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Eine Aufklärung: Mythos Studentenleben

 
Die schönste Zeit des Lebens: Das Studium.

Die schönste Zeit des Lebens: Das Studium.

Es heißt, man sollte möglichst viel Erfahrung sammeln. Horizonterweiterung kann vielerlei heißen ...

Ja, Studenten feiern viel. Aber eben nicht nur.

Sie verbringen auch einen Großteil ihrer Zeit in der Uni.

Und wenn man nachts keinen Schlaf bekommt, dann muss man den nachholen. Studenten sind auch nur Menschen.

Oft heißt es, sie würden ihr Studium nicht ernst genug nehmen.

Sie selbst werden das natürlich nicht bestätigen. So wird die Frage nach der Henne und dem Ei schließlich schon seit Jahrhunderten erforscht.

Mangelnder Respekt? Ach was!

Viele Professoren beklagen die Lesefaulheit ihrer Studenten.

Ebenso die mangelnde Einsatzbereitschaft. Früher war eben alles anders. Die Leute wussten noch, wofür es sich lohnt zu kämpfen.

Man kann aber nicht sagen, dass die Studenten sich für nichts einsetzen würden. Sie hinterfragen kritisch Sachverhalte ...

... und präsentieren durchdachte Lösungen.

Ein anderes Vorurteil: Studenten leben unzivilisiert und provisorisch.

Wie war das? Nur ein Genie beherrscht das Chaos.

Manche Menschen haben eben ein etwas anderes Verhältnis zu Sauberkeit.

Und wenn die Mama immer die Wäsche gewaschen hat, dann muss man das erst mal lernen.

Viele Studenten haben gar keine Waschmaschine, sie gehen in öffentliche Waschsalons. Gut übrigens, um neue Bekanntschaften zu machen.

Eine Küche haben dafür die meisten. Ob diese in einem benutzbaren Zustand ist, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber selber kochen verursacht schließlich sowieso nur unnötigen Abwasch.

Und bei McDonald's weiß man wenigstens, was man hat.

Genauso beliebt bei jungen Leuten: Döner Kebap. Da ist schließlich viel Salat drauf.

Und Fleisch ist gesund.

Meist haben Studenten nur Flüssignahrung im Kühlschrank. Die hält sich länger ...

... und ist ein gutes Gastgeschenk.

Studenten trinken viel?

Nun, sieben Bier sind eine Mahlzeit - und das mit dem Kochen hatten wir ja schon.

Außerdem weiß schon jedes Kind, dass man bei heißem Wetter viel trinken muss.

Ok, das ist bestimmt kein Wasser. Dafür enthält Bier viel mehr Eiweiß und Vitamine. Und die sind für einen gesunden Leib schließlich unerlässlich.

Genauso wie ausreichender Schlaf. Vielleicht schafft es der junge Mann ja wenigstens, in den Vorlesungen wachzubleiben?

Doch der ewig feiernde und schlafende Student scheint auszusterben. Das laue Studentenleben von einst beginnt der harten Arbeitsmarktrealität zu weichen.

Wer Karriere machen will, der kann es sich eigentlich gar nicht mehr erlauben, nur zu feiern.

Die Studiengänge werden immer verschulter. Lange schlafen oder einfach mal blau machen wird zur Ausnahme.

Oft lernen Studenten die Nächte durch, um die Regelstudienzeit einzuhalten.

Um ihr Studium zu finanzieren, arbeiten viele nebenher. Da bleibt weniger Raum für das Studium oder für Freizeit.

Der Druck der Wirtschaft wird immer größer. Die Erwartungen an Hochschulabsolventen sind enorm gestiegen. Die jungen Leute müssen so viele Zusatzqualifikationen wie möglich sammeln.

Jobmessen sind inzwischen auch schon während des Studiums ein obligatorischer Anlaufpunkt. Die Studenten von heute setzen sich früh mit Berufsperspektiven auseinander.

In den Semesterferien ist meist kein Urlaub angesagt, sondern Praktika, Klausuren und Hausarbeiten.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem erfolgreichen Abschluss. Und um den zu erhalten, sollte man das richtige Maß zwischen Feiern und Studieren finden.

Wir sagen also der Mär vom lauen Studentenleben ade und ziehen den Hut vor den Leistungen, die die heutige Studentengeneration erbringen muss. (Mona Husemöller / Alle Bilder: AP/dpa)

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