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Sorgenfreie Schönheit: Schloss und Park Sanssouci

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Sanssouci, das Sommerschloss Friedrichs des Großen mit seinen Gartenanlagen vor den Toren Potsdams, gehört zu den schönsten und populärsten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Sanssouci, das Sommerschloss Friedrichs des Großen mit seinen Gartenanlagen vor den Toren Potsdams, gehört zu den schönsten und populärsten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.

Sanssouci, das Sommerschloss Friedrichs des Großen mit seinen Gartenanlagen vor den Toren Potsdams, gehört zu den schönsten und populärsten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.

Sanssouci (französisch: sans souci - ohne Sorge) ist ein großartiges Ensemble aus Bau-, Skulpturen- und Landschaftskunst - und das sommers wie winters.

Friedrich der Große (1712 bis 1786) hat es selbst "erfunden". Das Sommerschloss ließ er ...

... nach eigenen Skizzen errichten (Ausschnitt). Mit der Planung beauftragte er seinen Freund und Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699 bis 1753).

Vorbild war das französische Schloss Versailles (im Bild). Sanssouci sollte jedoch ein eher kleines, auf die privaten Bedürfnisse des Königs zugeschnittenes Sommerschloss werden.

Friedrich der Große wollte kein repräsentatives Gebäude, sondern ein intimes Wohnschloss im Rokoko-Stil.

Nach den beiden Schlesischen Kriegen (1740-45) war der König müde; er sehnte sich nach einem sorgenfreien Rückzugsort. (Wandelgang vor dem Schloss)

Mit einem weiten Blick in die Natur wollte er den Sommer über dort leben und seinen persönlichen und künstlerischen Neigungen, aber auch den Staatsgeschäften nachgehen.

Das "Lust-Haus", das er im Januar 1745 in Auftrag gab, sollte ohne viele Stufen vom Innenraum direkt auf eine breite Terrasse und von dort in den Garten führen. Die Bauarbeiten wurden dadurch erschwert, dass sich Friedrich der Große ...

... in Planung und Baugeschehen ständig einmischte und vor jedem Baubeginn Kostenvoranschläge einforderte. Er wollte von jedem Detail in Kenntnis gesetzt werden, was zu Missstimmungen zwischen Knobelsdorff und dem König führte. (Bild: Knobelsdorff 1732)

Dennoch wurde nach nur zwei Jahren Bauzeit am 1. Mai 1747 das Weinbergschloss eingeweiht. Zu dem Zeitpunkt waren aber noch nicht alle Räume fertiggestellt.

Das Schloss ist nur eingeschossig, hat - für damalige Verhältnisse - nur wenige Räume (zwölf) und erhebt keinen repräsentativen Anspruch.

Der Ehrenhof (im Bild, während der Veranstaltung "Sanssouci im Lichterglanz" 2009) ist eher zurückhaltend und klassisch, ...

... die Gartenfront jedoch im Rokoko-Stil mit üppigen Figuren besetzt. Diese stellen einen Bezug zum Weinberg her, der eigens für das Schloss angelegt wurde.

Die Innenräume wurden bis ins Detail nach den Wünschen Friedrichs ausgestattet. Ihm war zwar jede "Luxussucht" fremd, aber er umgab sich gern mit schönen und edlen Dingen. (Schreibtisch Friedrichs II.)

Sein eigenwilliger Stil und seine persönliche Abwandlung des Rokoko führten zum Begriff "friderizianisches Rokoko". (Sein Tafelsilber)

Den Mittelpunkt des Schlosses bilden das Vestibül und der dem Garten zugewandte Marmorsaal (im Bild). Der Marmorsaal ist der Festsaal des Schlosses.

Nach der Fertigstellung des Schlosses und der Terrassierung des Weinbergs wurde die Umgebung in die Gestaltung mit einbezogen.

Ein barocker Ziergarten mit Rasenstücken, Blumenrabatten, ...

... Hecken und Bäumen entstand. 3000 Obstbäume wurden gepflanzt.

In den Treibhäusern der Parkgärtnereien gab es Orangen, Melonen, Pfirsiche und Bananen. (Ehemalige königliche Nutzgärtnerei auf dem Klausberg am Park von Sanssouci)

Richtig ländlich wird es im Park zwischen Schloss und Orangerie (im Bild), ...

... wo eine historische Bockwindmühle steht.

Die Mühle stand dort bereits seit 1736. Ihr Klappern störte den "Alten Fritz", wie Friedrich der Große auch genannt wurde, eigentlich, aber er lenkte später ein und meinte, dass "die Mühle dem Schloss eine Zierde sey".

Zur Ausschmückung seines Zier- und Nutzgartens ließ Friedrich der Große 1755-64 das Chinesische Haus, auch Chinesisches Teehaus genannt, errichten.

Zu der Zeit war es Mode, sich mit asiatischen Kleinoden zu umgeben. Der Baumeister Johann Gottfried Büring schuf daher nach Skizzen des Königs einen Pavillon im Zeitgeschmack der Chinoiserie.

Durch die Ausweitung der Parkanlage nach dem Bau weiterer Gebäude entstand eine etwa 2,5 km lange Allee.

Diese begann im Osten am 1748 errichteten Obelisken und verlängerte sich im Laufe der Jahre ...

... bis zum Neuen Palais (erbaut 1763-69), das den Abschluss im Westen bildet.

