Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Panorama

10 Jahre Dokumentationszentrum: Volles Haus am Obersalzberg

 
10 Jahre Dokumentationszentrum: Volles Haus am Obersalzberg

Während der Nazi-Diktatur war der Obersalzberg bei Berchtesgaden das wichtigste Macht- und Regierungszentrum neben Berlin. Adolf Hitler verbrachte nahezu ein Drittel seiner Regierungszeit dort.

Die Dokumentation Obersalzberg feierte nun, am 20. Oktober 2009, ihr zehnjähriges Bestehen.

Rund 1,5 Millionen Besucher - darunter viele Interessierte aus dem Ausland - strömten in den vergangenen Jahren in die Ausstellung. 2008 kamen mehr als 160.000 Besucher. Auch Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber besichtigte das Dokumentationszentrum.

Damit gehöre die Ausstellung zu den bestbesuchten in Deutschland, sagt der Direktor des für die Ausstellung verantwortlichen Instituts für Zeitgeschichte (ifz), Horst Möller.

Doch das rege Interesse droht auch zum Fluch zu werden. Zeitweise ist der Obersalzberg dem Ansturm kaum gewachsen. Zu Spitzenzeiten drängelten sich bis zu 1600 Besucher am Tag vor den Schautafeln und Exponaten.

"Wir sind in gewisser Weise Opfer unseres Erfolges geworden", sagt Möller. Er möchte darum eine Erweiterung der Ausstellungsfläche von derzeit etwa 300 auf rund 450 Quadratmeter.

Beim zuständigen Finanzministerium gibt man sich zurückhaltend. Bereits 2005 sei ein Erweiterungsbau eröffnet worden, allein dieser Bau habe mehr als eine Million Euro gekostet, heißt es. Für weitere Ergänzungen baulicher Art gebe es aktuell weder konkrete Planungen noch belastbares Zahlenmaterial.

Und der Wunschzettel der Wissenschaftler ist noch länger. So ist begleitend zur Ausstellung ein Buch zu haben, das auf rund 800 Seiten Bilder, Texte, Daten und Dokumente zum "Dritten Reich" liefert. Es wurde mittlerweile fast 68.000 Mal verkauft und ist damit für ein wissenschaftliches Buch sehr erfolgreich.

Doch erhältlich ist es bislang nur in deutscher Sprache. Angesichts tausender Besucher aus dem Ausland wäre daher eine Übersetzung zumindest ins Englische sinnvoll, sagt Möller.

Die fremdsprachige Ausgabe sei sicherlich eine Überlegung wert, räumt Bayerns Finanzminister Fahrenschon ein. "Allerdings hat - soviel ich weiß - das Institut für Zeitgeschichte als Herausgeber diese Frage noch nicht auf die Tagesordnung gesetzt." Außerdem lasse sich das wohl nur mit erheblichem Aufwand realisieren.

"Im Prinzip müsste man das Buch neu konzipieren", gibt auch Möller zu. So enthalte der Band viele deutsche Originaldokumente, die nicht eins zu eins übernommen werden könnten.

Eine englische Übersetzung koste daher wohl mindestens 80.000 Euro. Das Institut hat dafür kein Geld, da die Bücher bewusst billig angeboten werden.

So soll vor allem zweifelhaften, bestenfalls unkritischen Publikationen und Bildbänden über Hitler, Eva Braun und ihre Entourage rund um den Obersalzberg das Wasser abgegraben werden. (Text: Michael Friedrich)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.