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Unbekannter zahlt 120 Millionen Dollar: Rekorderlös für Munch-Bild

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Geheimnisvoll, ... (Foto: picture alliance / dpa)

Geheimnisvoll, ...

Geheimnisvoll, ...

... vieldeutig ...

... und mystisch.

Hinter den Bildern des Norwegers Edvard Munch lauern tiefe Abgründe.

Und sie üben nach wie vor eine ungeheure Anziehungskraft aus.

Bei einer Auktion in New York erzielte am 2. Mai 2012 "Der Schrei" von Munch einen Rekorderlös: ...

... Für fast 120 Millionen Dollar, umgerechnet 90 Millionen Euro, ersteigert ein unbekannter Bieter das legendäre Gemälde.

Damit überbietet das Bild den bisherigen Rekordhalter, Pablo Picassos "Akt mit grünen Blättern und Büste", um mehr als 13 Millionen Dollar.

Von Munchs "Schrei" gibt es gleich vier Versionen.

Drei sind im Besitz von norwegischen Museen und damit praktisch unverkäuflich.

Das jetzt verkaufte Bild von 1895 ist für viele das beeindruckendste, weil die schreiende Figur mit den meisten Konturen gezeichnet ist. Auch ist der Gegensatz zwischen dem Entsetzen des Schreienden und der Idylle der Umgebung hier am deutlichsten.

Der Norweger geht als Wegbereiter des Expressionismus in die Lehrbücher ein.

Sein beeindruckendes Gesamtwerk umfasst etwa 1000 Gemälde, ...

... mehr als 15.000 druckgrafische Blätter und etwa 4500 Zeichnungen und Aquarelle.

In seinen Bildern spiegeln sich immer wieder die existenziellen Fragen des Lebens wider: ...

... Angst, Liebe, Verlust.

Munchs Affinität zu den großen Fragen des Lebens erklären sich Biografen mit seiner schweren Kindheit: ...

... Als er fünf Jahre alt ist, erliegt seine Mutter einer Tuberkulose-Erkrankung.

Für den 1863 geborenen Munch (hier auf einem Foto aus dem Jahr 1895) bleibt dies nicht der einzige frühe Schicksalsschlag in seinem Leben.

Wenige Jahre später erkrankt seine älteste Schwester Sophie an Schwindsucht und stirbt 1877.

Die jüngere Schwester des Malers, Laura, ist depressiv.

Munch selbst leidet an einer bipolaren Störung, manischen und depressiven Zuständen.

Die Kunst ist sein Ventil. Er malt, zeichnet, schreibt und experimentiert - in Oslo, Paris und Berlin.

Seine Angst und seine pessimistische Weltsicht packt er in beklemmende Bilder.

Zeitgenossen nennen seinen Stil "psychischen Realismus".

"Der Fotoapparat kann mit Pinsel und Palette nicht konkurrieren, solange man ihn im Himmel und in der Hölle nicht verwenden kann", sagt Munch über die Kraft seiner Gemälde.

Inzwischen zählen seine Bilder zu den begehrtesten der Welt.

Nicht nur auf Auktionen, auch auf illegale Weise wechseln viele seiner Werke den Besitzer. 2006 werden Munchs Aquarell "Das blaue Kleid" und zwei seiner Lithographien aus einem norwegischen Hotel gestohlen.

Die Bilder tauchen kurze Zeit später wieder auf.

Größeres Aufsehen erregt ein bewaffneter Überfall auf das Munch-Museum in Oslo im August 2004. Die Täter dringen am helllichten Tag in die Ausstellungsräume ein und rauben die berühmten Gemälde "Der Schrei" und "Madonna".

Zwei Jahre lang bleiben die Werke verschwunden.

Ende August 2006 können sie aufgespürt werden.

Allerdings sind die Diebe nicht gerade pfleglich mit der Beute umgegangen.

Sowohl die "Madonna" als auch "Der Schrei" tragen bei dem rabiaten Überfall Schäden davon.

Die Täter hatten sie zu unvorsichtig aus den Rahmen gerissen.

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