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Freitag, 29. Juli 2016

Sowjeterbe in lettischen Wäldern: Verlassene Atomraketenbasis verströmt Eishauch des Kalten Kriegs

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In den Wäldern von Aluksne, an der lettisch-russischen Grenze, liegen die Reste einer früheren sowjetischen Atomraketenbasis. (Foto: REUTERS)

In den Wäldern von Aluksne, an der lettisch-russischen Grenze, liegen die Reste einer früheren sowjetischen Atomraketenbasis.

In den Wäldern von Aluksne, an der lettisch-russischen Grenze, liegen die Reste einer früheren sowjetischen Atomraketenbasis.

Von 1962 bis 1984 waren in den nun überwachsenen Hangars mindestens acht Atomraketen versteckt.

"Alles war bereit. Wir warteten nur auf den Befehl", erinnert sich der heute 74-jährige Leonid Konowalow.

Er diente während der Kuba-Krise 1962 auf der Zeltini-Militärbasis. Sie hätten komplett angezogen neben ihren Maschinengewehren geschlafen. "Die Lage war wirklich angespannt."

Die Atomraketen, die hier in den lettischen Wäldern lagerten, waren die gleichen, die zu der Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion geführt hatten.

Sie hatten eine Reichweite von 2000 Kilometern. "Sie hätten wirklich London treffen können", sagt Ilgonis Upmalis.

Der 80-Jährige ist Experte für sowjetische Militärbasen in Lettland, früher diente er in der Sowjetarmee.

Erst in den 1990er-Jahren, als Lettland seine Unabhängigkeit zurückgewann, erfuhren die Letten von der Existenz der Zeltini-Basis.

Upmalis zufolge war Lettland als Grenzland des sowjetischen Imperiums voller militärischer Anlagen.

Es gab jede Menge Panzer, Artilleriestandorte und Munitionslager, U-Boot-Basen, Militärflughäfen und allein fünf Atomraktenbasen wie Zeltini.

Inzwischen locken die ehemaligen Militärgebäude, die unterirdischen Bunker, die verlassenen Raketenhangars und die verrottenden Abschussrampen jährlich Tausende Touristen an.

Immerhin steht hier noch eines der letzten Lenin-Denkmale des Landes. Die riesige Büste schmückte einst den zentralen Platz von Aluksne. Nun ist sie Teil der Touristenattraktion.

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