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Freitag, 22. September 2017

Kampf ums Überleben: In den illegalen Goldminen am Amazonas

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Tief sind die Gräben, die die Goldgräber am Rande des Amazonas in die Erde geschlagen haben. (Foto: REUTERS)

Tief sind die Gräben, die die Goldgräber am Rande des Amazonas in die Erde geschlagen haben.

Tief sind die Gräben, die die Goldgräber am Rande des Amazonas in die Erde geschlagen haben.

Es ist ein schmutziges Geschäft, für das der Erde das Edelmetall entrissen wird.

Nur wenige Minen in dem ökologisch sensiblen Gebiet haben eine offizielle Genehmigung.

Die illegalen Minen werden für gewaltige Umweltschäden am Regenwald verantwortlich gemacht.

Außerdem stellen sie eine Gefahr für die indigenen Völker dar, die hier noch immer ohne Kontakt mit der Zivilisation leben.

Nicht zuletzt gehen jedes Jahr unkontrolliert große Mengen an Gold außer Landes, ohne dass die Brasilianer beispielsweise über Steuern davon profitieren.

Doch für einige Menschen ist es ihre Art, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die sogenannten Garimpeiros arbeiten in kleinen Gruppen, ...

... oft mit einfachsten Werkzeugen. Im rotbraunen Schlamm sind die Arbeiter kaum zu erkennen.

Auch mit Wasserkanonen, die den Schlamm aus den Flüssen saugen, bleibt die Arbeit schmutzig und gefährlich.

"Die Suche nach Gold ist wie in einem Casino zu spielen", sagt ein Minenarbeiter.

Wer hier arbeitet, will nicht mit Namen genannt werden.

Der 48-Jährige hat schon als Teenager in den Minen angefangen.

Er kennt kein anderes Leben ...

... als das in den Siedlungen, die oft in der Nähe der "Garimpos" entstanden sind.

Niemand weiß genau, wie viele Menschen in den behelfsmäßigen Häusern aus Holz und Plastik leben.

Wer kann, hält ein bisschen Vieh.

Es gibt Tankstellen, Läden und Bars.

Außerdem sind Kirchen entstanden, ...

... Prostituierte gehen ihrem Gewerbe nach.

Doch den ganz großen Fund macht hier kaum jemand.

Oft wird das gewonnene Gold schon vor Ort verkauft.

Die Schürfer erhalten nur einen Bruchteil dessen, was auf den internationalen Rohstoffmärkten für Gold bezahlt wird.

Ist das Gold erst eingeschmolzen, kann man seine Herkunft kaum noch zurückverfolgen.

Reich wird hier niemand, der Handel mit Alkohol und Drogen blüht.

Viele der Minenarbeiter sind mit HIV infiziert oder an Tuberkulose erkrankt.

Hinzu kommen Krankheiten, die von den eingesetzten Chemikalien ausgelöst werden.

Die Minenarbeiter nutzen Quecksilber und Cyanid, um selbst kleinste Goldmengen zu binden, ...

... und erleiden dadurch Schäden am zentralen Nervensystem, an den Nieren und den Fortpflanzungsorganen.

Immer wieder kommen außerdem bei Unglücken viele Menschen ums Leben.

Vor Kurzem kündigte Präsident Michel Temer an, mehrere Schutzzonen am Amazonas lockern zu wollen.

Angeblich soll dann auch stärker gegen die illegalen Minen vorgegangen werden.

Verschiedene NGOs (nichtstaatliche Organisationen) warnen jedoch.

Viele Garimpeiros haben außerhalb ihrer Existenz kaum eine Möglichkeit, ihr Leben anderswo zu bestreiten.

Außerdem hängt die ganze Gegend am Geschäft mit den Goldgräbersiedlungen.

Wenn große Konzerne Abbaurechte erhalten, werden sie zudem kaum zimperlich mit den Rechten der Ureinwohner und ihrem fragilen Lebensraum umgehen.

Ein Gericht stoppte das Vorhaben inzwischen.

Doch der Goldrausch wird auch künftig neue Arbeiter anziehen, die Zerstörung ist kaum aufzuhalten.

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