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Donnerstag, 13. April 2017

Der religiöse Hintergrund: Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern

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Ostern ist da, die Fastenzeit geht zu Ende. Doch vor das Eiersuchen hat der Herrgott den Höhepunkt des Fastens gesetzt - die Karwoche. (Foto: picture alliance / dpa)

Ostern ist da, die Fastenzeit geht zu Ende. Doch vor das Eiersuchen hat der Herrgott den Höhepunkt des Fastens gesetzt - die Karwoche.

Ostern ist da, die Fastenzeit geht zu Ende. Doch vor das Eiersuchen hat der Herrgott den Höhepunkt des Fastens gesetzt - die Karwoche.

Die eigentlichen Kartage beginnen am Donnerstag, dem Gründonnerstag.

Der Gottesdienst erinnert daran, dass Jesus beim Abendmahl den Jüngern die Füße wusch. Petrus lehnte zunächst ab. Da sprach Petrus zu ihm: "Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!" Jesus sagt: "Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir."

Im Neuen Testament findet am Abend dieses Tages das letzte Abendmahl statt.

Dabei teilte Jesus Brot und Wein aus - seinen Leib und sein Blut, eine Andeutung seines Opfertods. Zugleich forderte Jesus die Jünger auf, in Erinnerung an ihn weitere Abendmahle zu feiern: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!"

Die Bezeichnung "Gründonnerstag" stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das Wort stammt wahrscheinlich vom Mittelhochdeutschen "gronan", ("greinen" - also weinen, klagen, im Englischen noch erhalten als "groan").

Das "Greinen" spielt vermutlich auf die Tränen der Büßer an, die an diesem Tag wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.

Noch am Abend des Gründonnerstags wurde Jesus vom Rat der Hohenpriester festgenommen. Am folgenden Morgen, so berichtet der Evangelist Markus, wurde er Pilatus vorgeführt.

Die Hohenpriester warfen Jesus Hochverrat vor. Pilatus erklärte jedoch laut Lukas: "Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. ... Darum will ich ihn schlagen lassen und losgeben."

Doch die Hohenpriester überredeten Pilatus, ihnen Jesus zu übergeben. Matthäus berichtet, Pilatus habe sich die Hände vor dem Volk gewaschen und gesagt: "Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu!"

Am folgenden Tag, dem Karfreitag, gedenken die Christen der Kreuzigung Jesu. Der "stille Freitag" leitet die Osterfeierlichkeiten ein. Für die evangelischen Kirchen ist Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr.

Die Bezeichnung "Karfreitag" kommt aus dem Althochdeutschen. "Chara" bedeutete seinerzeit so viel wie Klage, Trauer. Dem christlichen Glauben zufolge bringt der Tod Jesu am Kreuz den Menschen die Erlösung.

Dies ist die zentrale Botschaft des Christentums: Jesus - der Erlöser - hat durch seinen Tod am Kreuz die Schuld der Menschen auf sich genommen. Im christlichen Verständnis ist der Mensch sündig - wegen eigener Vergehen, vor allem aber wegen der Erbsünde.

Drei Tage nach seiner Kreuzigung folgt die Auferstehung Jesu. Die wird zu Ostern gefeiert, dem höchsten katholischen Feiertag. Hier gibt es eine zeitliche und inhaltliche Nähe zum jüdischen Pessach-Fest; in den meisten europäischen Sprachen ist diese Nähe spürbar: ...

... Auf Italienisch heißt Ostern "pasqua", im Spanischen ähnlich "pascua", auf Französisch "pâques", im Schwedischen "påskdagen" und im Isländischen "páskar".

Zurück zur biblischen Geschichte: Die Auferstehung selbst wird im Neuen Testament nicht beschrieben, Augenzeugen werden nicht zitiert. Erst das von Maria Magdalena entdeckte leere Grab gibt den Jüngern einen Hinweis.

Am dritten Tag nach seiner Kreuzigung erscheint Jesus zwei Jüngern, die unterwegs nach Emmaus sind, einem Dorf in der Nähe von Jerusalem. Sie erkennen ihn zunächst nicht. Er erklärt ihnen den Sinn des Opfertods.

In Emmaus laden ihn die beiden zum Abendessen ein. Da "nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen", so Lukas. Die beiden Jünger erkennen ihren Heiland. "Und er verschwand vor ihnen." Weitere Auferstehungs-Geschichten gibt es bei Matthäus und Markus.

Eine sehr eindrückliche Auferstehungsgeschichte hat Johannes: Als Jesus den Jüngern erscheint, ist der Apostel Thomas nicht dabei. Die anderen erzählen ihm, dass Jesus auferstanden ist, doch Thomas glaubt ihnen kein Wort. Thomas sagt: "Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben."

Acht Tage später sind die Jünger wieder versammelt, dieses Mal ist auch Thomas dabei. Obwohl die Türen verschlossen sind, steht Jesus mit einem Mal im Raum. Er geht zu Thomas und sagt: "Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" Und: "Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!"

Wie wichtig Ostern für die Christen ist, beschrieb schon Paulus in einem Brief an die Korinther: "Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren."

Wie ein Mensch (Adam) der Menschheit den Tod gebracht habe, so habe ein Mensch (Jesus) der Menschheit die Auferstehung gebracht: "Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden."

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