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Unglück vor 80 Jahren: "Hindenburg"- Katastrophe beendet Luftschiff-Ära

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Der Zeppelin "Hindenburg", benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, galt als die "Titanic der Lüfte" und ... (Foto: AP)

Der Zeppelin "Hindenburg", benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, galt als die "Titanic der Lüfte" und ...

Der Zeppelin "Hindenburg", benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, galt als die "Titanic der Lüfte" und ...

... als das größte und schönste Luftschiff der Welt.

Mit ihm fing alles an: Graf Ferdinand von Zeppelin hatte die Luftschiffe marktreif gemacht. Sie galten als deutsche Spezialität und wurden weltweit bewundert.

Eine Fahrt nach Übersee mit der fliegenden Zigarre war für 40.000 Reichsmark (etwa 10.000 Euro) purer Luxus.

Ausgestattet war das Luftschiff mit großzügig gestalteten Räume, festlich gedeckten Tischen, bequemen Polsterstühle, Piano und Rauchersalon.

Anders als bei Vorgänger-Modellen befanden sich bei der "Hindenburg" die Passagier-Räume auf zwei Decks im Inneren des Auftriebskörpers.

Die Besatzung umfasste fünf Köche. Sogar ein extra angefertigtes Porzellanservice, Tischtücher, Servietten und Besteck wurden den Gästen geboten.

Die Schlafkabinen der Passagiere...

... verfügten sogar über fließendes warmes Wasser.

Die "Hindenburg" wurde von vier Dieselmotoren angetrieben, konnte bis zu 131 Kilometer pro Stunde zurücklegen...

... und war mit 235 Metern fast so lang wie ein Ozeandampfer. Platz gab es für 72 Passagiere.

Als Traggas wurde Wasserstoff verwendet. Denn Helium wollten die USA nicht an das Deutsche Reich von Adolf Hitler liefern.

Ab dem ersten Probeflug im März 1936 legte die "Hindenburg" auf 63 Fahrten insgesamt 337.129 Kilometer zurück und beförderte 7305 Menschen.

Sie fuhr insgesamt achtmal nach Südamerika und zurück, elfmal nach Nordamerika.

Neben Passagieren und der Mannschaft wurden mit dem Zeppelin auch Fracht und Post transportiert.

Doch die Ära der Luftschifffahrt fand am 6. Mai 1937 mit der "Hindenburg"-Katastrophe ein jähes Ende.

Die Ankunft des Luftschiffes in Lakehurst im US-Bundesstaat New Jersey, ...

... ganz in der Nähe der Metropole New York, wurde im Radio live übertragen.

Doch statt der geplanten Landung musste Radiomoderator Herbert Morrison eine Katastrophe kommentieren. "Es brennt und es stürzt ab", schrie er ins Mikrofon.

Innerhalb von 34 Sekunden ging das gewaltige Luftschiff komplett in Flammen auf.

"Das ist so furchtbar, die schlimmste Katastrophe der Welt", kommentierte er das Unglück für den Radiosender WLS Chicago.

Dem Reporter bot sich das Bild einer Masse an rauchendem Schrott. Kaum einer wagte es zu atmen.

Die Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Auf seinem Weg nach Lakehurst musste das Luftschiff einem Unwetter ausweichen und hatte Verspätung.

Bei einem Wendemanöver kurz vor der Landung könnte sich ein Draht gelöst und ein Leck in die Außenhaut des Schiffes gerissen haben. Die Kombination aus Wasserstoff und Luft vermischte sich dann zu einem gefährlichen Knallgas.

Weil das Schiff durch das Gewitter elektrisch aufgeladen war, entluden sich die nassen Taue, als sie den Boden berührten.

So könnte es bei einer Erdung zu einer Spannung zwischen Außenhaut und Gerippe gekommen sein.

Ein Funke hätte das vorhandene Gemisch aus Wasserstoff und Luft so entzünden und die "Hindenburg" in Brand setzen können.

Am Tag nach dem Absturz spekulierten die deutschen Zeitungen auch über einen möglichen Blitzeinschlag als Ursache.

Kapitän Max Pruss (Mitte) blieb bis zum Ende seines Lebens davon überzeugt, dass ein Attentäter das Luftschiff zerstört hat, nicht etwa technisches Versagen oder ein unglücklicher Zufall.

22 Fahrgäste und 43 Besatzungsmitglieder überlebten den Absturz wie durch ein Wunder.

Ein Sprung aus der Gondel rettete ihnen das Leben. Sie kamen zum Teil mit Brandverletzungen davon.

36 Menschen starben, darunter 13 Passagiere, 22 Crewmitglieder und ein Mitglied der Bodenmannschaft.

Mit einem Dampfer wurden die sterblichen Überreste der Opfer nach Cuxhaven überführt.

Ein Sonderzug der Reichsbahn brachte die Särge danach in die jeweiligen Heimatorte.

Die "Hindenburg-Katastrophe" war weder das erste noch das schwerste Unglück in der Luftschifffahrt.

Trotzdem steigt erst 1997 wieder ein Zeppelin über dem Bodensee auf: der "Zeppelin NT" (Neue Technologie).

An der Absturzstelle in Lakehurst New Jersey wird mit einem Denkmal an die Katastrophe erinnert.

Eine Katastrophe, die die Öffentlichkeit erstmals dank der Arbeit von Zeitungsreportern und Rundfunkjournalisten so unmittelbar miterlebt hat.

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