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Käserollen, Ehefrauentragen, Brennnesselwettessen: Meisterschaften der verrückten Art

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Turnschuhe sind für Angsthasen. Diese Damen ... (Foto: REUTERS)

Turnschuhe sind für Angsthasen. Diese Damen ...

Turnschuhe sind für Angsthasen. Diese Damen ...

... und Herren spurten auf High Heels um die Wette. Die Stöckelschuh-Rennen kommen immer mehr in Mode.

In Frankreich, Russland, Mexiko, Kroatien, Australien - rund um den Globus messen sich High-Heels-Läufer(innen).

Natürlich herrschen strenge Regeln: Die Absätze der "Laufschuhe" müssen mindestens acht Zentimeter hoch sein und dürfen eine Breite von 1,5 Zentimetern nicht überschreiten.

Ein Spektakel mit Haxenbrecher-Potenzial und ganz sicher schon bald eine Weltmeisterschafts-Disziplin!

Glauben Sie nicht? Dann werden sie überrascht sein, in welchen kuriosen "Sportarten" Sieger gekrönt werden. Es scheint so, als gäbe es Meisterschaften für wirklich alles.

Finnen und Briten sind die großen Meister im Erfinden verrückter Wettbewerbe.

In England hat man für solche "lustigen Duelle" sogar eine eigene Bezeichnung: die "Crab Fair & Sports".

Lippen werden über Nasen gestülpt und die Augen gerollt, bis nur noch das Weiße zu sehen ist.

Seit 1267 findet in England die Weltmeisterschaft im Grimassenschneiden statt.

Ebenfalls britisch-bekloppt sind die Brennnessel-WM in Marshwood. Gleichwohl dieser "Sport" eine Männerdomäne ist, gibt es ...

... auch einige Frauen, die es den Männern gleichtun und sich das in den Mund stecken, was jeder normale Mensch nicht mal mit Händen und Füßen berühren möchte.

Die Brennnesseln werden ungewaschen und roh gegessen und müssen auch mit den bloßen Fingern angefasst und in den Mund gesteckt werden.

Aber es darf dazu getrunken werden. Womit man versucht, den grässlichen Geschmack und das Brennen auf Lippen und Zunge wegzuspülen, ist jedem selbst überlassen.

Gemessen werden die verdrückten Brennnesseln in Metern. Der Weltrekord liegt bei etwa 23 Metern der Pflanzen.

Ein besonderes Highlight ist auch das Käserollen in der Grafschaft Gloucestershire im Südwesten Englands.

Alljährlich im Mai trifft man sich vier Tage lang zum "Cheese Rolling" am Cooper’s Hill, einem steilen Hang am Ortsrand.

Der Zeremonienmeister schleudert einen runden Weichkäse den Hang hinab. Der erreicht Spitzengeschwindigkeiten von fast 100 Kilometern je Stunde.

Der ganze Spaß für die Teilnehmer besteht darin, möglichst schnell mit dem Käse unten anzukommen. Eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit! Die ersten Meter laufen noch alle, ...

... doch der Hang ist so steil und uneben, dass man unweigerlich stürzt, sich überschlägt, rollt, rutscht und über Stock und Stein geschleudert wird.

Unten am Hang des Hügels steht eine ganze Rugby Mannschaft bereit, die rollenden und kugelnden Menschen (und Käse) aufzufangen.

Nur selten schafft es überhaupt jemand, den Laib Käse einzuholen – dennoch lieben alle den Spaß, und das seit der Römerzeit.

Lügen, bis die Nase wächst ist das Motto in der Grafschaft Cumbria. Der "weltgrößte Lügner-Wettbewerb" lockt jedes Jahr Zehntausende Menschen in den Ort Wasdale Valley, der daher auch den schmeichelhaften Spitznamen St. Pinnochius trägt.

Bei der jährlichen Luftgitarren-WM im finnischen Oulu haben die Teilnehmer 60 Sekunden Zeit, die Jury von ihren Starqualitäten zu überzeugen. Dafür lassen sie die Haare kreisen, schlagen Saltos und zertrümmern imaginäre Instrumente.

Im vergangenen Jahr holte sich überraschend die "Nichte des Teufels", Aline Westphal aus Hildesheim, die Weltmeisterkrone.

Wer röhrt am besten? Deutschlands beste Hirschrufer ermitteln Jahr für Jahr ihren Meister - und meinen es ernst, wenn sie in längenverstellbare Plastikröhren, hohle Ochsenhörner oder ...

... fast fußballgroße Meeresschneckenhäuser pusten.

Um an den Deutschen Meisterschaften der Hirschrufer teilzunehmen, muss man kein Jäger sein - ein bisschen Mut und Spaß an der Sache reichen aus.

