal in wenig Kleidung präsentiert, möchte gefragt werden, bevor sich jemand am eigenen Körper zu schaffen macht.

Das Gleiche gilt für Eheleute. Die Zeiten, in denen sich der Beischlaf per Gesetz einfordern ließ, sind in großen Teilen der Welt passé.

Man sollte sich sicher fühlen dürfen, geschützt vom Staat. Einmal "nein" sagen, vorbei. Doch so einfach ist es eben nicht. Wer aufdringliche Avancen schon einmal versucht hat abzuwenden, weiß, ...

... dass besonders der alkoholisierte Gegenüber - aber nicht nur der - sich mit einem Wort der Verneinung nicht unbedingt zufrieden gibt. Man muss laut werden oder körperlich, ...

... nicht jedes Opfer ist dafür stark genug. Sexuelle Gewalt wird nicht selten verschwiegen. Das liegt daran, dass bei denjenigen, die sie erleiden, oft ein Gefühl von Schuld zurückbleibt.

Diesem Konflikt nähert sich Fotografin Banwell mit ihrem Projekt "Still Not Asking For It" (zu deutsch etwa "Ich bitte trotzdem nicht darum").

Das Auftreten einer Person, ihr Geschlecht, ihre Hautfarbe, ihre sexuelle Orientierung - all das kann niemals eine Vergewaltigung oder einen Übergriff rechtfertigen, so die Botschaft.

Als Banwell (Foto) einem Freund erzählte, dass sie und ihr Mann eine Tochter erwarten, schlug der halb im Scherz, halb im Ernst vor, sich doch jetzt besser mal eine Waffe anzuschaffen.

Dabei kann kein potenzielles Opfer in der Verantwortung sein, einen Übergriff abzuwenden - auch nicht mit einer Armlänge Abstand. Stattdessen müssen Täter zur Verantwortung gezogen werden.

So sieht das nicht nur Banwell, so sehen es auch viele andere. Dutzende von ihnen standen mittlerweile für das Projekt der Fotografin Modell - nicht nur Frauen.

So unterschiedlich die Teilnehmer von "Still Not Asking For It" auch sein mögen, sie alle eint die Hoffnung, dass sexuelle Selbstbestimmung einmal überall auf der Welt zur Selbstverständlichkeit wird. (ame)

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