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Panorama

April 2008: Horrorcrash im Landrücken-Tunnel

 
Nach dem schweren ICE-Unglück bei Fulda liegen die toten Schafe neben der Einfahrt des Eisenbahntunnels. Die Kadaver von mehr als 20 Tieren sind neben der Gleisröhre an dem idyllisch gelegenen Waldstück im osthessischen Kalbach aufgehäuft.

Nach dem schweren ICE-Unglück bei Fulda liegen die toten Schafe neben der Einfahrt des Eisenbahntunnels. Die Kadaver von mehr als 20 Tieren sind neben der Gleisröhre an dem idyllisch gelegenen Waldstück im osthessischen Kalbach aufgehäuft.

Die Fahrgäste des Schnellzuges hatten sagenhaftes Glück: Von den 135 Reisenden verletzten sich nach Angaben von Bahn und Bundespolizei 19 leicht und vier schwer. Sie erlitten Knochenbrüche und Prellungen.

Die meisten kamen mit dem Schrecken davon, als der ICE gegen 21 Uhr mit 220 Stundenkilometern in eine Schafherde raste und entgleiste.

Der Sachschaden beträgt viele Millionen Euro.

Die Bergung der demolierten Waggons ...

... wird wohl noch Tage dauern.

Der Zug raste nach der Kollision trotz Notbremsung noch hunderte Meter in den elf Kilometer langen Landrückentunnel hinein. Als die Tiere sich unter den vorderen Achsen verkeilen, entgleisen fast alle Waggons und Triebwagen.

"Die Fahrgäste hatten Glück, dass es in einem Tunnel geschehen ist. Die Wände haben Schlimmeres verhindert. Auf freier Strecke hätte es zu einer Katastrophe führen können", sagte ein Bundespolizei-Beamter.

"Ich habe einen lauten Knall gehört. Dann wurde der Zug durchgeschüttelt. Ich bin froh, dass ich lebe", sagte eine Augenzeugin später. Als der Zug zum Stehen kam, konnte sie wie auch die anderen erschrockenen Fahrgäste den ICE durch die Türen verlassen.

"In der Röhre war ein unglaublicher Qualm und Staub, ich dachte, ich ersticke", berichtete die 47-Jährige.

"Ich bin noch immer grau von Kopf bis Fuß - wie am 11. September in New York."

Etwa 50 Meter vor dem Ausgang traf die Münchnerin auf die Schafe. "Erst sah man nur eine Fleischmasse, später erkannte ich tote Schafe, halbtote Schafe, ein paar haben auch noch gelebt und mich angesehen."

Am Tunnelausgang empfingen Sanitäter, die Feuerwehr und Rettungskräfte die Unfallopfer. Die drei Schwerverletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Retter nahmen die Fahrgäste nach ihrem Horror-Trip mit Decken in Empfang.

Einige Menschen wurden beatmet. Danach wurden die Reisenden mit Bussen zum Bahnhof in Fulda gebracht oder in das Gemeindezentrum eines nahe gelegenen Ortes, wo sie weiter versorgt wurden.

Die Schafkadaver wurden von einer Entsorgungsfirma in einen Container geladen und abtransportiert.

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) schleppten die übel stinkende Fleischmasse mit Eimern aus dem Tunnel.

Etwa 60 THW-Arbeiter waren im Einsatz und unterstützten die Bergungsarbeiten. (Alle Bilder: dpa)

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