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Panorama

November 2007: Untergang der "Explorer" und Rettung der Passagiere

 
Eine Reise auf dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff "Explorer" galt als großartiger Abenteuerurlaub im Eismeer; ...

Eine Reise auf dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff "Explorer" galt als großartiger Abenteuerurlaub im Eismeer; ...

... und für die letzte Reisegruppe auf dem Schiff gab es dann auch mehr Abenteuer als eigentlich geplant.

Die Reise wurde für etwa 150 Menschen zum Drama in der Antarktis, ...

.... sie entgingen knapp einer Katastrophe:

Die "Explorer" hatte im Morgengrauen des 23. November 2007 vor der argentinischen Küste einen Eisberg gerammt ...

... und war vor der King-George-Insel leckgeschlagen.

15 Stunden nach dem Zusammenstoß ...

... ist das 1400-Tonnen-Schiff ...

... etwa 1000 Kilometer südlich von Kap Hoorn gesunken.

Experten sind wegen der möglichen Auswirkungen auf die empfindliche Flora und Fauna ...

... der Antarktis sehr beunruhigt.

Das ganze Szenario hatte alle Merkmale des Untergangs der "Titanic", ...

... doch die Menschen an Bord der "Explorer" im Südpolarmeer hatten bessere ...

... Rettungstechnik zur Verfügung als die Passagiere aus dem Jahr 1912 bei dem tödlichen Unglück im Nordatlantik.

Alle 100 Urlauber und die 54 Besatzungsmitglieder konnten mit Rettungsbooten ...

... auf dem norwegischen Kreuzfahrtschiff "NordNorge" in Sicherheit gebracht werden.

Die Reisenden waren unmittelbar nach dem Unglück in die Boote gegangen.

Wäre bei diesen Temperaturen jemand über Bord gegangen, ...

... hätte er nur wenige Minuten in dem eiskalten Wasser überlebt.

Die 73 Meter lange "Explorer" trieb kurze Zeit nach der Evakuierung mit 45 Grad Schlagseite im Meer.

"Die Erschütterung war gar nicht so auffällig, ...

... weil das Schiff ja dauernd mit kleineren Eisbrocken zusammenstieß", sagte ein Besatzungsmitglied aus Argentinien.

"Erst als Passagiere mit dem Schrei 'Wasser' aus den unteren Decks nach oben stürzten, wurde uns klar, dass etwas passiert war", erklärte die junge Frau weiter.

Die Passagiere seien unglaublich diszipliniert gewesen und hätten alle Anweisungen ohne Panik befolgt.

Am schwersten waren offenbar die etwa vier Stunden in den offenen Rettungsbooten.

Trotz der guten Kleidung war es natürlich bitterkalt und nass.

Die "Explorer" gehört dem kanadischen Reiseveranstalter Gap Adventures.

Sie war nahe der Südlichen Shetlandinseln, rund 120 Kilometer nördlich der antarktischen Halbinsel und etwa 1.000 Kilometer südlich von Feuerland unterwegs.

Immer mehr Touristen fahren dorthin, um die atemberaubende Eis-Landschaft kennen zu lernen.

Nach Angaben des Veranstalters waren unter den Passagieren auch eine Deutsche, zwei Belgier, drei Dänen, 17 Niederländer, ein Schwede und vier Schweizer.

Die meisten der anderen Urlauber kamen aus Großbritannien, Kanada, den USA und Australien.

Die Schiffbrüchigen wurden unversehrt ...

... auf der King-George-Insel - der größten der Südlichen Shetlandinseln - an Land gebracht.

Auf der chilenischen Basis Frei wurden sie medizinisch betreut und versorgt, später mit Transall-Transportflugzeugen nach Punta Arenas in Chile geflogen.

Nach Angaben der chilenischen Marine erlitten einige der Menschen aber Unterkühlungen.

"Es war ein bisschen nass und kalt", sagte der Kapitän der "NordNorge".

Havarien in der Antarktis sind extrem gefährlich.

Die Lufttemperatur beträgt um diese Jahreszeit nur etwa minus fünf Grad.

Das Wasser hat lediglich ein Grad.

"Es würde bei diesen Wassertemperaturen nicht lange dauern, bis die Menschen unterkühlt sind", sagte ein Meteorologe.

Zwar seien die Wetterbedingungen "recht gut" gewesen, doch "man will da jetzt mit Sicherheit niemand im Wasser haben", ...

... sagte Andy Cattrell von der britischen Küstenwache, die zusammen mit den USA, Chile und Argentinien die Rettungsaktion koordinierte.

Die Urlauber waren am 11. November 2007 vom argentinischen Hafen Ushuaia zu der 19 Tage langen Tour aufgebrochen.

Ziel war die Drakestraße, die Wasserstraße zwischen der Südspitze Südamerikas und der Nordspitze der antarktischen Halbinsel.

Pro Passagier waren für die Tour umgerechnet fast 8.000 Euro fällig.

Die "Explorer" war ein in die Jahre gekommenes Kreuzfahrtschiff.

Sie wurde 1969 in Finnland gebaut und ist für die Fahrt durch Eis ausgestattet.

Sie ist das erste speziell für Expeditionen angefertigte Kreuzfahrtschiff und wurde 1993 generalüberholt.

Das Schiff hatte nach Angaben der britischen Marinebehörde keine gravierenden Sicherheitsmängel.

"Das waren keine riesigen Probleme und alle wurden behoben, bevor das Schiff losfuhr", sagte Mark Clarke, Sprecher der Marine- und Küstenbehörde MCA, die im Mai "kleinere Fehler" an der "Explorer" entdeckt hatte.

"Das Schiff hätte nicht die Erlaubnis bekommen auszulaufen, wenn nicht alle Probleme gelöst worden wären", so Clarke.

Bei den Schäden handelte es sich unter anderem um fehlende Rettungspläne und schlecht gewartete Rettungsboote.

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