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Samstag, 01. April 2017

Kriege, Kinder, Komik: Thomas Billhardt - ein Leben in Bildern

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Zwei junge Vietnamesen gehen Hand in Hand einen Weg entlang. Es könnte ein idyllisches Foto sein - wären da nicht die Gewehre, die beiden griffbereit über der Schulter hängen. (Foto: Thomas Billhardt, Vietnam, 1968)

Zwei junge Vietnamesen gehen Hand in Hand einen Weg entlang. Es könnte ein idyllisches Foto sein - wären da nicht die Gewehre, die beiden griffbereit über der Schulter hängen.

Zwei junge Vietnamesen gehen Hand in Hand einen Weg entlang. Es könnte ein idyllisches Foto sein - wären da nicht die Gewehre, die beiden griffbereit über der Schulter hängen.

Mit seinen Bildern vom Vietnamkrieg (hier ein abgeschossener US-Pilot) wurde Thomas Billhardt in den 1960er-Jahren weltberühmt.

Der 1937 in Chemnitz geboren Fotograf feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag.

Anlässlich dieses Jubiläums zeigt die Berliner Galerie Camera Work eine große Retrospektive mit 100 seiner Werke.

Die Fotografie spielte schon früh eine Hauptrolle in Billhardts Leben: Als er 14 Jahre alt war, begann seine Mutter, eine Porträtfotografin, ihn an der Kamera auszubilden.

Erste Aufträge bekam er beim Braunkohletagebau und als Postkartenfotograf.

Für die Diplomarbeit am Ende seines Fotografiestudiums beschäftigte er sich dann mit einem der bekanntesten Plätze Ostberlins: dem Alexanderplatz.

Immer wieder zog es ihn an diesen Ort zurück, …

… an dem er Alltagsszenen einfing, …

… die oftmals einer gewissen Situationskomik nicht entbehren.

Aber es sind vor allem seine Bilder aus aller Welt, die ihn bekannt machten - wie das von Jassir Arafat, das er 1978 in Beirut (Libanon) aufnahm.

Als Reportagefotograf hat Billhardt insgesamt 49 Länder bereist – 40 davon schon zu seiner Zeit als DDR-Bürger.

Dieses Privileg hatte er sich 1961 erworben, als er für die Jugendorganisation FDJ in Kuba unterwegs war, um dort die Revolution zu fotografieren. Auf der Rückreise legte die Maschine einen Zwischenstopp in Kanada ein. Dort stand die Tür mit der Aufschrift "for immigrants" weit offen.

Eigentlich hatte Billhardt immer in den Westen flüchten wollen. Nun aber entschied er sich dafür, dem Staat, der gerade eine Mauer baute, treu zu bleiben und seine fotografischen Eindrücke in der DDR zu präsentieren.

Seitdem genoss Billhardt Reisefreiheit und war in eigener Sache, für Presse und staatliche Stellen wie das Ministerium für Kultur unterwegs.

Seine Werke wurden zudem im Ausland publiziert, wo er auch an Schauen teilnahm, so zum Beispiel 1988 im Rahmen der Unicef-Ausstellung "Kinder der Welt" in New York.

Seine gleichermaßen politischen wie künstlerischen Fotografien aus der Zeit bis zum Mauerfall …

… zeigen zum einen das Leben der Menschen in der DDR, …

… zum anderen gewährten sie den DDR-Bürgern jahrzehntelang einen Blick in die weitgehend verschlossene Welt hinter dem Eisernen Vorhang.

In seinen Bilder erzählte Billhardt häufig von Armut und den Grausamkeiten des Kriegs, …

… er drückte bei politisch bedeutenden Ereignissen im richtigen Moment auf den Auslöser …

… und rückte immer wieder Kinder als Motiv der Hoffnung in den Mittelpunkt seiner Werke.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Mai 2017 zu sehen. Zudem sind die Autobiografie "Thomas Billhardt: Mein Abenteuer mit der Kamera" (Nora Verlag) und das Fotobuch "Thomas Billhardt: Ein Leben in Bildern" (Camera Work) erschienen.

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