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Klimawandel - die Zeche bezahlen die Armen: Gefährdete und verwundbare Staaten

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Die Industrienationen und die großen Schwellenländer verursachen den größten Ausstoß an Treibhausgasen  - ... (Foto: REUTERS)

Die Industrienationen und die großen Schwellenländer verursachen den größten Ausstoß an Treibhausgasen - ...

Die Industrienationen und die großen Schwellenländer verursachen den größten Ausstoß an Treibhausgasen - ...

... leiden müssen unter dem Klimawandel vor allem andere: die Entwicklungsländer. Das zeigt der Klima-Risiko-Index 2010, den die Organisation Germanwatch auf der Klimakonferenz in Kopenhagen vorgestellt hat.

Unter den Top 10 befinden sich ausschließlich Länder aus Südostasien und Mittel- bzw. Lateinamerika. Die ersten drei Plätze werden von Bangladesh, Birma und Honduras eingenommen.

Obwohl es in Bangladesch im Gegensatz zu Birma und Honduras in der jüngeren Vergangenheit zu keiner größeren Naturkatastrophe gekommen ist, führt der Staat in Südostasien das Katastrophen-Ranking an.

Denn Bangladesch leidet noch heute unter den Folgen eines verheerenden Tropensturms aus dem Jahr 1991. Damals starben 140.000 Menschen.

Zudem wird die bettelarme Bevölkerung immer wieder von Wirbelstürmen oder Überschwemmungen heimgesucht. Das Foto zeigt Küstenbewohner im November 2007 auf der Flucht vor Zyklon "Sidr".

Auch Birma leidet besonders unter Extremwetterereignissen:

Dort sind dem Bericht zufolge 95 Prozent der klimabedingten Todesfälle und Zerstörungen auf den ...

... verheerenden Zyklon "Nargis" von 2008 zurückzuführen.

Aber auch Dürreperioden machen dem Land zu schaffen.

Honduras, das an Platz 3 der Liste steht, bekommt es regelmäßig mit schweren Wirbelstürmen wie 2007 mit dem Hurrikan "Felix" zu tun.

Wirtschaftlich betrachtet musste das Land durch Extremwetterereignisse jährliche Verluste von 34 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes hinnehmen.

Auf Platz 4 der Liste reiht sich Vietnam ein. Mit seinen tief liegenden Deltas und seiner langen Küste ist das Land besinders verwundbar. Wirbelstürme und Überschwemmungen hinterlassen Tod und Verwüstung.

Erst im September 2009 traf Sturm "Ketsana" auf Zentralvietnam. Auch die als Unesco-Weltkulturerbe geltenden alten Häuser in Hoi An (Foto) wurden überschwemmt.

Hunderttausende Menschen ergriffen die Flucht, ...

... viele verloren ihr gesamtes Hab und Gut.

Auch der mittelamerikanische Raum wird immer wieder von schweren Stürmen ...

... und Überflutungen heimgesucht.

So richtete der Hurrikan "Alma" im Mai letzten Jahres in Nicaragua schwere Schäden an. Das Land steht auf Platz 5 des Klima-Risiko-Indexes.

Auch Haiti wird immer wieder von heftigen Wirbelstürmen geplagt und findet sich auf Platz 6 des Katastrophen-Rankings.

Der Antillenstaat gehört zu den ärmsten und labilsten Staaten der Welt. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 50 Jahren, die Kindersterblichkeit ist hoch, Mangelernährung weit verbreitet.

Die Folgen von Wetterextremen sind hier besonders gut sichtbar. Als Folge der drei Hurrikans des letzten Sommer sind immer noch Häuser und Straßen zerstört.

Da Haiti beinahe komplett entwaldet ist, reißt der Regen auf dem Land die Ernte mit sich. Das gilt auch für das Nachbarland Dominikanische Republik, das an achter Stelle des Berichts steht.

An siebter, neunter und zehnter Position des Klima-Risiko-Indexes finden sich mit Indien, den Philippinen und China noch einmal drei asiatische Staaten.

Auf den Philippinen starben bei schweren Überflutungen allein in diesem Herbst etwa 300 Menschen.

Industriestaaten finden sich nicht auf den ersten zehn Rängen. Vor allem die Folgen der Hitzewelle in Europa im Sommer 2003 ließ allerdings einige europäische Staaten unter die ersten 20 gelangen:

Italien landet auf dem 12. Platz, ...

... Spanien auf dem 14. und ...

... Portugal auf dem 16. Platz.

Deutschland rangiert auf Platz 23 der Liste mit durchschnittlich 975 Wettertoten pro Jahr. Im Hitzesommer 2003 gab es allerdings allein 8000 Todesfälle. (Foto: Düsseldorfer Rheinufer)

Die USA landen vor allem wegen der extremen Folgen von Hurrikan Katrina im Jahr 2005 auf Platz 18.

Afrika ist hingegen in dem Index deutlich unterrepräsentiert - das geben selbst die Macher der Studie zu. Obwohl zahlreiche Länder auf dem Kontinent immer wieder von anhaltenden Dürren geplagt werden, findet sich als erstes Land des Kontinents Mosambik auf Platz 19.

Der Grund: Der Klima-Risiko-Index berücksichtigt vor allem Todesfälle und wirtschaftliche Folgen. Wenn Menschen über lange Zeit unter extremen Wetterereignissen leiden, aber nicht daran sterben, wird dies nicht gewichtet.

Von 1990 bis 2008 kamen der Studie zufolge weltweit 600.000 Menschen durch Wetterkatastrophen ums Leben. Es entstanden Schäden in Höhe von 1,7 Billionen Dollar.

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