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Großbrand in London: Verkohlt und verrußt - das Drama vom Grenfell Tower

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... von einem verkohlten Gerippe im Londoner Sommerhimmel, die werden so schnell nicht aus den Köpfen der Anwohner und Helfer verschwinden. (dsi) (Foto: imago/ZUMA Press)

... von einem verkohlten Gerippe im Londoner Sommerhimmel, die werden so schnell nicht aus den Köpfen der Anwohner und Helfer verschwinden. (dsi)

Es ist ein erschreckender Anblick: Zwei Tage nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers weiß niemand, wie viele Todesopfer man ...

... in den oberen Stockwerken des Grenfell Towers noch finden wird.

17 Tote sind bereits entdeckt. Manche wird man vielleicht nie identifizieren können.

Medienberichten zufolge werden immer noch 65 Menschen vermisst.

Beim Anblick dieser Bilder ist zu befürchten, dass sie die Katastrophe nicht überlebt haben.

In dem Sozialbau lebten bis zu 600 Menschen in mehr als 120 Wohnungen. Jetzt ragt nur noch ein schwarzes Gerippe in den Londoner Himmel.

Niemand weiß genau, wie viele Menschen in dem 24-stöckigen Gebäude waren, als das Feuer am Mittwochmorgen - vermutlich im vierten Stock - ausbrach.

Um 0.54 Uhr gehen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein, sechs Minuten später sind die Einsatzkräfte am Grenfell Tower.

Zu diesem Zeitpunkt wüten die Flammen vermutlich noch auf der vierten Etage. Bis dahin - so vermuten es Experten - sei es ein ganz normaler Wohnungsbrand gewesen.

Ein Anwohner aus dem vierten Stock berichtet dem "Guardian", er sei mit seiner Familie als einer der ersten aus dem Gebäude entkommen. Das sei nicht später als 1.10 Uhr gewesen und zu diesem Zeitpunkt, so der Zeuge, habe das Feuer kontrollierbar gewirkt.

Dann schlagen die Flammen aus dem Fenster und das Feuer erfasst die Fassade - und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Die Flammen fressen sich rasant nach oben.

Der Grenfell Tower im Stadtviertel North Kensington wird von schwarzem Rauch umhüllt.

Viele Bewohner werden im Schlaf überrascht und haben keine Chance, sich aus dem brennenden Hochhaus zu retten.

Gegen 1.15 Uhr, also gerade mal 20 Minuten nach dem ersten Notruf, wacht ein Bewohner im 17. Stock durch den Lärm der Feuerwehr auf, wie er dem "Guardian" berichtet. Er habe seine Tante geweckt, und als sie es nach unten geschafft hätten, habe das Feuer gerade den 17 Stock erreicht. "Die ganze Seite des Gebäudes brannte, die Fassade ging in Flammen auf wie ein Streichholz", wird er später berichten.

Diese Aufnahme zeigt, mit welcher Gewalt die Flammen in dem Gebäude wüteten.

Für die Feuerwehrleute sind die Löscharbeiten schwierig.

Menschen springen in ihrer Panik aus dem Fenster.

Die Bilder, die die Helfer bei ihrem Einsatz zu Gesicht bekommen, werden sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen.

Als die Sonne aufgeht, bietet sich ein furchtbarer Anblick.

Der Grenfell Tower brennt wie eine Fackel.

Bei der Rettung spielen sich dramatische Szenen ab.

"In meinen 29 Jahren als Feuerwehrfrau habe ich noch nie etwas von solchem Ausmaß gesehen", sagt Feuerwehrchefin Dany Cotton.

Die Ränder des quadratischen Turms sind instabil. Es sieht aus, als könne die Fassade jederzeit bröckeln.

Deshalb gehen auch keine Feuerwehrleute mehr ins Gebäude.

Stattdessen suchen nun Spürhunde weiter nach Vermissten.

Anhand von Fingerabdrücken soll geklärt werden, wer alles im Gebäude war.

Das alles kann dauern.

Über die Brandursache gibt es wilde Spekulationen. Die "Daily Mail" schreibt, dass ein explodierender Kühlschrank Auslöser des Infernos gewesen sein könnte. Anderen Augenzeugen zufolge brannte das Gebäude zuerst von außen.

Fest steht, dass sich viele Bewohner des Grenfell Towers schon seit längerem zusammengetan und vor dem Brandrisiko des Gebäudes gewarnt haben.

Derweil wird überall nach vermissten Bewohnern gesucht: die zwölfjährige Jessica, 20. Stock. Mohamed, 24. Stock., Gloria und Marco, 23. Stock., ...

... Amal und Tochter, Zainab, 14. Stock. Hesham, 20. Stock.

So geht das gefühlt ewig. Es ist qualvoll.

Wer aus der Flammenhölle entkommen ist, ...

... schätzt sich glücklich und hat doch alles Hab und Gut verloren.

Familienfotos, Erbstücke, Ausweise, Klamotten, viele trugen lediglich einen Pyjama, als sie vom Feuer überrascht wurden.

Die Flammen mögen gelöscht sein, doch dafür flammt in aller Verzweiflung Wut auf.

Anwohner und Angehörige stellen immer lauter die Frage nach Schuld.

Wie konnte es passieren, dass das Haus wie eine Fackel rasend schnell in Flammen aufging?

Welche Rolle spielte die Fassadendämmung? Reichen die britischen Brandschutzbestimmungen aus?

Antworten wird es - vielleicht - in einigen Wochen geben. Die Bilder von verzweifelt winkenden, vom Feuer eingeschlossenen Menschen, von Kindern, die aus dem Fenster gehalten und irgendwann einfach fallen gelassen werden, ...

... von einem verkohlten Gerippe im Londoner Sommerhimmel, die werden so schnell nicht aus den Köpfen der Anwohner und Helfer verschwinden. (dsi)

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