Jede Menge Spaß haben auch die Teilnehmer der "Wattolümpiade".

Mehr als 30 Teams kämpfen in Brunsbüttel um die Titel beim laut Veranstaltern "mit Abstand schmutzigsten Sportspektakel der Republik".

Wattfußball, Wolliball, Watthandball und Schlickschlittenrennen zählen unter anderem zu den Disziplinen des schrägen Turniers.

Ähnlich schmutzig geht es sicher bei den Weltmeisterschaften im Moorschnorcheln in Wales zu.

Die Teilnehmer müssen auf einer Distanz von 55 Meter durch Schlingpflanzen, Schlamm und Brackwasser tauchen. Die Besten schaffen dies übrigens unter zwei Minuten.

Bei der WM im Ehefrau-Tragen müssen Mann und Frau ganz fest zusammenhalten, ...

... um es überhaupt über die Ziellinie zu schaffen. Allerdings dürfen die Gatten auch irgendwelche Ehefrauen abschleppen - Hauptsache, sie wiegen mindestens 49 Kilo.

Ausgetragen wird die WM bereits seit 17 Jahren in einem Dorf namens Sonkajärvi, etwa 500 Kilometer von Helsinki entfernt.

Der Wettbewerb an sich hat eine Legende zum Ursprung, denn der bekannte Räuber Herkko Rosovo-Rinkainern soll im 19. Jahrhundert neben Lebensmitteln auch die Ehefrauen der Dorfbewohner geklaut haben.

Kein Witz: Spanien sucht seit zwei Jahren den Super-Schnarcher. Bei den nationalen Meisterschaften im Nickerchen-Halten küren die Iberer ihren Siesta-Star. Grund: Das Mittagsschläfchen droht auch in España der Hektik zum Opfer zu fallen.

Punkte gibt es in vier Disziplinen: für die Schlafdauer, die eleganteste Haltung, das witzigste Outfit und das lauteste Schnarchen.

Aber: Es gelten strenge Regeln. Teilnehmer dürfen wegen der zahllosen Schaulustigen zwar "Hilfsmittel" wie Ohrenstöpsel und Schlafmasken verwenden, bekommen dafür aber Punkte abgezogen.

Schlafenstellen gilt auch nicht! Das überprüfen Ärzte per Pulsmesser.

Jede Runde dauert 20 Minuten - wer früher wach wird, dem werden ebenfalls Punkte abgezogen.

Bügeln, plätten und glätten: Was für die meisten Menschen eine der langweiligsten Hausarbeiten ist, gibt anderen den ultimativen Kick.

Egal, ob am Fels im Hochgebirge, im reißenden Bach oder auf dem Baum – Extrembügler haben immer Brett und Eisen dabei. Seit 2002 suchen die Top-Plätter der Welt ihren Meister.

Sehr skurril ist auch die Weltmeisterschaft im Handy-Weitwurf. Die Finnen als Erfinder dieser Sportart beherrschen seit Jahren auch die Meisterschaften.

2011 siegt vor heimischen Publikum in Savonlinna Oskari Heinonen (nicht im Bild) mit 76 Metern! Übrigens: Das Sportgerät wird vom Veranstalter gestellt.

Der Gummistiefel-Weitwurf ist ebenfalls eine Domäne ihrer finnischen Erfinder.

Vereine wie "TGW Schlabbeschubser" bemühen sich aber seit Jahren, nicht zuletzt durch hartes Training, darum, den Sport auch hierzulande von seinem Nischendasein zu befreien.

Schnupfen, bis die Nase schwarz ist … Wer Weltmeister der Schnupftabakfreunde werden will, muss innerhalb von einer Minute fünf Gramm Schnupftabak in sein Riechorgan stecken. Wer am meisten verstauen kann, gewinnt.

Die Kontrolle der Schiedsrichter entscheidet die Meisterschaft: Jeder Krümel wird am Ende gewogen. Klebt irgendwo noch Tabak an Hemd oder Gesicht? Das wäre nicht erlaubt. Auch Niesen würde zur Disqualifikation führen.

Große Nasen sind sicher im Vorteil, aber vor allem zählen Technik und Fingerspitzengefühl!

Sie machen die große Katze, den Anker, das Brett, die Kanonenkugel oder die Kartoffel - ...

... bei der Arschbomben-WM geht es vor allem darum, die ganz große Welle zu machen - auch wenn es manchmal wehtut.

Bisher wurden 13 offizielle Sprungfiguren entwickelt, die bei den Wettkämpfen vom 10-Meter-Brett gesprungen werden.

Am besten klappt das natürlich mit der altbewährten "Arschbombe".

