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Lichtblicke im Elend: Haiti zwischen Hoffnung und Leid

 
Lichtblicke im Elend: Haiti zwischen Hoffnung und Leid

Es sind Momente des Glücks - für die Opfer wie auch für die Retter.

Fast zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti, dessen gesamtes Ausmaß bisher nur zu erahnen ist, schwinden die Chancen rapide, noch Überlebende zu finden.

Dennoch sind die über 50 Bergungsteams aus der ganzen Welt unermüdlich im Einsatz, um in den Trümmern nach Lebenden zu suchen.

Und erleben immer wieder kleine Wunder, wenn sie Menschen finden, die nach einer Woche ohne Nahrung und Wasser am Leben sind.

Laut UN-Angaben waren es 90 Menschen in der ersten Woche nach der Katastrophe.

Eine verschwindet geringe Zahl angesichts der zahllosen Opfer, die das Beben gefordert hat.

Allein in der Hauptstadt Port-au-Prince könnten es über 150.000 sein.

Laut Haitis Ministerpräsident Jean-Max Bellerive wurden bisher mindestens 72.000 Tote geborgen - die von Angehörigen bestatteten oder von UN-Friedenstruppen aufgesammelten Leichen nicht mitgerechnet.

In New York gedachten die Mitarbeiter der Vereinten Nationen ihrer toten und noch etwa 500 vermissten Kollegen. Unter den Toten ist auch der Leiter der UN-Mission in Haiti, der Tunesier Hédi Annabi.

Im Katastrophengebiet kommt zum Schock angesichts der Katastrophe und zur Trauer um die Toten die Sorge um das eigene Überleben.

Noch immer sind die Menschen dringend auf Hilfslieferungen und medizinische Versorgung angewiesen, die längst noch nicht alle Betroffenen erreicht hat.

Die internationale Hilfe für das Land wurde massiv verstärkt und läuft mittlerweile - endlich - auf Hochtouren.

Die Welternährungsorganisation WHO plant fünf "humanitäre Korridore", um Nahrungsmittel auf dem Luft-, Land- und Seeweg nach Haiti zu bringen.

Binnen einer Woche sollen die Lebensmittel eine Million Menschen erreichen und die lebenswichtige Versorgung sicherstellen.

Als problematisch erweist sich dabei der von der US-Armee kontrollierte Flughafen von Port-au-Prince, auf dem nicht alle Hilfsflieger landen können. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen ist nach eigenen Angaben mehrfach an der Lieferung von Hilfsgütern gehindert worden.

Für die Überlebenden bessert sich die Lage zwischen Obdachlosigkeit und Plünderungen nur langsam.

Viele Menschen haben seit Tagen weder Nahrung noch Trinkwasser.

Teils schwer Verletzte warten noch immer auf medizinische Hilfe.

Zehntausende harren auf den Straßen von Port-au-Prince oder in provisorischen Lagern aus.

Die Straßen, die befahrbar sind, sind hoffnungslos verstopft. Tausende Menschen versuchen aus der Stadt zu fliehen.

Sie warten oft tagelang, um mit Bussen oder Booten aus dem zerstörten Gebiet zu kommen.

Haitianer mit US-Pässen haben sich Flughafen versammelt - in der Hoffnung auf eine Maschine, die sie in die USA fliegt.

Vor der kanadischen und der US-Botschaft warten viele Menschen in der Hoffnung auf ein Visum.

Unterdessen versuchen Soldaten und Polizisten, die Sicherheitslage unter Kontrolle zu halten. Die Vereinten Nationen erhöhen ihr Truppenkontingent ebenso wie die USA.

US-Soldaten bewachen das größte Krankenhaus der Stadt, damit die Hilfe für die Verletzten ungestört weitergehen kann.

Tausende hätten auf der Suche nach Lebensmittel und Wasser versucht, in das Gebäude einzudringen, berichtet ein Arzt des Krankenhauses.

"Wir brauchen die Truppen, damit sie die Massen kontrollieren."

Der amtierende Chef der UN-Mission in Haiti, Edmond Mulet, bezeichnet die Lage jedoch als insgesamt ruhig und nicht gewalttätig. Die Situation sei unter Kontrolle.

Natürlich gebe es Vorfälle wie Schießereien und Raub. "Aber das gab es vor dem Erdbeben auch."

Entgegen den Erwartungen, dass den Truppen Skepsis und Misstrauen entgegenschlagen würde, applaudieren viele Haitianer den Einsatzkräften und setzen große Hoffnungen in sie.

Während die Lage in der Hauptstadt langsam durchsichtiger wird, ist die Situation in der Umgebung katastrophal.

In dem etwa 50.000 Einwohner zählenden Ort Léogâne, 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, sind rund 90 Prozent der Gebäude zerstört.

Auch hier wird dringend Hilfe benötigt.

Nach Ansicht viele Helfer ist die Lage vor allem für die Kinder dramatisch.

Über 100.000 Kinder und Jugendliche seien obdachlos geworden, glaubt die deutsche Kindernothilfe.

Bei der Verteilung von Hilfsrationen gingen sie oft leer aus.

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