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Mittwoch, 02. August 2017

Maltas Unterwelt: In den Tunneln von Valletta

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Touristen lieben den historischen Charme von Valletta. (Foto: REUTERS)

Touristen lieben den historischen Charme von Valletta.

Touristen lieben den historischen Charme von Valletta.

Doch in den Felsen der maltesischen Hauptstadt verbirgt sich noch mehr: ...

... ein riesiges Netzwerk von Tunneln.

An den Wänden hängen verblasste Karten, die die Länder am Mittelmeer zeigen.

Während des Afrikafeldzuges der Deutschen im Zweiten Weltkrieg kam Malta eine besondere Rolle zu.

Es ging vor allem darum, von hier aus den Nachschub für die deutschen und italienischen Truppen zu stören.

Dafür errichteten die Briten versteckt im Fels ein kilometerlanges Netzwerk von Tunneln.

Es bildete den Stützpunkt für große Marineoperationen.

Zwischen 1940 und 1942 bombardierten deutsche und italienische Truppen Malta, ...

... um das Mittelmeer unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Die Einwohner von Valletta gruben für sich und ihre Angehörigen Schutzräume in den Kalkstein.

Später, während des Kalten Krieges, wurden die Tunnel benutzt, ...

... um von hier aus sowjetische U-Boote zu verfolgen. 1979 zog sich das britische Militär schließlich zurück.

40 Jahre lang setzte kaum ein Mensch seinen Fuß hierher. Im Laufe der Jahre ist Wasser eingedrungen.

Rost und Schimmel haben sich ausgebreitet.

Ungebetene Eindringlinge haben überall Spuren der Zerstörung hinterlassen.

Aber noch immer sind die Spuren des Militärapparates, der den Komplex einst nutzte, unübersehbar.

Soldatenpritschen, Kabelwirrwar und Karten lassen ahnen, wie von hier aus Krieg geführt wurde.

Schon seit 2009 bemüht sich der Malta Heritage-Trust um die Erhaltung dieser Räume.

Die Aufgabe hat bereits Millionen Euro verschlungen.

Einen Teil finanzierte die Europäische Union, das meiste Geld bringen aber private Spender auf.

Nun bereitet sich Valletta darauf vor, 2018 Kulturhauptstadt Europas zu werden.

Deshalb sollen weitere 28 Kilometer der unterirdischen Welt zugänglich gemacht werden.

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