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Montag, 02. August 2010

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Showdown am Meeresgrund

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Das Öl im Golf von Mexiko findet seinen Weg, trotz Barrieren. (Foto: REUTERS)

Das Öl im Golf von Mexiko findet seinen Weg, trotz Barrieren.

Die Idylle trügt.

Das Öl im Golf von Mexiko findet seinen Weg, trotz Barrieren.

Es verdreckt die Umwelt.

Trotz der Schiffe, die das schwarze Gold auffangen sollen.

Ständig spült das Wasser es an die Strände der USA.

Die Verschmutzung sieht auf den ersten Blick nicht gravierend aus.

Knapp einen Monat nach der Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" am 20. April hatte der damalige BP-Chef Tony Hayward gesagt: "Ich denke, ...

... der Einfluss dieser Katastrophe auf die Umwelt wird sehr, sehr gering ausfallen." Er musste seinen Posten aufgeben.

Denn er hatte sich getäuscht.

Auch wenn Teilnehmer von Aufklärungsflügen von immer weniger sichtbarem Öl berichten.

Tierschützer gingen ohnehin auf Nummer sicher.

Sie gruben Tausende Schildkröteneier einzeln aus, ...

... verpackten sie sicher in Boxen ...

... und flogen sie nach Cape Canaveral in Florida. Dort sollen die Babys in Sicherheit schlüpfen und nach dem Ende der Ölpest wieder ausgesetzt werden.

Die zwei Entlastungsbohrungen sind fast abgeschlossen. Fast 5 Kilometer tief hat sich BP in den Schlamm am Meeresboden gebohrt.

Zuvor hatte eine neue Abdichtungskappe den unkontrollierten Strom des schwarzen Goldes gestoppt.

Dafür wurde die alte Absaugglocke abmontiert. Die hatte nur Teile des Öls aufgefangen.

Der Rest strömte ins Wasser der Golfs. Dort wurde der Rohstoff verbrannt, ...

... "kontrolliert verbrannt", wie es hieß.

Die Hoffnung von Umweltschützern und den anderen Einsatzkräften auf "Ein Wal" hatte sich zerschlagen.

Der Supertanker sollte Öl aus dem verschmutzten Wasser des Golfs filtern. Test schienen zunächst erfolgreich.

Bis zu 80 Millionen Liter Wasser sollten so pro Tag gereinigt werden.

Doch wegen des blinden Aktionismus von BP war der Supertanker nahezu wirkungslos.

Die Chemikalien, die der Energiekonzern kurz nach der Katastrophe versprühte, verdünnten das Öl auf dem Wasser.

Das Filtern des Wassers im Golf von Mexiko war für "A Whale" dadurch fast unmöglich geworden.

Während die Menschen protestierten ...

... und ihren Hauptschuldigen bereits gefunden hatten, ...

... gab es für die Männer in der Kontrollstation der neuen Abfangkappe viel Arbeit.

Die mit Druckmessern ausgestattete Öl-Abdichtung ...

... musste mit Untersee-Robotern in 1600 Metern Tiefe auf die Quelle gesetzt ...

... und fixiert werden.

Die technischen Helfer ...

... stülpten die 68 Tonnen schwere Vorrichtung langsam über das Bohrloch.

Dann wurden die Schrauben festgezogen.

In Intervallen wurde der Öldruck kontrolliert.

Nach und nach schlossen die Experten die Ventile an der Kappe.

Der Druck stieg - ein Hinweis auf die Dichtigkeit des Bohrlochs.

Seither fließt kein Öl mehr in den Golf von Mexiko.

Noch immer beobachten die Helfer an der Oberfläche, wie sich der Druck entwickelt.

Nur abseits der Quelle treten noch kleine Mengen Öl und Gas aus.

Die Entlastungsbohrungen mussten bereits einmal unterbrochen werden.

Wegen des Tropensturms "Bonnie" verließen die Helfer ihre Posten, kamen aber kurz darauf wieder.

Mit zwei Maßnahmen will BP dem Horror nun endlich ein Ende setzen.

Schwerer Schlamm und Zement sollen das Öl über die Abdeckkappe zurückdrängen und aufhalten. Ist die Aktion "Static Kill" erfolgreich, könnten sich die Einsatzkräfte schon auf die Schulter klopfen.

Doch sie gehen auf Nummer sicher. "Bottom Kill" soll das Öl endgültig blockieren.

Dazu wird in die kilometertiefen Entlastungslöcher ebenfalls Schlamm und Zement gepumpt.

"Es ist so, ob man eine Leiche zwickt, um sicherzugehen, ob die Person wirklich tot ist", formulierte es ein Experte.

Topmanager Doug Suttles von BP ist guter Dinge: "Wir sind gut vorbereitet. Ich habe großes Vertrauen, dass wir erfolgreich sein werden."

Bis es letzte Gewissheit über den Erfolg gibt, kann es durchaus Ende August werden. Dann wird die Welt wissen, ob Suttles richtig lag.

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