| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
"Was ist 'dran' am 'drunter und drüber'?", ...
... fragt das Rheinische Industriemuseum und verspricht, Licht ins Dunkle der Verhüllung nackter Haut zu bringen.
Die Schau ist zweigeteilt.
In der einstigen Textilfabrik Cromford in Ratingen zeigt die Ausstellung "Dessous" die hinreißende Kulturgeschichte der Unterwäsche.
Was man "drüber" trug und trägt lässt sich in der ehemaligen Tuchfabrik Müller in Euskirchen bewundern.
"Kleider und Körper seit 1850" nennt sich dieser Teil der Ausstellung.
Von Ball- und Gesellschaftskleidern bis zu Sport- und Strandanzügen, hier soll gezeigt werden, wie Kleidung in besonderer Weise mit Reiz und Scham spielt. Seidenchiffonkleid von 1928 und zwei Charlestonkleider mit Perlenstickerei von 1926.
Mehr als 250 Originalexponate sind zu sehen. Beispielsweise diese mit einem Langmieder bekleidete Schaufensterfigurine von Triumph (um 1930).
Oder dieses Neglig mit Hemdhose und Hühnerfederbesatz von 1920. Seidenhemdchen und Morgenmantel mit Schwanenflaum stammen aus den 30ern.
Bedeutend älter wiederum ist dieses Korsett aus Baumwolle aus den 1880er Jahren. Der Taillenumfang beträgt 48 cm. Das muss nicht gesund gewesen sein.
In den goldenen Zwanzigern wurde es - in mancherlei Hinsicht - legerer, ...
...biederer in den 50ern.
Etwas verspielter: Badeoutift der 60er Jahre. Doch ob Beine, Busen, Po oder Taille: "Ihre Verhüllung oder Enthüllung in Kleidung und Accessoires offenbart die Relativität der jeweiligen Grenzen von Scham und Reiz", sagen die Ausstellungsmacher.
Wofür in jüngerer Zeit vor allem gerade die 60er Jahre stehen. Ungeschriebene Gesetze verschoben sich überraschend schnell. Nicht nur politische Tabus wurden gebrochen.
Ob hochgeschlossen oder rückenfrei, ob Lagen von Stoffen oder luftige Durchsichtigkeit, das Spiel mit der Verhüllung folgt bis heute dem gleichen Muster. Cocktailkleider der 1980er.
Und ein Ballkleid aus dem Biedermeier aus Seidenchin.
Wie "anziehend" das "Darunter" und das "Darüber" dann tatsächlich ist, liegt allerdings meist im Ermessen des jeweiligen Betrachters oder der Betrachterin. Stringstola für Herren, 2006.
Die Ausstellung "Reiz und Scham" ist noch bis zum 20. Mai 2007 zu sehen. Schauplätze sind die Textilfabrik Cromford in Ratingen und die Tuchfabrik Müller in Euskirchen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr.
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.