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Pilger, Palin und Truthähne: Thanksgiving

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Wenn die USA Thanksgiving feiern, hat das mit dem europäischen Erntedankfest nur wenig zu tun.

Wenn die USA Thanksgiving feiern, hat das mit dem europäischen Erntedankfest nur wenig zu tun.

Wenn die USA Thanksgiving feiern, hat das mit dem europäischen Erntedankfest nur wenig zu tun.

Natürlich geht es beiderseits des Atlantiks darum, Dank zu sagen. Doch Thanksgiving ist mehr als ein religiöser Feiertag.

Thanksgiving ist ein großes Familienfest, ähnlich wie in Deutschland Weihnachten (nur dass es keine Geschenke gibt).

Im Mittelpunkt steht das abendliche Essen, vor allem der unverzichtbare Truthahn, ...

... bei dem es übrigens ganz entscheidend auf die Füllung ankommt (sie sollte extra vorgebacken werden).

Und wie Weihnachten gibt es auch zu Thanksgiving Hilfe für Menschen, die sich keinen Truthahn und keine Cranberry-Sauce leisten können.

Einige Truthähne haben Glück: Traditionell "begnadigt" der Präsident einen Truthahn, ...

... auch Gouverneure folgen diesem Beispiel gelegentlich.

Die meisten sind allerdings klug genug, sich dabei nicht auf einem Truthahn-Schlachthof filmen zu lassen.

Thanksgiving geht zurück auf das Jahr 1621, als die calvinistischen Pilgerväter, die mit der "Mayflower" aus England gekommen waren, ihr erstes Jahr in der Neuen Welt überstanden hatten.

Diese "Pilgrims" waren Ende 1620 bei Cape Cod im heutigen Massachusetts an Land gegangen. Ohne die Hilfe der dort lebenden Wamponoag-Indianer hätten sie wohl nicht überlebt.

Einige Wochen nach der Ankunft der Pilgerväter spazierte der Indianer Samoset in ihre Siedlung und sprach sie auf Englisch an.

Später brachte Samoset einen weiteren Indianer namens Squanto mit, der den Siedlern beibrachte, wie man Aale fängt und Mais anbaut. (Das Bild zeigt eine Squanto-Büste von ungefähr 1880.)

Nach ihrer ersten Ernte feierten die Pilgerväter in ihrer Siedlung "Plymouth" ihr erstes Erntedankfest. Der Legende nach wurde zusammen mit den Indianern gefeiert.

Der Mythos von dem guten Verhältnis zwischen amerikanischen Ureinwohnern und europäischen Siedlern wird zu Thanksgiving gern beschworen. Dabei schwingt auch die Erinnerung an Pocahontas mit, ...

... die Häuptlingstochter, die einen Engländer vor dem Tod gerettet haben soll (Bild) und diesen später heiratete. Pocahontas war wenige Jahre vor der Ankunft der Siedler gestorben; ihre Geschichte spielte sich weiter südlich an der Chesapeake Bay ab.

Wie die Pocahontas-Geschichte ist auch die Legende von der Freundschaft zwischen Calvinisten und Indianern bei Plymouth stark romantisiert.

Squanto etwa sprach deshalb so gut Englisch, weil er von Engländern entführt und als Sklave nach Europa verkauft worden war.

Die Siedler waren für die Wamponoag-Indianer nicht der erste Kontakt mit Europäern. Diese hatten Krankheiten hinterlassen, an denen zahlreiche Indianer starben - auch Squantos gesamte Sippe.

Die Indianer hatten den aus Europa und Afrika eingeschleppten Erregern nichts entgegenzusetzen. Viele Stämme wurden durch Seuchen nahezu ausgerottet. Entsprechend schwach war ihre Gegenwehr gegen die Siedler.

Seit den 1970er Jahren betonen Vertreter der Indianer auch diesen Aspekt von Thanksgiving, indem sie einen nationalen Trauertag begehen.

Zur Tradition wurde Thanksgiving im 19. Jahrhundert.

Ein nationaler Feiertag ist der Tag erst seit 1863, als Präsident Abraham Lincoln den letzten Donnerstag im November zum offiziellen Feiertag erklärte.

Das war mitten im amerikanischen Bürgerkrieg. Die Tradition wurde 1939 nur leicht verändert, als Präsident Franklin D. Roosevelt den vierten Donnerstag im November zum Feiertag bestimmte - der November 1939 hatte fünf Donnerstage.

1940 erklärte FDR den dritten Donnerstag als Thanksgiving-Tag. Er wollte die Vorweihnachtszeit verlängern, um den Konsum anzukurbeln - eine Maßnahme im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftskrise.

Roosevelt konnte sich aber nicht durchsetzen, der Kongress verabschiedete 1941 ein Gesetz, in dem Thanksgiving ein für allemal auf den vierten Donnerstag im November gelegt wurde.

Da der Herbst in den USA von Halloween und Thanksgiving dominiert ist, ist die Vorweihnachtszeit tatsächlich kürzer als in Deutschland.

Erst der Freitag nach Thanksgiving, der "Black Friday", gilt als Auftakt für das Weihnachtsgeschäft. (Bilder: AP, Text: Hubertus Volmer)

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