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Strahlendes Wetter, ein französischer Weinberg und 700 Nackte - auch so kann eine Aktion gegen den Klimawandel aussehen.
Die Installation steht sinnbildlich für die Verletzlichkeit des Menschen und seiner Kultur - erdacht hat sie der US-Installationskünstler Spencer Tunick.
Im August 2007 ließ er 600 Personen auf dem Aletschgletscher posieren, um auf die Verletzlichkeit des schwindenden Gletschers hinzuweisen.
Tunick hat in den letzten 15 Jahren viele solcher lebenden Bilder geschaffen. Der weltbekannte Künstler macht seit Jahren mit seinen Aktionen auf den Klimawandel aufmerksam. Vielleicht ist es der Erfolg Tunicks, dass sich im Kampf für die Umwelt immer häufiger auch Politiker ähnlicher Mittel bedienen, ...
... um gehört zu werden - oder sich in Szene zu setzen.
So etwa in einem dramatischen Appell wenige Tage vor dem Klimagipfel in Kopenhagen: In gut 5200 Metern Höhe am Mount Everest tagt die nepalesische Regierung, umgeben von schneebedeckten Gipfeln.
Regierungschef Madhav Kumar Nepal und 23 Minister wollen auf die verheerenden Folgen der Erderwärmung im Himalaya aufmerksam machen.
Politiker und Medienvertreter gelangen kurz nach Sonnenaufgang mit Hubschraubern in den Ort Kalaphatar unterhalb des Gipfels.
Wildochsen bringen Sauerstofftanks ins Camp.
Während des halbstündigen Treffens unter freiem Himmel tragen die Teilnehmer Sauerstoffmasken.
Kein leichtes Unterfangen: Der nepalesische Bildungsminister Laxman lal Karna braucht Hilfe.
Die historische Kabinettssitzung soll nicht nur spektakuläre Bilder um die Welt schicken. Im Basislager verabschiedet die nepalesische Regierung eine Mount-Everest-Deklaration: Forschungsprojekte zu den Folgen des Klimawandels im Himalaya sollen gefördert und Naturschutzgebiete in Nepal ausgeweitet werden.
Nepal fordert die Staaten der Himalaya-Region zudem zu einer engeren Zusammenarbeit bei Klima- und Umweltschutz auf.
Nach Angaben des Klimarates der Vereinten Nationen ist vor allem das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher besorgniserregend. Demnach könnten die Gletschergebiete im Hochgebirge im Jahr 2035 nur noch ein Fünftel ihrer heutigen Fläche einnehmen.
Die Folgen wären dramatisch, da die Gletscher zahlreiche große Ströme in den dicht besiedelten Regionen Süd- und Ostasiens speisen. Wenn die Wassermenge in Flüssen wie Ganges oder Jangtse langfristig zurückgehe, seien mehr als eine Milliarde Menschen davon betroffen, warnen die UN-Experten.
Bereits Mitte Oktober2009 hatte der Präsident der Malediven sein Kabinett zu einer Sitzung unter Wasser einberufen - ebenfalls als Zeichen gegen den Klimawandel.
Auf dem Grund einer Lagune in vier Metern Tiefe unterzeichnen Mohamed Nasheed und seine 13 Kabinettskollegen in schwarzen Taucheranzügen einen Aufruf an die internationale Gemeinschaft zur weiteren Reduzierung des CO2-Ausstoßes.
Die Welt müsse gemeinsam gegen eine weitere Erderwärmung kämpfen. Wenn der Meeresspiegel weiter steige, wären die 1200 Inseln in 100 Jahren weg.
"Wenn die Malediven heute nicht gerettet werden können, glauben wir nicht, dass es eine große Chance für den Rest der Welt gibt", heißt es in dem Aufruf.
Für ihre medienwirksame Demonstration absolvierten Nasheed und sein Kabinett zwei Wochen lang einen Tauchkurs.
Vom Tropenarchipel im Indischen Ozean ...
... ins ewige Eis. Dorthin nämlich zog es die deutsche Kanzlerin.
Im August 2007 besuchte Angela Merkel Grönland und schaute sich den Klimawandel aus nächster Nähe an
Die gigantischen Gletscher waren das "ewige Eis". Jetzt schmelzen sie. Kaum eine Region auf der Welt ist so stark vom Klimawandel betroffen.
Die Kanzlerin und ihr damaliger Umweltminister Sigmar Gabriel wollten es mit eigenen Augen sehen, ihre eigenen Schritte auf Eis und Schnee knirschen hören.
Merkel wählte die mit 4.500 Einwohnern drittgrößte Stadt Grönlands, Ilulissat, als Ausgangspunkt für ihre Erkundungen auf der Insel.
In der Nähe des 250 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegenen Orts befindet sich ein 40 Kilometer langer und sieben Kilometer breiter Eis-Fjord, der seit 2004 zum Weltnaturerbe gehört.
An Bord des kleinen Kutters "Smilla" fuhr Merkel tief in den Ilulissat Eisfjord und bestaunte die losgebrochenen Eis-Giganten auf offener See. Manche nur 15, manche bis zu 150 Meter hoch, bizarr geformt, schmutzig weiß - majestätisch, drohend.
Das grönländische Eis schmilzt viel schneller als anderswo: Die Experten des Weltklimarats gehen davon aus, dass nur noch weniger als 15 Jahre bleiben, um das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds zu verhindern.
Eigentlich zählt der ehemalige Umweltminister Sigmar Gabriel nicht zu jenen, die mit populistischen Schnellschüssen Schlagzeilen machen.
Aber fürs Klima machte er eine Ausnahme: Erst übernahm er die Patenschaft für Deutschlands Eisbär-Liebling "Knut", …
… später ernannte er das berühmte Jungtier zum offiziellen Maskottchen für die UN-Naturschutzkonferenz, die 2008 in Bonn stattfand.
Kein anderes Tier symbolisiere die Folgen des Klimawandels so deutlich wie der Eisbär, lautet sein Statement. (Text: Diana Sierpinski)
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