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Westernheld und Patriot: John Wayne

 
Westernheld und Patriot: John Wayne

Mit einer Länge von 1,93 Metern gehörte der breitschultrige John Wayne fraglos zu den größten Leinwandhelden Hollywoods.

Der Schauspieler, der meist als Sheriff, …

… Soldat, Offizier (in "Der letzte Befehl") …

… oder Revolverheld in über 150 Filmen den Ton angab, war bei seinem letzten Auftritt vor der Filmkamera allerdings schon vom Krebs gezeichnet. (In "MacLintock")

Mit fast 70 Jahren drehte Wayne den Western "The Shootist - Der letzte Scharfschütze", in dem er einen todkranken Schützen spielt. (James Stewart, rechts, spielte in dem Film einen Arzt)

Am 11. Juni 1979 verlor der Filmheld seinen Kampf gegen den Krebs. Er war 72 Jahre alt.

Begraben ist er auf dem "Pacific View"-Friedhof in Newport Beach mit Blick auf den Pazifik.

Ein letzter Wunsch wurde ihm allerdings bis heute verwehrt: Den Grabstein mit der mexikanischen Redensart "Er war hässlich, stark und hatte Würde" ("Feo, fuerte y formal") zu beschriften.

Für die letzten Jahre vor seinem Tod hatte sich der Westernheld und patriotische Republikaner (hier mit Gerald Ford) aus dem liberalen Hollywood nach Süden in das erzkonservative Orange County abgesetzt.

Hinter der Kamera klopfte er Sprüche wie "Mut ist, wenn man Todesangst hat, und sich trotzdem in den Sattel schwingt" (Szene aus "Rio Grande") …

… und "Ich bin ein altmodischer, grundanständiger, fahnenschwenkender Patriot".

Als Filmstar war er unverwüstlich. Er hatte mehr Ausdauer als James Cagney und Cary Grant, die schon mit Anfang Sechzig das Handtuch warfen.

Er überlebte berühmte Zeitgenossen wie Errol Flynn, Gary Cooper, Humphrey Bogart und Clark Gable. (Hier allerdings mit Gloria und James Stewart, der den ein Jahr älteren Wayne um 18 Jahre überlebte.)

Der Sohn eines Apothekers war vier Jahre alt, als die Familie 1911 von Iowa ins ferne Kalifornien zog. Damals hieß er noch Marion Robert Morrison. Auf der Ranch seines Vaters lernte er Reiten. (Hier mit Claire Trevor in "Ringo - Höllenfahrt nach Santa Fé")

Sein engster Freund war ein Terrier namens "Duke" (Herzog), ein Spitzname, den er selbst gerne hörte. (In "Die vier Söhne der Katie Elder")

Zunächst war er der Star eines Football-Teams, doch mit einem Schwimmunfall ging der Traum von der Sport-Karriere baden. (Mit Sophia Loren in "Die Stadt der Verlorenen")

Er jobbte als "Mädchen für alles" in Filmstudios und trat dann vor die Kamera.

1930 gab ihm Regisseur Raoul Walsh den Künstlernamen John Wayne und die erste Hauptrolle in dem Western "Der große Treck". (Im Bild auf dem Pferd)

Wayne feuerte zunächst als B-Movie-Star in zweitklassigen Western um sich, doch seine legendäre Freundschaft mit dem jungen John Ford brachte schließlich den Durchbruch.

Der Regisseur holte ihn 1939 für den aufwendigen Western "Ringo - Höllenfahrt nach Santa Fé" über eine halsbrecherische Postkutschenfahrt durchs Apachenland vor die Kamera.

Mehr als 20 Filme schossen sie danach gemeinsam ab, darunter "Der Teufelshauptmann" (1949), "Rio Grande" (1950), "Der Sieger" (1952 - Bild mit Maureen O'Hara), "Der schwarze Falke" (1956) und "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" (1962).

Neben Western drehte Wayne in den 40er Jahren auch Abenteuerfilme, wie "Haus der sieben Sünden" mit Marlene Dietrich, und Kriegsfilme ("Stahlgewitter", "Alarm im Pazifik", "Schnellboote vor Bataan", "Der Schatten der Giganten" – mit Kirk Douglas).

In "Red River" machte ihn Howard Hawks zu einem mächtigen Viehbaron, der mit seinem Adoptivsohn (Montgomery Clift) im Clinch liegt. (Hier allerdings in dem Film "Zirkuswelt")

In dem legendären Western "Rio Bravo" (1959) erhielt Wayne die Rolle eines Kleinstadt-Sheriffs, der die Stadt gegen eine Gangsterbande verteidigt.

Seinen Stolz aufs Vaterland packte Wayne 1960 in den patriotischen Western "Alamo", den er selbst inszenierte und produzierte.

Der Historienfilm über die blutige Schlacht der Texaner gegen die mexikanische Armee floppte aber an den Kinokassen und stürzte Wayne fast in den Ruin.

Doch acht Jahre später wagte sich der erklärte Kommunistenhasser und Verfechter des Vietnamkriegs wieder an brisantes Material.

In "Die grünen Teufel" (hier bei den Dreharbeiten) schickt er eine Green- Beret-Einheit auf der Leinwand in den Vietnamkrieg. Die Kritiker hielten Wayne Kriegsverherrlichung und Propaganda vor.

1970 stand er dann triumphierend auf der Oscar-Bühne, um seinen einzigen "Golden Man" als bester Schauspieler in Empfang zu nehmen.

Diese Trophäe hatte er sich mit der witzigen Rolle eines einäugigen Trunkenbolds in dem Western "Der Marshall" verdient.

Zu diesem Zeitpunkt litt der dreimal verheiratete, siebenfache Vater bereits an Krebs.

1964 war ihm ein Lungenflügel entfernt worden, später ein Teil des Magens.

Der Kettenraucher gab den bis zu vier Schachteln Zigaretten am Tag die Schuld.

Andere führten die Erkrankung auf die Dreharbeiten zu dem Streifen "Der Eroberer" (1956, hier mit Regisseur Dick Powell) in einem Atomwaffentestgebiet in Utah zurück.

Zahlreiche Crew-Mitglieder waren ebenfalls an Krebs gestorben.

Nur wenige Monate nach einer schweren Magenoperation stand Wayne bei der Oscar-Verleihung im April 1979 zum letzten Mal im Rampenlicht. (hier 1970)

Bevor er den Gewinner des Besten Films verkündete, scherzte Wayne (hier mit Frank Sinatra): "Oscar und ich haben etwas gemeinsam. Oscar tauchte 1928 erstmals in Hollywood auf, genau wie ich. …

… Wir sind beide ein wenig verwittert, aber wir sind immer noch hier …

… und wollen noch eine ganze Weile dabei sein". (In "Die vier Söhne der Katie Elder")

Zwei Monate später war der "Duke" tot. (Text: Barbara Munker, dpa)

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