Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Panorama

Zukunft der Welt: Megastädte

 
Auch im Bericht des UN-Bevölkerungsprogramms UNFPA heißt es: "Seit Anbruch der Industrialisierung hat noch kein Land echtes Wirtschaftswachstum ohne den Ausbau seiner Städte erzielt."

Auf den folgenden Seiten wird es nicht um die glitzernde Welt der Megastädte gehen, sondern um die große urbane Wende.

Man kann auch von einem "neuen Phänomen" sprechen, dessen Bedeutung so schwerwiegend ist wie das Agrarzeitalter und die industrielle Revolution.

Mit ihrer Größe wandelt sich auch die Bedeutung der Städte: So ist schon jetzt in einigen Staaten eine einzige Metropole der wirtschaftliche Motor des gesamten Landes.

Privilegierte schotteten sich aus Angst vor Kriminalität ab - die Kluft zwischen Arm und Reich wächst.

Oft werden sogar dörfliche Strukturen auf das urbane Leben übertragen.

Zwei Drittel der Wohnbebauung in den Städten der Entwicklungsländer entstehen unkontrolliert.

Häufig sind Megastädte ein "komplett selbst organisierendes Konstrukt".

Es gibt immer mehr Menschen, die ihre Stadt oder gar ihren Stadtteil Zeit ihres Lebens niemals verlassen.

Planer können darauf kaum reagieren. Es werden Konzepte erstellt, die noch während der Planungsphase von der Wirklichkeit "überrollt" werden.

So hat sich die Zahl der Einwohner von Dhaka (Bangladesch) in den vergangenen drei Jahrzehnten auf rund elf Millionen verzehnfacht.

Oft ist dies wegen des enormen Wachstums der Ballungsräume unmöglich.

So sind in Bangkok 70 Prozent der Wirtschaftskraft Thailands konzentriert. Eine ökonomische Krise wie in Asien 1997 kann dann leicht globale Folgen haben.

Am Ende bedeuten mehr Megastädte auch mehr Risiken für die Wirtschaft. Ereignisse wie Terror, Erdbeben und Wirbelstürme treffen Ballungsräume besonders hart.

Klar ist bei allem Für und Wider: In den Megastädten entscheidet sich die Zukunft der Welt.

Zu den Vorteilen der Ballungsräume zählen auch die zentral gesteuerte Versorgung mit Nahrungsmittel und der geringere Aufwand für die Infrastruktur.

Auch im Bericht des UN-Bevölkerungsprogramms UNFPA heißt es: "Seit Anbruch der Industrialisierung hat noch kein Land echtes Wirtschaftswachstum ohne den Ausbau seiner Städte erzielt."

Doch die Planer des 21. Jahrhunderts sehen nicht nur Schattenseiten. Alle wirtschaftliche Entwicklung findet schließlich in Städten statt.

US-Soziologen malen ein düsteres Bild: Statt in hoch zum Himmel strebenden Lichterstädten zu leben, wird ein Großteil der urbanen Welt des 21. Jahrhunderts inmitten von Umweltverschmutzung, Exkrementen und Abfall im Elend versinken.

Bedenklich in Hinsicht auf den Klimawandel ist auch die Autodichte in einem Land wie China. Künftig wird dort jeder Zweite ein Auto fahren.

Infektionen wie die Lungenseuche SARS und das Dengue-Fieber tauchten zuerst in großen Städten auf.

Noch gefährlicher sind aber die permanenten Bedrohungen wie die Verschmutzung der Luft und des Wassers sowie Krankheiten.

Riesige Städte sind verletzlicher, weil schon Katastrophen mittlerer Größenordnung dort verheerende Folgen haben können.

Flächennutzungspläne oder Raumplanung allgemein finden in vielen Entwicklungsländern als "Steuerung" gar nicht statt.

Dies setzt allerdings Planung voraus. Ein Problem ist aber vielerorts die Art und Weise des Wachstums: Vor allem in Asien und Afrika verläuft die Entwicklung in der Regel ungeordnet.

Zu den Vorteilen der Ballungsräume zählen auch der geringere Pro-Kopf-Flächenverbrauch und der effizientere Umgang mit Ressourcen.

In So Paulo verachtfacht …

In Neu Delhi hat sich die Zahl der Bewohner zwischen 1950 und 2005 laut UN verelffacht.

1950 gab es zwei Städte dieser Größe: New York-Newark und Tokio - mittlerweile sind es 19.

Viele von ihnen leben in so genannten Megacitys und riesigen Vororten mit zehn Millionen und mehr Einwohnern.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 2008 mit etwa 3,4 Milliarden erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land.

Das Datum verstreicht unbemerkt - und wird dennoch als ein Wendepunkt in die Geschichte der Menschheit eingehen.

Und möglicherweise zieht in Brasilien ein Bauer mit seiner Familie in die Favelas von So Paulo.

Vielleicht sucht in Ostchina ein junger Mann vom Land sein Glück in Schanghai.

Vielleicht bringt dann in Teheran eine Frau ein Kind zur Welt.

… und in Mexiko-Stadt fast versiebenfacht.

39 Metropolen mit jeweils fünf Millionen oder mehr Menschen gibt es bereits heute - im Jahr 2015 werden es nach UN-Schätzungen 60 sein.

Oft bedeutet eine Umsiedlung in die Stadt mehr Lebensqualität - wegen einer besseren medizinischen Versorgung und vielfältigeren Bildungsmöglichkeiten.

Die Gründe für den Zustrom sind vielfältig: In Asien locken vor allem die Verdienstmöglichkeiten die arme Landbevölkerung in die Städte.

Dagegen mutet Europas größte urbane Region, das Rhein-Ruhr-Gebiet, mit etwa 14 Millionen Bewohnern recht klein an.

Mexiko-Stadt rangiert mit 19,4 Millionen Menschen auf einer Ebene mit Australien (20,6 Millionen).

Im Ballungsgebiet der größten Stadt der Welt, der Meta- oder Hypercity Tokio, leben mit rund 35 Millionen Menschen schon jetzt mehr als in ganz Kanada (32,9 Millionen).

Das Perlfluss-Delta in Südchina hat mit 48 Millionen Einwohnern mehr Bewohner als ganz Spanien.

Viele Städte haben schon jetzt die Dimension von Ländern erreicht.

Dann wird nach Meinung von Wissenschaftlern die Welt die große urbane Wende erleben.

Mehr als zwei Drittel dieser gewaltigen Ballungsräume werden in Entwicklungsländern liegen.

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.