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Dienstag, 28. Juli 2009

Auf dem Titicaca-See: Schwimmende Inseln, strickende Männer

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Der Titicaca-See ist Südamerikas größter See. Mit seinen mehr als 8200 Quadratkilometern ist er etwa 13 Mal größer als der Bodensee. (Foto: REUTERS)

Der Titicaca-See ist Südamerikas größter See. Mit seinen mehr als 8200 Quadratkilometern ist er etwa 13 Mal größer als der Bodensee.

Der Titicaca-See ist Südamerikas größter See. Mit seinen mehr als 8200 Quadratkilometern ist er etwa 13 Mal größer als der Bodensee.

Er liegt auf der Hochebene der Anden, auf dem Altiplano. Der östliche Teil des Titicaca-Sees gehört zu Bolivien, der westliche zu Peru.

Er ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Welt.

Der Titicaca-See liegt auf etwa 3800 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, ... (auf der Titicaca-Insel Taquile)

... ist 194 Kilometer lang, 65 Kilometer breit und maximal 365 Meter tief. Auf dem See gibt es eine Vielzahl von Inseln ... (strickende Männer auf der Insel Taquile, auf Touristen wartend)

... von denen auf einigen Relikte der Inka-Kultur zu finden sind, wie z.B. auf der zu Bolivien gehörenden Isla del Sol (im Hintergrund).

Trotz der sehr niedrigen Jahresdurchschnittstemperatur des Wassers (10-12°C) ist der Titicaca-See ein großer Wärmespeicher, so dass an ihm Kartoffeln, Gerste, Mais und Quinoa gedeihen. Die Region um den See wird als das Ursprungsgebiet des Kartoffelanbaus angesehen.

Eine andere wichtige Nahrungsquelle für die Bevölkerung am See ist der reichlich vorkommende Fisch.

Eine der Hauptattraktionen des Titicaca-Sees sind die schwimmenden Inseln der Urus.

Die Urus (spanisch Uros) sind eine indigene Gruppe, die derzeit aus etwa 2000 Menschen besteht.

Sie leben auf etwa 40 schwimmenden Inseln aus Totora-Schilf.

Aus diesem Schilf sind auch die Häuser auf den Inseln ...

... und die Boote gemacht.

Das Totora-Schilf ist innen von Hohlräumen durchsetzt; seine Stängel haben daher einen großen Auftrieb und eignen sich so hervorragend als Material für die Inseln und Boote. Seine Wurzeln dienen auch als Nahrungsmittel: Sie sind reich an Jod.

Die schwimmenden Inseln der Urus befinden sich etwa fünf Kilometer westlich von Puno in Peru. Sie wurden ursprünglich gebaut, um sich vor Angreifern und Feinden zu schützen oder zu verbergen: Wenn ein Angriff drohte, wurde die Verankerung gelöst.

Die Urus sind sehr stolz auf ihre traditionelle Lebensweise.

Sie lehnen es ab, auf das Festland überzusiedeln. ("Schulboot": Uru-Kinder auf dem Weg zur Schule).

Die Urus haben jedoch den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt und erlauben heute den Besuch ihrer Inseln.

Eine andere Verdienstmöglichkeit ist der Verkauf von bunten Decken an die Touristen.

Auf der auch zu Peru gehörenden Insel Taquile leben heute etwa 1600 zu den Quechua gehörende Indigene.

Das Volk auf der nur 5,5 km langen und 1,6 km breiten Insel wurde erst spät entdeckt, weil sich die Indigenen versteckten, wenn Fremde kamen.

Heute ist die Insel Taquile berühmt wegen ihrer strickenden Männer. Sie wird daher auch "Insel der strickenden Männer" genannt.

Ähnlich wie bei den Urus hat hier vor allem der Tagestourismus Einzug gehalten.

Man kann aber auch dort übernachten - allerdings unter sehr einfachen Bedingungen: Ohne Strom und fließendes Wasser.

Hotels gibt es nicht. Man kann aber bei einer Familie unterkommen und so zumindest einen kleinen Einblick in ihr Alltagsleben erhalten. (Text: Andrea Beu)

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