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Elbe mit neuen Höchstständen: Keine Pause von der Flutkatastrophe

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Die Lage in einigen Hochwassergebieten an der Elbe spitzt sich immer weiter zu. (Foto: dpa)

Die Lage in einigen Hochwassergebieten an der Elbe spitzt sich immer weiter zu.

Die Lage in einigen Hochwassergebieten an der Elbe spitzt sich immer weiter zu.

In Magdeburg droht ein ganzer Stadtteil voll Wasser zu laufen, ...

... 23.000 Einwohner werden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Auch die Stromversorgung der Stadt ist bedroht - und das Wasser steigt immer noch weiter.

Gleichzeitig rollt die gewaltige Flutwelle nun auf Brandenburg und Norddeutschland zu.

Elbaufwärts in Sachsen gibt es starke Regengüsse.

Zehntausende Menschen wissen nicht, wann sie zurück in ihre überschwemmten Häuser dürfen.

Mindestens sieben Menschen sterben, mehrere werden vermisst.

Zu allem Überfluss lösen in Sachsen-Anhalt Anschlagsdrohungen auf Deiche Unruhe aus.

Wo etwa in Sachsen das Wasser schon wieder abfließt, bleiben stinkender Schlamm und Sperrmüllberge zurück.

Und ein Ende der Katastrophe ist noch nicht abzusehen: ...

... Bundesweit stemmen sich weiterhin rund 70.000 Feuerwehrleute und 11.000 Bundeswehrsoldaten gegen die Wassermassen.

Gleichzeitig behindern "Katastrophentouristen" die Rettungs- und Aufräumarbeiten. Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter Kröger droht den Gaffern damit, auch sie zur Mithilfe zu verpflichten.

Denn sie stören auch die vielen freiwilligen Helfern, die bereits seit Tagen mit anpacken.

"Deutschland steht in bewundernswerter Weise zusammen in diesen Tagen - und das soll auch so bleiben", sagt Bundeskanzlerin Merkel und verspricht den Flutopfern, beim Wiederaufbau alles zu tun, was möglich sei.

Politiker fordern außerdem, Hochwasserschutzbauten schneller zu genehmigen und Veto-Möglichkeiten von Bürgern und Umweltschützern zu begrenzen.

Bundespräsident Gauck spricht den Hochwasser-Opfern sein Mitgefühl aus.

"Man kann sich nicht vorstellen, was da alles zu bewältigen ist", sagt er bei einem Besuch der Hochwassergebiete in Sachsen-Anhalt.

In der Marktkirche in Halle gedenkt er gemeinsam mit Hunderten Menschen der Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland, die ihr Leben, ihr Hab und Gut und ihre Existenz verloren haben.

Und es wird noch mehr Flutopfer geben.

Vor allem in der Landeshauptstadt Magdeburg ist die Situation kritisch. Die Elbe erreicht dort am Sonntag noch viel höhere Stände als zuvor erwartet.

Mit 7,46 Metern steht das Wasser rund 80 Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002.

Am Zusammenfluss von Elbe und Saale südlich von Magdeburg hält ein Damm dem Druck der Hochwassermassen nicht mehr stand.

Trotz der Bemühungen um eine Stabilisierung ergießen sich bei Groß Rosenburg im Mündungsgebiet der Saale die Wassermassen in eine Ebene.

Die Bundeswehr hatte noch versucht, das Bauwerk mit riesigen Sandsäcken abzusichern. "Das hat leider nicht funktioniert", sagt der Landrat des Salzlandkreises, Ulrich Gerstner.

Rothensee im Norden Magdeburgs ist bereits evakuiert. Nachdem der Stadtteil vollzulaufen drohte, bringen sich fast 3000 Einwohner in Sicherheit.

Einsatzkräfte kämpfen vor allem um ein Umspannwerk, das für die Stromversorgung der Stadt wichtig ist. "Wir müssen auf alles gefasst sein", sagt Oberbürgermeister Trümper.

In der Chemiestadt Bitterfeld können hingegen 10.000 Bewohner zurückkehren, nachdem ein Deich abgedichtet wurde.

Für Unruhe sorgt ein Schreiben, in dem Unbekannte mit Anschlägen auf Deiche drohten. "Wir nehmen das Bekennerschreiben ernst", sagt Innenminister Stahlknecht. Die Deiche würden nun von der Luft und vom Boden aus verstärkt überwacht.

Nord-Brandenburg steht das Schlimmste noch bevor.

In Wittenberge steht die Elbe am Sonntagmorgen mit 7,67 Metern schon knapp 25 Zentimeter höher als 2002.

Am Dienstag werden sogar 8,10 Meter erwartet. Den Einsatzkräften stehe ein tagelanger Kampf gegen das Hochwasser bevor, sagt ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement.

Die Polizei fordert die Einwohner einiger Stadtteile auf, ihre Wohnungen zu verlassen.

In Norddeutschland hat sich die Hoffnung zerschlagen, diesmal glimpflich davonzukommen.

Am Mittwoch und Donnerstag sollen Rekord-Wasserstände erreicht werden.

Wegen des steigenden Pegels soll bis zum Sonntagabend die Altstadt von Hitzacker evakuiert werden.

Im Wendland werden Freiwillige gesucht, die Sandsäcke befüllen.

Einsatzkräfte stapeln eilig Sandsäcke auf die Deiche, hier in Hitzacker (Niedersachsen). Die Bundeswehr schickt Soldaten zur Verstärkung.

Sachsen hat das Schlimmste zwar schon überstanden, doch das Wasser sinkt nur langsam und drückt weiterhin auf die Deiche.

Rund 13.000 Menschen sind nach wie vor von Evakuierungen betroffen.

An der Donau ist das Hochwasser weitgehend überstanden - doch zurück bleiben Unmengen Schlamm.

"Es ist eine stinkende Brühe", sagt ein Stadtsprecher in Deggendorf.

Mit schweren Räumfahrzeugen reinigt die Bundespolizei Straßen von Schlamm und Treibgut.

Bewohner schaufeln die Überreste der Flut aus ihren Häusern.

In einer Schule stapeln sich gespendete Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien bringen Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagt Schulleiter Seif. "Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen zusammen." (sla/dpa/rts)

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