Bilderserie

Alligator-Schildkröten, Waldkühe, Problembären: Und jährlich grüßt das Sommerloch

Bild 1 von 47
Was täten wir Deutschen im Sommer, wenn es nicht die alljährlichen Schock-Horror-Alarm-Meldungen über gefährliche Tiere in den Randbereichen unserer Zivilisation gäbe. (Foto: dpa)

Was täten wir Deutschen im Sommer, wenn es nicht die alljährlichen Schock-Horror-Alarm-Meldungen über gefährliche Tiere in den Randbereichen unserer Zivilisation gäbe.

Was täten wir Deutschen im Sommer, wenn es nicht die alljährlichen Schock-Horror-Alarm-Meldungen über gefährliche Tiere in den Randbereichen unserer Zivilisation gäbe.

Am Ende hätte man ja gar nichts zu gucken und müsste womöglich einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen.

Die Natur schlägt zurück! Neuester Schauplatz: der Oggersrieder Weiher im bayerischen Irsee (mit einem "R" im Übrigen).

Hier ist nämlich Lotti los. Was so harmlos klingt, ...

... ist alles andere als das. Denn Lotti ist eine Alligator-Schildkröte. Klingt schön schaurig, nicht wahr? Und es wird noch besser.

Denn so (oder so ähnlich) sieht das Biest aus! *Grusel* Lotti hat angeblich sogar schon zugeschlagen. Einem achtjährigen Jungen hat sie die Achillessehne gleich zweimal durchtrennt. Zumindest glauben Experten, dass die Verletzungen bei dem kleinen Andreas von einer Alligator-Schildkröte verursacht wurden.

Es muss etwas geschehen in Irsee. Der Oggersrieder Weiher wird gesperrt. Die Feuerwehr rückt an und macht sich auf die Suche nach Lotti. Weil sich das teuflische Reptil nicht blicken lässt, ...

... fischen die Einsatzkräfte mit Netzen das Gewässer ab. Vergeblich. Lotti hat sich in den Schlamm eingebuddelt, so wird vermutet.

Nach und nach muss daher das Wasser über einen Bach aus dem Oggersrieder Weiher gepumpt werden. Für alle, deren grüne Seele sich jetzt regt: ...

... die ansässigen rund 500 Fische wurden in einen nahegelegenen Teich umgesiedelt.

Bislang alles erfolglos. Die 1000 Euro Finderlohn, die Bürgermeister Andreas Lieb ausgelobt hat, motivieren zwar manchen. Aber Lotti hält sich bedeckt.

Eine Hoffnung bleibt. Denn Lieb ist sich sicher: "Den Allgäuer Winter überlebt sie nicht."

Das Problem Lotti könnte sich so oder so von selbst lösen. So wie auch bei der Sommerloch-Geschichte aus dem Jahr 2012.

Am Schwandorfer Badesee in der Oberpfalz herrschte Panik, Polizisten durchkämmten die Landschaft.

Der Grund: Ein Krokodil, Klausi wurde es genannt, war los, glaubte man den Berichten zweier Augenzeugen.

Eine Frau wollte gesehen haben, wie ein etwa ein Meter langes Tier mit einem langen Schwanz über sie hinwegschwamm. Dabei habe sie sich eine sieben Zentimeter lange Kratzwunde zugezogen.

Auch eine Spaziergängerin bemerkte offenbar das Tier und alarmierte gleich die Polizei.

Diese hielt das Krokodil nicht für ein Phantom. "Es ist gut möglich, dass ein Tierbesitzer die Lust an dem Reptil verloren und es einfach ausgesetzt hat."

Der Tierpark Nürnberg gab den Beamten schon einmal Tipps. "Das Tier ist so gefährlich wie ein ungezogener Dackel. Wenn sie beißen, tut das natürlich weh. Aber es bringt einen nicht um."

Tagelang suchten mehr als 70 Menschen nach dem Krokodil.

3700 Bilder aus Fotofallen werteten sie aus und stellten dann fest: Es waren Füchse, Graureiher, freilaufende Hunde und abgebrochene Äste auf den Bildern zu sehen - nur kein Krokodil.

