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Dienstag, 09. Mai 2017

Federn, Rum und Pesos: Kubaner lieben Hahnenkämpfe

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In vielen Teilen der Welt sind Hahnenkämpfe verboten. (Foto: REUTERS)

In vielen Teilen der Welt sind Hahnenkämpfe verboten.

In vielen Teilen der Welt sind Hahnenkämpfe verboten.

Auch in Kuba war das grausame Spektakel, bei dem viele Tiere ihr Leben lassen, nach der Revolution 1959 nicht mehr erlaubt.

Doch 2017 eröffnete in Ciego de Ávila die erste offizielle Hahnenkampfarena.

Mit 1000 Sitzen ist sie eine der größten in Kuba.

Nicht, dass sich die Kubaner je an das Verbot gehalten hätten, aber inzwischen sagen viele: ...

... Wenn der Staat Hahnenkämpfe veranstalten darf, können wir das auch.

Tierschützer sehen diese Legalisierung als großen Rückschritt.

Die neue Popularität führen die Kritiker vor allem auf den Mangel an anderen Unterhaltungsmöglichkeiten und fehlendes Wissen um den Tierschutz zurück.

Ein Übriges tue die Möglichkeit, bei illegalen Wetten das Mehrfache eines Monatsverdienstes zu gewinnen.

In Ciego de Ávila gibt es an jedem Wochentag eine andere heimliche Arena, versteckt hinter Zuckerrohr und unter Marabu-Federn.

Die Enthusiasten, die zahlreich dort erscheinen, berufen sich auf die jahrhundertealte Tradition des Schauspiels.

Aus den Lautsprechern hallt Musik, es riecht nach gegrilltem Schweinefleisch, das ebenso verkauft wird wie Rum.

Manche Kämpfe dauern nur wenige Augenblicke, andere bis zu 20 Minuten.

Die Rivalität liegt den Hähnen im Blut.

Für die Arena werden sie trainiert, außerdem werden ihnen Federn gestutzt und abrasiert.

Ein Boxer kämpfe schließlich auch nicht in langen Hosen und Jackett, heißt es unter den Besitzern der Tiere.

Kur vor dem Kampf werden Sporen aus Schildpatt an den Füßen der Hähne befestigt.

Mit diesen Haken fügen sich die Tiere später die oft tödlichen Verletzungen zu.

In der offiziellen Arena von Ciego de Ávila zahlen Ausländer bis zu 60 US-Dollar für einen Platz in der ersten Reihe, in den verborgenen Arenen kosten die Plätze 2 bis 8 US-Dollar.

In einem Land, in dem der monatliche Durchschnittsverdienst bei 25 US-Dollar liegt, ist das immer noch viel.

Hinzu kommen noch die Wettsummen, die die meist männlichen Zuschauer einsetzen.

Die Zuschauer feuern ihre Favoriten lautstark an.

Häufig verenden die besiegten Tiere unmittelbar nach dem Kampf.

Die Überlebenden werden für den nächsten Kampf gesund gepflegt, die Sieger gefeiert.

Dieser Hahn gewann für seinen Besitzer so viele Kämpfe, dass er nach seinem Tod ausgestopft einen Ehrenplatz neben dem Fernseher bekam.

Doch Tierliebe ist trotzdem nicht der Antrieb der Züchter, eher schon Geld. Für Siegertypen zahlen Ausländer bis zu 1000 US-Dollar.

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