2011 fand in New York die erste Kissenschlacht-WM statt. Natürlich läuft die Schlacht hier weitaus professioneller ab, als das spaßige Eltern-Kind-Raufen am Sonntagmorgen im Bett – und es gibt Regeln.

Der Polster darf nicht mehr als 705 Gramm wiegen, Trefferflächen sind Kopf und Torso, wobei vorsätzlicher Körperkontakt verboten ist. Die Teilnehmer müssen sich während des gesamten Kampfes die Gesichter zuwenden. Dreht man dem Gegner den Rücken zu, gibt es Punkteabzug.

Ähnlich wie bei einem Boxkampf dauert ein professioneller Pillowfight zwei Runden zu jeweils zwei Minuten. Und wie auch beim Boxen ist hier gute Beinarbeit ebenso wichtig wie schnelle und starke Hände.

Recht populär ist die Sportart bereits in den USA, in Kanada und Österreich sowie in einigen asiatischen Ländern. Deutschland hat keine Sportler nach New York geschickt.

Seit 1997 gibt es die Rasenmähertrecker-WM, jedes Jahr an Himmelfahrt, jedes Jahr in Krautsand.

Die Teilnehmer messen sich in mehreren Vorläufen. Wer es mit seinem aufgemotzten Rasenmäher bis ins Finale schafft, hat am Ende des Tages gut 15 Kilometer zurückgelegt – und das mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde.

Tortenschlachten erfreuen sich nicht nur bei Kindern großer Beliebtheit - Vor allem bei den verrückten Engländern ist man ganz versessen darauf. So sehr, dass es seit 1967 eine Tortenschlacht-Weltmeisterschaft gibt.

Für die Meisterschaft werden 2600 Torten angefertigt! 15 bis 30 Sekunden lang bewerfen sich die Teams aus einem Abstand von zirka 2,5 Metern.

Das Punktesystem ist einfach: Für einen Treffer ins Gesicht gibt es sechs Punkte, drei Punkte erhält man für Streifschüsse an den Schultern und einen Punkt für jeden weiteren Körpertreffer.

Saftige rote Kirsche in den Mund stecken, das süße Fleisch abknabbern – und jetzt, wohin mit dem Kern?

Mindestens 21,71 Meter weit spucken heißt die Devise bei der Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken. Seit 1974 spucken die Wettkämpfer Kirschkerne auf ...

... eine 30 Meter lange Bahn. Jeder Spuckathlet hat sechs Versuche. Wobei der Punkt zählt, an dem der Kirschkern liegen bleibt, nicht dort, wo er auf der Bahn auftrifft. Diese Regel eröffnet eine weitere, sozusagen die schleimige Dimension des Weitspuckens.

Denn ein vollgesabberter Kern soll auf seiner Schleimspur angeblich weiter rutschen als der trockene Konkurrent.

Aufregende Wettkämpfe, ...

... ein Hauch keltischen Zaubers und ...

... schottische Lebensfreude: Das sind die Highland-Games.

Die Teams treten zu etwas sonderbaren Disziplinen wie Gewichthochwurf, Fassrollen, Steinstoßen, Baumstammweitwurf, Stammslalom, Bogenschießen und Tauziehen an.

In Schottland gibt es jährlich bis zu 100 Highland Games. Die bekanntesten Spiele finden alljährlich Anfang September in Braemar statt.

Diese stehen unter der Schirmherrschaft von Königin Elisabeth II., deren traditioneller Sommersitz das nahegelegene Balmoral Castle und die deshalb regelmäßig persönlich anwesend ist.

Mia Magma ist nicht nur Porno-Star, sondern auch eine frischgebackene Weltmeisterin.

Im Nacktrodeln.

Dabei sind die Teilnehmer gar nicht nackt. Die Frauen tragen knappe Höschen und die Männer ...

... Boxershorts! Außerdem sind Helm, Handschuhe und Stiefel Pflicht. Das Nacktrodeln findet seit 2009 alljährlich in Braunlage im Harz statt.

Mit ganz anderen Temperaturen haben die Teilnehmer der Sauna-WM zu kämpfen. Nicht nur die extreme Hitze will überstanden werden!

Hinzu kommen Aufgüsse. Alle 30 Sekunden kommt ein halber Liter Wasser über die heißen Steine. Stillsitzen in aufrechter Haltung ist vorgeschrieben, Schweißabwischen verpönt!

Bei der WM 2010 kam es zu einem tragischen Zwischenfall im Finale. Der Russe Wladimir Ladyschenski starb nach fast sieben Minuten in der glühend heißen Sauna. Sein Kontrahent Timo Kaukonen (im Bild) aus Finnland kollabierte ebenfalls. Danach beschloss der Gemeinderat der Kommune Heinola, keine weitere Sauna-WM zu veranstalten.

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