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Der erhoffte Durchbruch am Golf von Mexiko ist erreicht. Der britische Energiekonzern BP schafft es mit der Operation "Static kill", das lecke Bohrloch in 1500 Metern Tiefe zu schließen.
"Das ist eine willkommene Neuigkeit", spricht US-Präsident Barack Obama seinen Landsleuten aus der Seele.
Mehr als 15 Wochen hat es nach der Explosion der "Deepwater Horizon" gedauert, bis BP das Öl aus dem Meeresboden stoppen konnte.
Wochen der Fassungslosigkeit ...
... über das Ausmaß der Katastrophe.
Wochen des verzweifelten Kampfes ....
... gegen die Ölpest.
Und Wochen der Wut über das katastrophale Krisenmanagement.
Doch nun keimt zarte Hoffnung am Golf auf.
"Static Kill" verschafft der von der Ölpest schwer gebeutelten Region zumindest eine Atempause.
Die Methode klingt banal: Das Bohrloch wurde von oben mit Schlamm verschlossen.
Riesige Schiffe schafften den nötigen Schlamm herbei.
Von einem Spezialschiff aus wurde die dichte Masse in die Steigleitung gepresst.
Damit konnte das Leck vorübergehend abgedichtet werden.
In einem zweiten Schritt leitete BP dann Zement ein und versiegelte das Bohrloch.
Ein "bedeutender Meilenstein", wie BP anschließend vermeldet.
Der Krisenkoordinator der US-Regierung, Thad Allen, dämpft die Freude: "Das ist noch nicht das Ende."
Auch BP hält einen weiteren Schritt für notwendig: In der Operation "Bottom kill" sollen durch Entlastungsbohrungen auch am unteren Ende der Ölquelle Schlamm und Zement eingefüllt werden.
Auch wenn nun kein weiteres Öl mehr in den Golf fließt: Der Schaden ist jetzt schon immens.
Seit der Explosion der "Deepwater Horizon" sind rund 780 Millionen Liter Öl ausgelaufen.
Es ist die schlimmste Ölpest der Geschichte.
Noch ist nicht abzusehen, wie lange und wie schwer die sensiblen Feuchtgebiete ...
... und die idyllischen Strände des Golfs unter der Katastrophe leiden müssen.
Die US-Regierung (im Bild der Pressechef des Weißen Hauses, Robert Gibbs, und Jane Lubchenco, die Leiterin der nationalen Meeres- und Atmosphärenbehörde) zeigt sich optimistisch.
Nach ihrer Schätzung sind bereits bis zu drei Viertel des Öls verschwunden.
Der Rohstoff sei verbrannt, ...
... aufgefangen, ...
... oder durch Chemikalien aufgelöst worden.
Ein weiterer Teil sei durch die Sonne verdunstet oder von Mikroben zersetzt worden.
Kritiker halten die Angaben der Regierung für unseriös.
Der Geochemiker Jürgen Rullkötter etwa weist darauf hin, dass große Teile des Öls noch im Meer sind, auch wenn sie "in sehr kleine Tröpfchen" aufgelöst worden seien.
In gleiche Kerbe schlägt der deutsche Naturschutzbund Nabu. Die Nebenwirkungen der Chemikalien seien noch völlig unbekannt, meint Meeresschutzexperte Kim Detloff.
"Das abgesunkene Öl gefährdet jetzt die Lebensgemeinschaft am Meeresboden, also festsitzende Tiere wie Korallen, Nesseltiere, Muscheln, aber auch am Boden lebende Frösche und Krebse."
Auch Jane Lubchenco muss zugeben, dass die wahren Auswirkungen der Katastrophe auf die Umwelt noch nicht abzusehen sind:
"Wir werden die Folgen wahrscheinlich noch über Jahre oder Jahrzehnte hinaus sehen."
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