Das Neue Palais gilt als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barocks. Friedrich plante es nicht als königliche Residenz, sondern als Schloss für Gäste seines Hofes.

In Höhe der Bildergalerie (errichtet 1764) ...

... und der Neuen Kammern (1774 gebaut, vor der historischen Mühle), die beide das Schloss flankieren, ...

... öffnet sich die Allee zu Rondellen mit von Marmorplastiken umstandenen Fontänen.

Wasserspiele waren ein fester Bestandteil barocker Gärten, Friedrich der Große investierte daher viel Geld in das Fontänensystem. Aber mangelnde Fachkenntnis der "Fontainiers" ließ das Projekt zunächst scheitern.

Erst einhundert Jahre später, 1842, funktionierte es richtig. Eine von August Borsig gebaute Dampfmaschine ließ dann den Wasserstrahl der Großen Fontäne unterhalb der Terrassen auf bis zu 38 m steigen.

Friedrich der Große, der 1786 in Sanssouci starb, konnte die Anlage nie in voller Pracht erleben. (Sein Sterbesessel im Schloss Sanssouci)

Das Schloss stand zwar, aber der Park war noch lange nicht fertig. (Friedrichs Grab - er wollte neben seinem "Weinberghäuschen" bestattet werden.)

Der Park von Sanssouci ist auch nicht nur der Lustgarten Friedrichs des Großen, sondern ein Stilmix mehrerer Generationen. Maßgeblich überarbeitet hat ihn der spätere Generaldirektor der königlichen Gärten, Peter Joseph Lenné (1789-1866).

Mit Friedrich Wilhelm II., Nachfolger Friedrichs II., hielt der klassizistische Baustil Einzug. Er ließ etwa das Marmorpalais im Neuen Garten bauen.

Friedrich Wilhelm II. wohnte nur vorübergehend, bis 1790, in Sanssouci. Er ließ die Möbel Friedrichs des Großen auswechseln und das Schlaf- und Arbeitszimmer renovieren und verändern.

Den Auftrag für den Umbau bekam Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, der Architekt von Schloss Wörlitz (im Bild). Er gestaltete das Zimmer Friedrichs des Großen im Stil des Klassizismus um.

Der ab 1797 regierende Friedrich Wilhelm III. hielt sich nur sehr gelegentlich im Schloss Sanssouci auf. Der Dornröschenschlaf des Weinbergschlosses sollte aber mit seinem Nachfolger enden.

Friedrich Wilhelm IV., der den Thron 1840 bestieg, war ein großer Bewunderer Friedrichs des Großen. Er zeigte großes Interesse an Sanssouci, steckte viel Geld in die Erhaltung von Schloss und Park und in neue Bauten und Anlagen.

Schon als Kronprinz überließ er dem Gartenarchitekten Lenné die Gestaltung des Gartens um das Schloss Charlottenhof. Der wandelte ab 1825 das Gebiet in einen offenen Landschaftspark mit vielen Sichtachsen um. (Arkaden vor dem Schloss Charlottenhof)

Locker gesetzte Baum- und Strauchgruppen belebten die große Parkfläche. Am südöstlichen Ende wurde ein Wassergraben zu einem Teich erweitert.

Aus dem Erdaushub ließ Lenne ein sanft hügeliges Gelände gestalten. (Belvedere auf dem Klausberg)

Auf Wunsch König Friedrich Wilhelms IV. entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Friedenskirche ...

... und die große Orangerie mit Aussichtsturm.

Das "Stibadium" im Paradiesgarten ließ Friedrich Wilhelm IV. 1845 errichten. Das italienisch anmutende Bauwerk wurde von Ludwig Persius entworfen.

Gleich nach Thronbesteigung bezog Friedrich Wilhelm IV. sein "Traumschloss" und wohnte bis zu seinem Tode 1861 dort. Er wurde in der Gruft der von ihm errichteten Friedenskirche beigesetzt. (Seiteneingang der Friedenskirche)

Die letzte Bewohnerin Sanssoucis war seine Witwe Elisabeth Ludovika. Nach ihrem Tod im Jahr 1873 ...

... wurde aus dem Schloss ein Museum. Es gehört damit zu den ältesten Schlossmuseen Deutschlands.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Monarchie blieb es zunächst noch im Besitz der Hohenzollern. (Rückseite der Orangerie)

Am 1. April 1927 kam Sanssouci in die Obhut der neu gegründeten preußischen "Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten".

Damit wurde die Gesamtanlage öffentlich zugänglich.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss ohne größere Zerstörungen, obwohl in seiner näheren Umgebung Kämpfe stattfanden.

1990 wurde Sanssouci mit seinen Schlössern und dem Park als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO gestellt.

In der Begründung hieß es: "Schloss und Park von Sanssouci, oft als 'preußisches Versailles' bezeichnet, sind eine Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den Städten und Höfen Europas. ...

... Das Ensemble ist ein herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen vor dem geistigen Hintergrund der monarchistischen Staatsidee."

Seit 1995 steht Sanssouci unter der Verwaltung der 1995 gegründeten Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). (Lageplan der SPSG)

Viele Gebäude und Anlagen wurden in den letzten Jahren saniert und wiederhergestellt, ...

... erstrahlen in neuer Pracht und werden Jahr für Jahr von Millionen Gästen ...

... aus dem In- und Ausland besucht und bewundert. (Text: Andrea Beu; Bilder: AP, Beu, dpa, reuters, SPSG, wikipedia)

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