Bilderserie
Montag, 19. Juni 2017

Tödliche Waldbrände: Portugal erlebt "Feuerhölle"

Bild 1 von 28
Ein gewaltiges Feuer macht das Naturparadies Pedrógão Grande in Portugal praktisch dem Erdboden gleich. (Foto: imago/GlobalImagens)

Ein gewaltiges Feuer macht das Naturparadies Pedrógão Grande in Portugal praktisch dem Erdboden gleich.

Ein gewaltiges Feuer macht das Naturparadies Pedrógão Grande in Portugal praktisch dem Erdboden gleich.

Dort, wo bis Samstag noch Pinien und Häuschen standen ...

... ist nur noch schwarzgraue Asche und viel Rauch zu sehen.

Durch das Feuer sterben in der Region insgesamt mindestens 63 Menschen.

Rettungskräfte konnten einige Dörfer wegen der Flammen noch nicht erreichen. Darum wird mit weiteren Opfern gerechnet.

Es ist der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Behörden gehen davon aus, dass ein Blitzeinschlag in einen Baum das Feuer auslöste.

Seit Samstagnachmittag lodern die Flammen. Trockenheit und starke Winde führten zu einem rasanten Ausbreiten des Feuers.

Schlimme Szenen spielen sich vermutlich vor allem auf der Landstraße 236 ab, denn diese wird blitzschnell zur tödlichen Falle.

Mindestens 30 Menschen sterben hier in ihren Fahrzeugen einen qualvollen Tod.

Auf der Landstraße stehen viele verkohlte Autowracks. Zum Teil ineinander verkeilt. Es sind stille Zeugen der Panik, die geherrscht haben muss.

Ein Landwirt erzählt: "Das war unglaublich, Dutzende Autos haben binnen Sekunden lichterloh gebrannt, plötzlich überall Flammen, Rauch, Wind. Die Armen hatten keinen Ausweg."

Inzwischen sind rund 2000 Rettungskräfte mit 620 Fahrzeugen im Einsatz, um das Feuer in den Griff zu bekommen.

Löschflugzeuge und Hubschrauber können wegen der starken Rauchentwicklung nicht genug helfen.

Außerdem wird Kritik laut.

Zu Beginn war die Feuerwehr Augenzeugen zufolge, völlig überfordert - und kaum präsent.

Ein Experte äußert sogar, man hätte die Tragödie verhindern können. Oder zumindest das Ausmaß der Katastrophe etwa durch rechtzeitiges Sperren von Straßen in Grenzen halten können.

Viele Bewohner berichten, sie hätten stundenlang nicht einen einzigen Feuerwehrmann gesehen. "Wir hatten weder Wasser noch Strom und wurden zu allem Übel unserem Schicksal überlassen", schimpfen Anwohner.

Das Leiden steht den Betroffenen ins Gesicht geschrieben. "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles", erzählt eine ältere Frau.

"Das Haus meiner Oma wurde dem Erdboden gleichgemacht", sagt António Pires im Dorf Vila Facaia. Der 40-Jährige berichtet: "Vier meiner Angehörigen und Nachbarn sind in der Nacht ums Leben gekommen. Ich habe Leichen gesehen."

Die Polizei evakuiert die Häuser. Hunderte Menschen werden in Notunterkünfte gebracht.

Nicht nur die Einwohner von Mega Fundeira müssen ihr Hab und Gut zurücklassen.

Die portugiesische Regierung ordnet eine mehrtägige Staatstrauer an.

Regierungschef António Costa sagt: "Wir können uns an keine schlimmere Tragödie erinnern."

Die EU sagt Portugal Hilfe zu. Auf Bitte des Landes werden Löschflugzeuge organisiert.

Frankreich sagt drei Maschinen zu. Zudem hilft Spanien mit zwei Flugzeugen.

Viele Freiwillige sind im Einsatz. Menschen in den Notunterkünften werden mit Essen und Trinken versorgt.

Erste Aufräumarbeiten haben begonnen, während in der Gegend von Leiria noch immer die Flammen lodern und die Feuerwehrleute unermüdlich weiterkämpfen. (teb)

weitere Bilderserien