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Intim ist anders: Hochzeiten en masse

 
Intim ist anders: Hochzeiten en masse

Massenhochzeiten gibt es aus ganz verschiedenen Gründen. (Einige wenige von etwa 35.000 Paaren bei einer Massenhochzeit der Moon-Sekte im südkoreanischen Seoul)

Manche wollen ganz schlicht und einfach Geld sparen, weil sie sich eine Einzel-Hochzeitsfeier nicht leisten könnten. (Bräutigame bei einer Massenhochzeit in Sanaa, Jemen. Kollektiv-Hochzeiten aus finanziellen Gründen sind in diesem armen Land durchaus üblich.)

Manchmal wollen sich einfach zu viele am selben Tag vermählen, wie am 9.9.2009 … (Etwa 200 Paare heirateten an diesem Tag im Thean-Hou-Tempel in Kuala Lumpur)

... oder am 11.11.2011, wie hier mit Prinzengarde in der Jeckenhochburg Köln ...

… oder alljährlich am Valentinstag. (14 Paare feierten im thailandischen Ayutthaya am 14. Februar, dem Valentinstag, eine "Elefanten-Hochzeit".)

Viele hoffen wohl, sich so das Datum des Hochzeitstages besser merken zu können, ... (Hochzeit von 32 Paaren in Tel Aviv aus Gebieten an der Grenze zum Libanon)

... andere wiederum glauben, dass solche Zahlen Glück bringen. (Elf-Paare-Eheschließung in der weißrussischen Hauptstadt Minsk)

Die Zahl neun wird in vielen Kulturen als begünstigend und glückbringend angesehen. (Massenhochzeit der Moon-Sekte)

Auf Chinesisch wird die Zahl "jiu" ausgesprochen, was genau so klingt wie das Wort für "Immer". (Hochzeit von 46 Paaren im chinesischen Chongqing)

"Echte" Massenhochzeiten sind in Deutschland übrigens nicht erlaubt. (Geplante Schnapszahl-Massenhochzeit in Chemnitz am 9.9.1999, mit 98 Paaren, 99 Blumenkindern und 9 Schornsteinfegern - ein Paar konnte wegen fehlender Papiere nicht antreten)

Für die ganz offizielle Trauung müssen sich die Paare noch bei einem Standesamt das Ja-Wort geben. In anderen Ländern ist das durchaus erlaubt und gar nicht so selten, wie diese und die folgenden Bilder zeigen:

Bräutigame warten auf ihre Hochzeit im indischen Dorf Bahirkhand nahe Kolkata (deutsch: Kalkutta). Dabei wurden 71 muslimische und Hindu-Paare vermählt. Die Zeremonie wurde von einer NGO (nichtstaatliche Organisation) initiiert.

Indische Bräute muslimischen Glaubens bei einer Hochzeit mit 163 Paaren. Die Zeremonie für arme Slum-Bewohner aus Ahmedabad ...

... wurde von einer muslimischen Freiwilligen-Organisation initiiert.

Auch die Hochzeit mit 32 Paaren im jordanischen Amman wurde von einer Wohltätigkeitsinitiative organisiert, um die jungen Menschen zu unterstützen, die sich die kostspielige Zeremonie nicht leisten können. Hochzeiten in arabischen Ländern sind meist ein großes Spektakel, zu dem Familie und Freunde eingeladen werden, um drei Tage lang zu feiern - mit entsprechender finanzieller Belastung.

Libanesische Brautpaare beim Massen-Fototermin in einem römischen Tempel in Baalbeck.

Am 25. Jahrestag von Vietnams Sieg über die USA heirateten in Ho Chi Minh Stadt 25 Paare gleichzeitig. Sie begaben sich aus diesem Anlass zur Statue von Ho Chi Minh in der nach ihm benannten Stadt (vorher Saigon).

Junge Männer in Karachi warten darauf, verheiratet zu werden. Die Hochzeit der etwa 180 bedürftigen Paare wurde durch die Provinzregierung mit etwa 130 Euro je Paar unterstützt.

Auch in Portugal wird sozial schwachen Paaren mit Heiratswunsch geholfen: Massenhochzeit in der Kathedrale von Lissabon. Seit etwa 50 Jahre bereits ...

... unterstützen das Rathaus der Stadt und private Sponsoren Hochzeiten junger Paare aus armen Familien.

Muslimische Massenhochzeit in Mumbai: 30 Paare aus dem Bundesstaat Maharashtra nahmen an der ganztägigen Zeremonie teil.

Palästinensische Brautpaare bei einer Gruppenhochzeit in Abu Dis bei Jerusalem. Die Feier für zehn Paare wurde von der Palästinenser-Regierung organisiert.

Etwa 200 frischverheiratete ukrainische Paare lauschen in Kiew der Ansprache von Präsident Juschtschenko.

120 palästinensische Bräutigame warten auf ihren großen Moment. Die Hochzeits-Zeremonie wurde von der Islamischen Gesellschaft im Flüchtlingslager Jabalya im Gazastreifen organisiert.

Im Januar 2005 hatten es viele Paare in China eilig, noch zu heiraten, bevor das "Jahr des Hahnes" beginnt. Es gilt als ein ungünstiges Jahr für Eheschließungen. (Die Fotos nach der Massenhochzeit in der Stadt Qinhuangdao wurden dann doch paarweise aufgenommen.)

26 Brautpaare hinduistischen Glaubens vor ihrer Eheschließung in Mathura. Die Zeremonie wurde durch eine Hilfsorganisation für mittellose Hindus ermöglicht.

Bräute bei einer Massenhochzeit von 60 Paaren in Bagdad.

Muslimische Bräutigame mit ihren verschleierten Bräuten bei einer Massenhochzeit von insgesamt 55 Paaren in Amman. Sie wurde von einem islamischen Wohltätigkeitskomitee zur "Überwindung der finanziellen Hürden vor einer Hochzeit" veranstaltet.

Libanesische Bräute schwenken ihre Sträuße nach der Hochzeit von etwa 30 Paaren in Tyros. Die feierliche Zeremonie fand während des Tyros-Festivals für Nationale Musik und Volkstanz statt. Das Festival fungierte als Sponsor für die Honeymooner und ermöglichte den jungen Paaren, in ihr hoffentlich lange währendes Eheglück zu gehen. (Text: Andrea Beu)

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