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Panorama

Schweres Erdbeben in Italien: Trauer und Entsetzen

 
Schweres Erdbeben in Italien: Trauer und Entsetzen

Am Montagmorgen bebte um 3.32 Uhr in Italien die Erde:

Das Land wurde am von einem verheerenden Erdbeben erschüttert.

Das Epizentrum des Bebens liegt unter der Stadt L'Aquila, …

… Hauptstadt der Region Abruzzen, mit 70.000 Einwohnern, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Rom.

In L'Aquila und der Umgebung stürzen tausende Häuser in sich zusammen.

Die ehemals malerische Stadt ist nun ein Katastrophengebiet.

Ganze Wohnblocks klappen zusammen wie Kartenhäuser.

Weil die Menschen im Schlaf überrascht wurden, gibt es zahlreiche Tote und Verletzte.

Bis zum Mittwochmorgen sind 250 Todesopfer aus den Trümmern geborgen, …

… mehr als 1500 Menschen wurden verletzt. Zum Teil schweben sie noch in Lebensgefahr.

Allein in dem 250-Einwohner-Dörfchen Onna bei L'Aquila kamen mindestens 39 Menschen ums Leben.

Der Ort existiert praktisch nicht mehr.

Insgesamt sind mehr als 17.000 Menschen obdachlos, …

… in L'Aquila ist es jeder siebte Bewohner.

Der Trost von Regierungschef Silvio Berlusconi ist da schwach:

Die Zeltbewohner sollten sich doch einfach fühlen "wie im Campingwochenende", sagte er zu n-tv.

Zugleich lehnte er Hilfsgebote anderer Staaten ab.

Italien könne das Notwendige alleine leisten.

Die Opposition nannte das "unverständlich".

Indes schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, mehr und mehr.

Die Kälte und zahlreiche Nachbeben lassen die Überlebenschancen sinken.

Es ist ein Rennen gegen die Zeit.

Dennoch gibt es immer wieder Wunder: Nach 23 Stunden wurde in der Nacht zum Dienstag eine Studentin lebend aus den Überresten eines vierstöckigen Hauses gerettet.

Und nach 30 Stunden wurde eine 98-Jährige geborgen, die bei bester Gesundheit ist. Sie habe die Zeit in den Trümmern mit Häkeln verbracht.

Sogar nach 42 Stunden retteten Helfer noch eine junge Frau aus den Trümmern.

Zahlreiche Nachbeben erschweren die Rettungs- und Bergungsarbeiten.

Seit dem starken Erdstoß am frühen Montagmorgen wurden etwa 280 Nachbeben gezählt, das kräftigste erreichte am Dienstagmorgen die Stärke 4,8.

Die bergige Gegend erschwert außerdem den Einsatz von Kränen, sodass die Helfer oft mit ihren bloßen Händen die Trümmer beiseite räumen.

Im historischen Zentrum von L'Aquila suchen Helfer in den Überresten der Häuser nach Verschütteten.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt übernachten dutzende Überlebende in ihren Autos auf einem großen Parkplatz.

Andere Erdbebenopfer wurden in Zelten, Kasernen, Stadien und Sporthallen untergebracht, …

… viele flüchteten auch aus der Katastrophenregion und suchten Unterkunft bei Freunden und Verwandten.

Im mittelalterlichen Stadtkern von L'Aquila gibt es praktisch keine Straße ohne schwer beschädigte Gebäude.

Zahlreiche Gebäude aus dem Barock und der Renaissance stürzten ein, …

… Kirchen und ein Schloss aus dem 15. Jahrhundert wurden beschädigt.

Der Ort wurde im 13. Jahrhundert vom Stauferkaiser Friedrich II. gegründet.

Die Regierung gab nach einer Krisensitzung eine Nothilfe von 30 Millionen Euro frei.

Nach einer ersten Schätzung von Infrastrukturminister Altero Matteoli wird es etwa 1,3 Milliarden Euro kosten, die beschädigten Gebäude wiederaufzubauen.

Italiens Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso wehrte sich gegen den Vorwurf, Warnungen von Experten in den Wind geschlagen zu haben.

Trotz der gehäuften Erdstöße der vergangenen Tage in der Region sei nicht absehbar gewesen, wann es zu einem starken Beben kommen konnte.

Es ist das schwerste Erdbeben in Italien seit 1980. Damals waren im Süden des Landes 2570 Menschen umgekommen.

Unter Italien stoßen zwei Bruchkanten von Erdplatten aufeinander. 20 Millionen Menschen sind deshalb dort potenziell von Erdbeben bedroht.

Nach Expertenangaben muss in Mittelitalien im Schnitt alle zehn Jahre mit einem Erdbeben der Stärke 6 und mehr gerechnet werden. (Bilder: rts / AP / dpa)

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