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Freitag, 27. Oktober 2017

Tangier Island verschwindet: Inselbewohner wollen Klimawandel nicht wahrhaben

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Die Bewohner von Tangier Island im US-Bundesstaat Virginia leben in einer traumhaften Landschaft. (Foto: REUTERS)

Die Bewohner von Tangier Island im US-Bundesstaat Virginia leben in einer traumhaften Landschaft.

Die Bewohner von Tangier Island im US-Bundesstaat Virginia leben in einer traumhaften Landschaft.

Doch wahrscheinlich wird die Insel in den kommenden 50 Jahren komplett verschwinden.

Seit 1850 sind bereits fast 70 Prozent der Landmasse verloren gegangen.

Der Meeresspiegel steigt jedes Jahr weiter an und überschwemmt weitere Teile der Insel.

Für Wissenschaftler in aller Welt ist das eindeutig eine Folge des Klimawandels.

Doch die noch 450 verbliebenen Einwohner von Tangier Island glauben das nicht und ignorieren den drohenden Verlust ihrer Heimat.

Sie gehören damit zu einer wachsenden Zahl von US-Amerikanern, die die Folgen der globalen Erderwärmung nicht wahrhaben wollen.

Aktuelle Umfragen zeigen, dass mehr als ein Drittel der US-Amerikaner den wissenschaftlichen Konsens ablehnen, dass der Klimawandel durch den Menschen verursacht wird.

Weniger als ein Drittel der US-Amerikaner glauben, dass die globale Erwärmung eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellt.

Vor allem Wähler der Republikaner, zu denen auch die Mehrheit der Inselbewohner gehören, halten den Klimawandel für unbewiesen.

Diese Ansichten haben sich auch nach einer Reihe von verheerenden Wirbelstürmen in diesem Sommer kaum geändert.

In US-Präsident Donald Trump haben die Zweifler einen mächtigen Verbündeten.

Trump kündigte im Juni den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen an.

Gesetze, die nach umfassenden Lösungen suchen, um den Klimawandel einzudämmen, sind in den USA kaum noch durchzubringen.

Weder die Förderung erneuerbarer Technologien, die fossile Brennstoffe ersetzen könnten, wird gefördert, ...

... noch müssen die Verursacher von Kohlendioxidemissionen mit steigenden Kosten rechnen.

James Eskridge, der Bürgermeister der Inselgemeinde, sagt, man werde mit allen reden.

Bisher haben aber weder der früher Vizepräsident Al Gore noch eine Reihe von republikanischen Klimaaktivisten auf Tangier Island ein Umdenken bewirken können.

Eskridge zufolge rief ihn Trump im Juni an, nachdem er einen Bericht über die Insel gesehen hatte.

Der US-Präsident habe ihm gesagt, er solle sich keine Sorgen über den Anstieg des Meeresspiegels machen.

Die Bewohner von Tangier Island glauben, die Gefahr liege in der Erosion der Insel.

Dem wollen sie mit dem Bauer einer gewaltigen Schutzmauer begegnen.

Die Kosten dafür werden auf mehrere zehn Millionen US-Dollar geschätzt, die Genehmigung könnte Jahre dauern.

Bis dahin könnte es für Tangier Island zu spät sein.

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