Klausi und Lotti sind jedoch nichts gegen den absoluten Klassiker der absurden Tier-Geschichten.

Im Sommer 2011 trieb Kuh Yvonne in Oberbayern ihr Unwesen.

Die Milchkuh war im Mai einem Bauern entkommen, der sie mästen und schlachten lassen wollte. Kaum in der Freiheit, kehrten ihre Wildinstinkte zurück.

Sie suchte sich ein Lager im Unterholz, ruhte - anders als ihre Artgenossinnen - tagsüber und kam nachts zum Grasen heraus.

"Die Kuh, die ein Reh sein wollte", streifte wochenlang durch Wälder und Wiesen ...

... und hinterließ ihre Hinterlassenschaften.

Die Suche nach Yvonne gestaltete sich extrem kompliziert. Sogar ein Hubschrauber mit Wärmelichtkamera war im Einsatz. Die "Bild"-Zeitung setzte eine Belohnung von 10.000 Euro aus für Hinweise, die zum Einfangen der Kuh führten.

Erst nach mehr als drei Monaten, Anfang September, gelang es, das freiheitsliebende Tier einzufangen.

Immerhin hatte die Kuh Glück im Unglück: ...

... Entgegen ersten Plänen wurde sie nicht eingeschläfert.

Dafür wartete der Gnadenhof von Gut Aiderbichl auf sie und eine Karriere als EM-Orakel.

Nicht so viel Glück wie Yvonne hatte Bruno. Der Braunbär hatte im Mai 2006 einen fatalen Fehler begangen: Er war aus Italien Richtung Norden gewandert.

Er war der erste Braunbär seit 170 Jahren, der frei durch Deutschlands Wildbahn tappte. Doch willkommen war er nicht, schließlich tat er, was Bären gerne tun: ...

Er riss Schafe und klaute den Imkern Honig. Bruno wurde zum Problembären - sein Schicksal war damit besiegelt.

Bärenjäger flogen eigens aus Finnland samt Hunden ein, ...

... Experten der Umweltstiftung WWF versuchten, ihn mit einer riesigen Aluminiumröhre zu fangen.

Am 26. Juni wurde er dann erlegt, in der Nähe der Rowand im Spitzingseegebiet.

Ausgestopft wurde er danach in München im Museum "Mensch und Natur" ausgestellt.

Wilde - oder verwilderte - Tiere passen eben schlecht in die zivilisierte Welt.

Schon 2002 löste die Geierschildkröte Eugen als "Ungeheuer von Dornach" bei München ein Badeverbot aus. Eugen war wohl ausgesetzt worden und hatte vermutlich schon jahrelang unbemerkt in seinem Weiher gelebt.

Experten nannten es damals ein Wunder, dass kein Unglück passiert war. Denn wenn ein Kind der Schildkröte beim Baden zu nahe gekommen wäre, hätte das 70 Zentimeter große Tier ihm leicht Gliedmaßen abbeißen können.

Der damals rund 80 Zentimeter lange Brillenkaiman Sammy mit den bernsteingoldenen Augen war dagegen im Sommer 1994 seinem Herrchen bei einem Badeausflug entschwommen.

Seinetwegen wurde ein Baggersee bei Dormagen in Nordrhein-Westfalen für die Badegäste gesperrt.

Wegen Sammy - der "Bestie vom Baggersee" - ging ein Polizist nachts auf die Pirsch. Ein Schleppnetz wurde ausgelegt, Brunftrufe imitiert.

Im Sommer 2001 sorgte Killerwels Kuno erstmals für Aufsehen. In einem Teich in Mönchengladbach soll er einen kleinen Dackel in die Tiefe gezogen und verschlungen haben. Bestätigt wurden diese Anschuldigungen nie.

Alle Versuche, den 1,5 Meter langen und 35 Kilogramm schweren Wels zu fangen, schlugen fehl. Zwei Jahre später, wieder pünktlich im Sommerloch, tauchte Kuno dann allerdings wieder auf. Mit dem Bauch nach oben.

weitere Bilderserien