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Jeanne-Claude ist tot: Meisterin der Verhüllung

 
Jeanne-Claude ist tot: Meisterin der Verhüllung

Konzeptkunst, Verpackungskunst, Freiluftkunst, Umweltkunst.

Es gibt viele Begriffe, die versuchen, das Werk Jeanne-Claudes zu umschreiben. Unumstritten ist jedoch, dass sie zu den bekanntesten Künstlerinnen der Gegenwart gehörte.

Nun ist Jeanne-Claude 74-jährig in New York an einer Hirnblutung gestorben.

Bekannt wird sie vor allem durch Großprojekte, durch aufsehenerregende Aktionen.

An ihrer Seite ist dabei immer ihr bulgarischer Mann Christo. 51 Jahre lang ist sie seine Muse - oder er ihre?

Beide sind am selben Tag 1935 geboren, seit 1962 sind sie verheiratet.

In Deutschland werden die beiden Künstler vor allem durch die Verhüllung des Reichstags 1995 bekannt.

Es ist eines der größten Kunstprojekte des 20. Jahrhunderts, für das die Künstler jahrelang kämpfen müssen.

Der damalige Kanzler Helmut Kohl wehrt sich gegen das Projekt – der Bundestag entscheidet sich in einer Kampfabstimmung aber für die Idee, …

… die "einzigartige Qualität des Vergänglichen" zu feiern, wie Jeanne-Claude und Christo es ausdrücken.

Der Kanzler will den verhüllten Reichstag nicht sehen – dafür kommen rund fünf Millionen Schaulustige nach Berlin, …

… um die 100.000 Quadratmeter glitzernde Folie zu bewundern, die das historische Gebäude ganz verhüllen ...

… und zu einem wahren Verpackungshype führen.

"Dafür ist Berlin den beiden Künstlern zutiefst dankbar", sagt Bürgermeister Klaus Wowereit in einem Nachruf.

Es ist allerdings nicht das erste Großprojekt, das beide in Angriff nehmen.

1983 umsäumen sie elf Inseln des Biscayne Bay in Florida mit pinkfarbenen Stoffbahnen.

Auch dieses Projekt hat seine Feinde und sogar ein juristisches Vorspiel.

Zwei Jahre später verhüllen Jeanne-Claude und Christo …

… die Brücke Pont Neuf in Paris.

Ein weiteres Großprojekt ist 1991 "The Umbrellas" (Die Schirme): 3100 blaue und gelbe Schirme werden in Japan …

… und Kalifornien geöffnet.

Auch nach der Verhüllung des Reichstags machen die Künstler weiter – …

… indem sie 1998 in Riehen bei Basel …

… Bäume mit Stoff umhüllen.

Nur ein Jahr später zieht es Jeanne-Claude und Christo wieder nach Deutschland.

In Oberhausen stapeln sie in einem Gasometer 13.000 Ölfässer …

… zu einer Mauer auf.

2005 arbeiten Jeanne-Claude und Christo wieder in einer Metropole – dem internationalen Kunstzentrum New York.

7500 Stofftore färben den Central Park goldgelb.

"The Gates" (Die Tore) ist nicht weniger aufsehenerregend als die Verhüllung des Reichstags zehn Jahre zuvor.

Entsprechend groß ist nun auch in New York die Trauer um Jeanne-Claude.

Doch auch nach ihrem Tod wird man noch von Jeanne-Claude hören.

Das Projekt einer Mauer aus Ölfässern wollte sie mit Christo zuletzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 400.000 Fässern wiederholen.

Obwohl Jeanne-Claude nun gestorben ist, soll das Projekt beendet werden, ...

... denn beide hatten sich versprochen, das Werk fortzuführen.

So wird auch noch ein letztes Verhüllungsprojekt an Jeanne-Claude erinnern: …

… Der Arkansas River soll auf einer Strecke von mehr als zehn Kilometern mit einer glänzenden Gewebewoge bedeckt werden. (Text: Markus Lippold)

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