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Spektakulär, futuristisch - und umstritten: London glänzt mit "The Shard"

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London kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: erst die royale Hochzeit von William und Kate, ... (Foto: REUTERS)

London kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: erst die royale Hochzeit von William und Kate, ...

London kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: erst die royale Hochzeit von William und Kate, ...

... dann das 60. Thronjubiläum der Queen, ...

... im Sommer 2012 die Olympischen Spiele …

... und die Paralympics, ...

... zudem am 5. Juli 2012 die feierliche Eröffnung eines neuen, spektakulären Wolkenkratzers.

Natürlich mit großer Lasershow und allem Tamtam.

Im Vergleich zu dem weltgrößten Gebäude, dem Burj Khalifa in Dubai mit seinen 828 Metern, ist "The Shard" (deutsch: die Scherbe) zwar fast ein Zwerg.

Mit seinen 310 Metern überragt der neue Wolkenkratzer an der Londoner Themse aber alle anderen Hochhäuser Westeuropas.

Das andere originelle Hochhaus an der Themse, der Swiss-Re-Tower, genannt "The Gherkin" (englisch für Essiggurke), ist übrigens 180 Meter hoch. Der Bau der Stararchitekten Lord Norman Foster und Ken Shuttleworth wurde bereits 2001 bis 2004 errichtet.

Baustart für "The Shard", ...

... das von Architekt Renzo Piano entworfene ...

... pyramidenförmige Gebäude, das an der Spitze in Scherbenform zusammenläuft und so zu seinem Spitznamen kam, war im Jahr 2009.

Und seitdem kam heftige Kritik. Mitten in Banken- und Wirtschaftskrise erschien es unpassend, geradezu vermessen, gleich gegenüber dem Finanzplatz Londoner City solch ein kostspieliges, gigantisches Glashaus aufzustellen.

Doch für London ist "Die Scherbe" mehr als nur ein Hochhaus, meint Bürgermeister Boris Johnson: "Sie ist ein überragendes Symbol für Londons Entschlossenheit, die Rezession zu besiegen und das Wirtschaftswachstum anzutreiben."

Im innen im edlen Design ausgestatteten Haus sollen Luxuswohnungen, ein Hotel, Restaurants und Büros untergebracht werden.

Auf den 72 bewohnbaren Etagen könnten reich gewordene Finanzhaie symbolträchtig über der Armut der Stadt schweben, meint der "Guardian" dazu spöttisch.

Für Ärger und Unverständnis sorgte auch die Tatsache, dass schon wieder das Emirat Katar als Hauptinvestor hinter dem Projekt steht.

Zusammen mit der Entwicklung des Stadtteils rund um "The Shard" kostete das Projekt nach Angaben des Bauträgers stattliche 1,5 Milliarden Pfund (etwa 1,8 Milliarden Euro).

Als sich 2009 wegen der Kreditkrise andere Investoren aus dem Vorhaben zurückzogen, habe Katar Rückendeckung gegeben, hieß es vonseiten des Emirats. (im Bild: Architekt Piano, Chef der QNB Group, Ali, Chef der Qatar Central Bank, Sheikh Abdullah, und "Shard"-Entwickler Sellar, v.l.)

Bürgermeister Johnson (links, neben Piano) setzt große Hoffnung in die "Scherbe": "Dieser glänzende Neuzugang für die Londoner Skyline wird ein riesiges Handelsmagnet werden, das massenweise neue Unternehmen anziehen und Arbeitsmöglichkeiten für Tausende Menschen bieten wird".

Und da ist natürlich noch die Frage des Geschmacks. Gelobt wird von denen, die begeistert sind, vor allem die glänzende Glasfassade, die trotz der Größe und Wucht des Gebäudes eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlt.

Andere kritisieren, sie passe absolut nicht in das Stadtbild, das bei der London Bridge vor allem von niedrigen, historischen Häusern bestimmt wird.

Dem britischen Thronfolger Prinz Charles, für seine Abneigung gegenüber moderner Architektur bekannt, ist die "Scherbe" ebenfalls ein Dorn im Auge. Er ist der Meinung: "Es sieht aus wie ein gigantischer Salzstreuer".

Im Moment kann man den "Salzstreuer" nur von außen beurteilen - von innen ist das Haus noch nicht fertig. Kurz vor dem Start der Olympischen Spiele in London, die am 27. Juli 2012 begannen, sollte aber zumindest die Fertigstellung der Fassade groß gefeiert werden.

Die Aussichtsplattform in der Spitze von Londons "Scherbe" soll dann ab 1. Februar 2013 für Besucher zugänglich sein. (Text: Andrea Beu, mit dpa)

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