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100. Geburtstag von Axel Springer: "Ich bin nur von Frauen verfolgt worden"

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Deutschlands größter Medienmogul Axel Cäsar Springer würde im Jahr 2012 seinen 100. Geburtstag feiern. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Deutschlands größter Medienmogul Axel Cäsar Springer würde im Jahr 2012 seinen 100. Geburtstag feiern.

Deutschlands größter Medienmogul Axel Cäsar Springer würde im Jahr 2012 seinen 100. Geburtstag feiern.

Doch auch ein ganz Großer hat mal klein angefangen.

Am 2. Mai 1912 wird Springer in Hamburg geboren. Eigentlich will er Opernsänger werden, ...

... doch seine Eltern wollen, dass er in das Familienunternehmen einsteigt, den Verlag "Hammerich & Lesser".

Mit dem Zeitungsmachen kommt Springer daher früh in Kontakt. Er macht eine Setzer- und Druckerlehre und dann ...

... ein Volontariat bei der Nachrichtenagentur "Wolffsches Telegraphen Bureau" und der "Bergedorfer Zeitung". Anschließend wird er 1933 Lokalreporter und ...

... ab 1938 stellvertretender Chefredakteur der "Altonaer Nachrichten", bis zu deren Verbot ...

... 1941 durch die Nationalsozialisten. (Im Bild Hitler und Heß, 1938)

Springer wird nicht zum Militär eingezogen, ein Attest verhindert seine Einberufung zur Wehrmacht. Bis Kriegsende ist er als Angestellter eines Kinos und als Herausgeber für den Verlag "Hammerich & Lesser" tätig.

Nach dem Krieg wird er von britischen Offizieren gefragt, ob er ein NS-Verfolgter sei. Springer antwortet: "Eigentlich bin ich nur von den Frauen verfolgt worden."

Von den Briten erhält er eine Drucklizenz. Sein erster verlegerischer Erfolg ...

... ist 1946 die Programmzeitschrift "Hörzu".

1948 folgt das Hamburger Abendblatt.

Dann kommt Springer die Idee zu einer Zeitung völlig neuen Typs. Eine London-Reise inspiriert ihn.

1952 erscheint die erste "Bild"-Zeitung.

Nach einem Jahr hat sie schon eine Auflage von einer Million, 1958 sogar über drei Millionen. Damit ist sie die auflagenstärkste Zeitung in Europa.

1953 kauft Springer (damals 41 Jahre alt) die Tageszeitung "Die Welt". Kurze Zeit später gründet er die "Bild am Sonntag".

1959 übernimmt er den Ullstein-Verlag und damit unter anderem die Zeitungen "Berliner Morgenpost" und "B.Z.".

In diesem Jahr baut Springer auch ein Verlagshaus in Berlin, außerdem reist er nach Moskau, ...

... um Präsident Chruschtschow von der Wiedervereinigung zu überzeugen. Vergeblich, ...

... mit dem Bau der Mauer vollzieht sich 1961 die Teilung Deutschlands.

Die Mauer verläuft unmittelbar hinter dem neuen Berliner Verlagshaus, das 1966 fertig wird.

Mitte der 1960er entwirft der Verleger seine Unternehmensgrundsätze: Eintreten für die Wiedervereinigung, Aussöhnung mit den Juden, Kampf gegen politischen Extremismus, Unterstützung der freien Marktwirtschaft.

Durch seine antikommunistische Ausrichtung zieht sich Springer den Unmut der westdeutschen Linken zu.

Er wird zum Hassobjekt der 1967 aufkommenden Studentenbewegung.

Die jungen Menschen demonstrieren gegen die Medienmacht, ...

... sie wollen Springer enteignen und versuchen sogar, ...

... die Auslieferung der Zeitungen zu verhindern.

Der Hass setzt Axel Springer zu.

In den 70ern überlegt er sogar zwischenzeitlich, den Konzern zu verkaufen.

1978 heiratet er (mit 66 Jahren) seine fünfte und letzte Frau, Friede Riewerts.

1980 nimmt sich Springers Sohn Sven ...

... mit 38 Jahren das Leben.

Der Verleger zieht sich immer weiter zurück.

Mit 73 Jahren ...

.. stirbt Springer am 22. September 1985 in Berlin an einer Herzmuskelentzündung.

Aber mit "Bild" geht es auch nach Springers Tod weiter.

Friede erbt gemeinsam mit den Kindern und Enkeln Springers Anteile an dem Verlagsimperium.

Seit 2002 leitet Mathias Döpfner als Vorstandsvorsitzender die Geschicke der Axel Springer AG.

Die gehört heute noch immer zu den größten ...

... und modernsten Medienkonzernen in Europa.

Trotz allgemein sinkender Auflagen von Zeitschriften und Tageszeitungen ...

... erwirtschaftet der Verlag einen Umsatz von knapp 3,2 Milliarden Euro (2011).

Die "Bild"-Zeitung ist mit einer Auflage von 2,7 Millionen immer noch die größte deutsche Zeitung.

Döpfner führt mit Chefredakteur Kai Diekmann das Credo Axel Springers fort.

Der hatte die unbegrenzten Möglichkeiten der Medien ...

... durch die technische Entwicklung schon früh vorhergesehen.

"Im Zeitalter der schnellen Nachrichtenübermittlung auf dem Bildschirm ...

... leben wir Zeitungsverleger im Zeitalter der Postkutsche", sagte Axel Springer 1961 auf einer Versammlung deutscher Zeitungsverleger.

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